KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1915-1916
- Issue
- Heft 7 (September 1915)
- Date
- 1915-09-01
- Page
- Seite 480 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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480 Diese K. C.^Zusqmmenkunft war eine selten reizvolle und ohne Lendenzreden mit um so schönerer Einigkeit, Gegen 10 Uhr nachts trollten wir in unseren Wägelchen und zu Rade wieder unseren Quartieren zu. Mit herzlichem K.C.-Gruß Ihr David (Rhey.-Sil.) Sehr verehrte Keddosine! Mir geht's, wie immer, ausgezeichnet, in jeder Beziehung. Gutes Quartier, ein Bett, so groß wie ein Turnsaal, Verpflegung „beinahe" so gut wie in der Traube und sehr netter Verkehr- Was will man mehr! Mein Chef ist in Deutschland und so bin ich zur Zeit wie der König Albert: ein Fürst ohne Land. Ich arbeite zur Zeit als Ingenieur. Nach meinen Plänen wurde eine grotze Badeanstalt mit Dampfbetrieb gebaut, eine Desinfektionsanstalt usw. Alles funktioniert tipp topp, und ich habe bei mancher Besichtigung schon allerlei Lob geerntet. Sie sehen, zu was man es im Kriege bringen kann. Daß ich nochmal Bade- und Entlausungsanlagen bauen würde, hat man mir auf der Lima mater in Darmsladt auch nicht gesungen, aber es geht alles. Sogar als vereidigter Dolmetscher vor dem Kriegsgericht habe ich bereits funktioniert. Leben Sie wohl und grüßen Sie mir bitte die gesamte Bundesbrüderschaft. Ihr WEer Dux (Viadr. Darmst.) Lieber Kartellbruder! Zwei K.Cer, die sich zufälligerweise im dreckigen ..:.. lande trafen und sich gut unterhalten, senden dem K.C. und seinem wackeren Altmeister Mainzer herzliche Grütze und hoffen, daß bald neue Nachrichten aus dem K.C. erscheinen. Engelbert (Lic.) Lieber Mainzer! Selbst hier in..... trifft man K. C.er, mit denen man Erlebnisse und alte Erinnerungen austauschen kann. Herzliche Grütze Jacob sSprev., Thur.) Lieber Alex! Zwei im Pulverdampf ergrame Krieger, die sich bei einem Offiziersaspirantenkurs wieder getroffen haben, erinnern sich Deiner und senden Dir ein Lebenszeichen. Uns geht's glänzend. Wir schmeißen hier die Sache nächstens. Wir schwelgen in Bonner Erinnerungen. In 8 Tagen ist der Kursus zu Ende, dann geht's zur Schwadron zurück. Herzliche Grütze Dein Kurt Ettinghausen. Lieber Alex! Wir schreiben heute an alle Bekannte. An Alfred Meyer geht es ja nun leider nicht mehr. Es ist hier wirklich sehr hübsch draußen. Heimlichst _Dein Josef Altmann. 30. Juni 1915 im Lazarettzug. Lieber Kartellbruder! Gestern wurde ich endlich mit dem Lazarettzug von Tilsit abtransportiert. Ich hatte im Zuge infolge meiner Verwundung arge Schmerzen, bekam abends eine Morphiumtablette zum Schlafen. Kurz darauf erfuhr ich, daß ein K. C.er als Krankenpfleger im Zuge angestellt sei. .-7- Sofort mutzte mir mein Wärter meinen Verbandsbruder holen. Vor Freude waren die Schmerzen weg, und ich konnte mich noch lange mit dem lb. Kb. — es war Or. Rothschild aus Frankfurt — unterhalten. Dir die herzl. Grütze sendend, bin ich Dein treuer Kb. Walter Goldschmidt, Ghib. Beste Grütze Dir. Metzger, Frankfurt a. M. Lieber Kartellbruder! Mir geht es G.s.D. täglich besser. Ich versuche doch jetzt schon mit Stöcken zu gehen. Weitzkopf, der hier als Marinearzt angestellt ist, besucht mich fast täglich und macht mit mir die Gehversuche. Es wird natürlich noch sehr lange dauern bis ich wieder ganz