KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1915-1916
- Issue
- Heft 7 (September 1915)
- Date
- 1915-09-01
- Page
- Seite 484 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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484 Unseren Toten. Kein farbig Band, das die Trauer nicht trägt Das Aug' und die Brust dem Feind zugewandt, Um gefallener, lieber Brüder ... Im Herzen nur Gott in der Höhe, Kein deutsches Herz, das vom Schmerz nicht bewegt So ward zerrissen, zertreten, zerrannt Um erloschener Lebensgüter. Der Feind mit verbissenem Wehe. Gar hart schlug das Schwert in das deutsche Mark, Die tückische List, das neidige Land . . . Es stürzten der Besten Beste, Hei, wie die sich würdig fanden! — Die kühn und mutig, in Treue stark, Die deutsche Treu' hat sie niedergerannt, Berannen der Feinde Veste. Zerschmissen zu Scherb' und Schanden. Ihr Toten, hört der Lebendigen Schwur, Geheiligt durch göttliche Weihe: Ihr ließet das Leben für Recht und Kultur, Wir treten in Euere Reihe. Daß nimmer der Tod aus der Reihe uns weht. Dies schwört uns die Nachwelt aufs neue: Ihr toten Brüder, Ihr nimmer vergeht, Ihr lebt in der deutschen Treue. Leutnant Wertheim er lBadeniae, tzriburgiae). va-enia und U.L. Zum 25jährigen Jubiläum der Badenia. Bon vr. Max Mainzer (Badeniae, Spreviae E. M.) Am 26. Oktober 1915 sind 25 Jahre vergangen, daß sich im Nebenzimmer des Hotels „Zum Goldnen Roß" in Heidelberg cand. phil. Alfred Moses, cand. med. Magnus Hirschfeld, cand. med. Theodor Hamburger, stud. jur. Moritz Marxheimer, stud. med. Max Mainzer, stud. med. Daniel Halle und stud. rer. nat. Louis Allen durch Unterschrift und Ehrenwort dem cand. phil. Max Oppenheimer gegenüber zur Gründung der „Freien Verbindung Badenia" verpflichteten. In dieser Verpflichtung Oppenheimer gegenüber kam die Tatsache zum berechtigten Ausdruck, daß er der intellektuelle Gründer oer Verbindung war, wenn auch die Gründung der Verbindung im gegebenen Moment mehr einem Zufall zu verdanken war, der Mainzer mit Moses zusammengeführt hatte. Schon im Sommersemester 1890 hatte Oppenheimer, der uns anderen an Jahren und Lebenserfahrung erheblich überlegen war, von inniger Liebe zu seinem angestammten Judentum erfüllt, und durchdrungen von dem guten Recht seiner Bekenner und darum erst recht empört über die antisemitische Hetze, die damals über die deutschen Lande ging, und insbesondere entrüstet über das Treiben gewisser studentischer Kreise im Anschluß an die intensive antisemitische Agitation in Heidelberg und Umgebung, den Boden für die Gründung einer jüdischen Verbindung zu bereiten versucht. Ihm schwebte damals schön, als es weder einen Zentralverein, noch einen Verband der deutschen Juden, ja nicht einmal einen Verein zur Abwehr des Antisemitismus, geschweige denn einen Zionismus gab, ansgesprochenermaßen die Organisation der deutschen Juden auf breitester Grundlage vor. Daß er als Student zunächst an die Organisation der jüdischen Studentenschaft ging, war selbstverständlich. Aber die wenigen, die damals und in den nächsten Jahren mit ihm in engster Fühlung standen und arbeiteten, wissen, daß sein Ziel viel weiter gesteckt war. Er wollte von der Studentenschaft aus alle Bekenner des Judentums in unserem Vaterlande organisieren zur Erlangung einer wahrhaften und nicht bloß papierenen staatsbürgerlichen Gleichberechtigung und die Liebe zu unserer angestammten Gemeinschaft in allen ihren Gliedern neu beleben und wecken. Ohne ein intensives jüdisches Selbstbewußtsein schien ihm und uns allen die Durchführung der so bedrohten Gleichberechtigung unmöglich. Die als Studenten Badenen waren, sollten als gereifte Männer und Staatsbürger hinausgehen und Organisatoren der deutschen Judenheit werden. Ich besitze mehrere Briefe von ihm, in denen dies sein Ziel klar zum Ausdruck kommt. Schwierigkeiten persönlicher Natur ließen es im Sommer 1890 nicht zur Gründung der Verbindung kommen. Immerhin hatten sich ihm gegenüber Marxheimer und Allen für den Fall einer Gründung im Wintersemester zum Beitritt verpflichtet. Und als ich nun,