hergestellt bin. Es grüßt Dich herzlichft ' Dein treuer Kb. Walter Goldschmidt Mhib.) 1.7.1915. Sehr geehrter Herr Kartellbruder! Ich nefime gern die Gelegenheit wahr. Ihnen gemeinschaftlich mit einem Kb. einen herrlichen Grutz zu senden. Zu meiner Freude fand ich nämlich, als ich mich heute bei dem Bataillon melden wollte, dem ich auf Grund meiner Meldung zu eiyer Fronttruppe überwiesen war,? dort als würdigen Bataillonsschreiber Kb. David vor. Bei einem selbst fabrizierten Mittagbrot tauschten wir allerlei Erinnerungen aus und gedenken gern aller draußen stehenden und in der Heimat gebliebenen K. C.er. Besonders Ihnen viele Grütze Ihr Oskar Guttman«. Ferdinand David, Hagen. Bad Neuenahr, 5.10.15. Lieber Mainzer! Wir sitzen hier, mehrere aus dem Felde zurückgekommene K C.er, erkrankt, und suchen hier Heilung. Die Kur wird uns hoffentlich recht bald Garnison- resp. Felddienstfähigkeit wiederbringen. Heimliche Grütze Dir und Deiner werten Familie. Henschke (Sprev.) Martha Henschke. Dresel (Viadr. Bresl.) und Frau. Frau Claire-Griesbach 1 Rhen -Sil ) K. C.-Schwiegermutter Windmüller. Kartellbrüderliche Grütze Ludwig Zweig (Rhen-Sil.) u. Frmr. Lieber Mainzer! Herzlichen Dank für Deine letzten Sammelnachrichten, die mich wieder außerordentlich erfreut haben. Ich bin noch immer in den.. in der Gegend der letzten Kämpfe, die uns selbst allerdings wenig berührt haben. Seit einer Woche bin ich zum Batarllons-Adjutanten ermannt worden. Mit herzlichen Grützen _ Dein Jacobivos. Mein lieber Mainzer! Ich bin seit einer Woche Führer der fliegenden Kolonne meines Korps. Geschaffen unter dem Druck der Unmöglichkeit, bei unfern Eilmärschen, bei diesen Wegen das, was vorne nottut, durch die unter Zugrundelegung europäischer Wegeverhältniffe gebauten Kolonnen auch nur einigermaßen heranzuschaffen, ist sie dazu bestimmt, überall und nirgends zu sein. Ueberall, wo der Kommandierende, nirgends, wo der Kosak sie sucht. Landesübliche Wägelchen leichtester Art, flinke Ruffenpferdchen, verwegene Fahrer und eine Eskorte von 20 Dragonern schaffen günstigste Vorbedingungen für ihr Wirken. So Haben wir gleich in den ersten 31 Stunden unseres Dasems in Nacht und Regen durch die Sümpfe des B.bruches Munitions¬ und Telephongeräte aus den vordersten Stellen zurück-? geholt. Darauf erhielten wir durch die gütige und verständnisvoll lächelnde Excellenz den Auftrag, 100 lcm weit zurückzufahren, um aus W. die Post des Korps nach vorne zu bringen, die seit Wochen, zu scheußlichen Klumpen geballt, sich dort yufgehäust hatte, ohne jemals einen Abfluß nach der Front gefunden zu haben. Niemals war mein baldiges Kommen der Gegenstand der Sehnsucht so vieler, niemals künftighin wird es her Fall fein. So sitze ich denn gerade im hocheleganten Cafe in W. und esse für lbis jetzt) schätzungsweise Mk. 2,80 Kuchen und Törtchen. Durch das nach langen Sumpfwochen nicht mehr gewohnte flotte Streichorchester, durch die Wärme und den Lichterglanz des Cafes und den im Scheine her Bogenlampen glitzernden Korso etwas verwirrt und rebellisch gemacht, sieht man in jedem Weibe £elena Morgen flitze ich wieder durch die Wälder zum itze des Generalkommandos und übermorgen werde ich vielleicht wieder in fahler Mondnacht irgend eine kostbare Last über ein Gelände bringen, daß unter jedem Pferdeschritte quirlt und klukst, und auf dem sich knorrige.