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KC-Blätter · 1915-09-01 · Heft 7 (September 1915) · p. Seite 478

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1915-1916
Issue
Heft 7 (September 1915)
Date
1915-09-01
Page
Seite 478 (sequence 16)
Language
German
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478 als Gottesschickungen. Erst als ihm seine ganze Familie dahingerafft wird, sein Vermögen verloren geht und der Aussatz an ihm zu nagen beginnt, da schreit mit elementarer Gewalt seine Klage zum Himmel, seine Verzweiflung trampelt Selbstbeherrschung und Gottvertrauen nieder, . Gott aber beschwichtigt Hiob und gibt ihm ein neues Haus und eine neue Familie. So steht es im Buche Hiob, das zum Alten Testament gehört. Das Thema, daß auch den Frommen Prüfungen nicht erspart bleiben, in denen sich die Stärke ihres Gottvertrauens zu erweisen hat, ist seitdem unzählig oft behandelt wordenauch Ahasver, der ewige Jude, ist nichts anderes als ein Hiob, nur hat er den Frieden, den Hiob wiederfand, niemals gefunden. Jetzt hat Gertrud Epstein, deren Erstlingswerk „Im Kampf um Gott" in diesen Blättern bereits besprochen ist (2. Jahrgang, S. 20), den Hiobsgedanken wieder aufgegriffen. Salomon Freudheim, ein russischer Zigarettenmacher, steht an dem Maffengrab, in das die Cholera seine ganze Familie hineinaefegt hat. Nur sein Jaköbchen ist ihm geblieben, ein schwacher kränklicher Knabe, an den sich seines Vaters Lebenshoffnungen wie an einem Strohhalm klammern. Aber die Hoffnungen trügen, bald liegt auch das Jaköbchen draußen, doch hat er es besser als Mutter und Geschwister, er bekommt ein „sauberes, einzelnes Grab". Unter den Schulbüchern des Knaben findet Freudheim die Biblische Geschichte und liest darin vom Hiob. Das ist die Brücke, über die die Verfafferin die Verbindung mit dem Urgedanken Herstellen wollte. Das wäre nicht nötig gewesen, denn Freudheim ist ein frommer Mann, der nicht wie ein moderner Romanheld in die Welt hinausstürmt und sich ein neues Leben auf neuer Basis aufbaut, seine Lebensanschauung wurzelt in der Geschichte seiner Väter, sein Lebensglück kann nur innerhalb einer Familie begründet werden, die ihm das wiedergibt, was ihm mit der früheren verloren gegangen istso mußte er sich des alten Hiob erinnern, auch wenn er das biblische Geschichtsbuch seines Jaköbchen nicht gefunden hätte. Er gab das Zigarettenmachen auf und trat bei seinem Freunde Mandelblut ein, in dessen Geschäft er sich einen Gehrock zur Beerdigung des kleinen Jakob geliehen hatte. Erst wurde er junger Mann, seine Gewandtheit machte ihn aber bald zum Teilhaber. Draußen vor dem Städtchen baute er sich ein Haus, dann ging Kur unserer Zel-poft-vriefmappe.*) G. K. Letzte Grüße. Zwei anläßlich des Gottesdienstes am Bersöhnungsfeste versammelte K. C er senden ihrem lieben Verband treu-kartellbrüderliche Grüße. San.-Unteroff. Erich Friedländer (Ghib., Sprev.) Gefr. Felix Cahn (Lic.) Lieber Alter Herr! Mein lieber Bb. Wolff und ich sitzen hier in B. in Wolffs Bude und tauschen Heidelberger Erinnerungen aus und wünschen, daß wir mit allen unfern lieben Freunden bald wieder dort ein frohes Wiedersehen feiern können. Sonntagnachmittag in.ist ja auch nicht zu verachten, fast so schön wie in Menzers Weinstube in Neckargemünd. Viele herzliche Grüße Dein Siegfried Rosenthal lBav.) *) Au8 Raummangel mutzten auch dieses Mal wieder eine Anzahl bereits gesetzter Feldpostbriefe zuruckgestellt werden. . (Die Schriftleitung.- er „auf Beschau" und heiratete. Und wieder nannte er seinen ersten Sohn „Rüben, den Erstgeborenen". So war bei ihm das Glück wieder eingekehrt, genau wie beim Hiob. Salomon Freudheim ist der alte Hiob. Den Mangel an eigener Erfindungsgabe hebt aber die schöpferische Gestaltungskraft und die wahrhaftige Milieuschilderung, die uns die Erzählung miterleben läßt, wenn wir sie lesen. Darin liegt auch neben der Anmut der Erzählung die Hauptbedeutung des Buches, und darum sollte es auch jeder lesen, der jüdische Milieuschilderungen lieht, Sewald Jaffe. Mit dem Auto an der Front. Von Anton Fenbrich. Franckh'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. Preis geheftet M. 1.—, gebunden M. 1.60. Eine wertvolle Bereicherung unserer Kriegsliteratur bietet das kürzlich erschienene Skhristchen von Anton Fendrich. In fesselnder Weise, ohne jede Uebertreibung, schildert der Verfasser die Eindrücke, die er auf seiner im April dieses Jahres unternommenen Reise an die Westfront gewonnen hat. Ans den Darbietungen Fendrichs, eines Mannes, der in politischer Beziehung auf der äußersten Linken steht und dessen Beobachtungen daher besonders bemerkenswert sind, strömt dem Leser ein starker Hauch der Begeisterung entgegen ob der Heldentaten unserer tapferen Krieger. „Der Krieg hat sie alle geheiligt, unsere wackern Kämpfer." „Alle sind sie von dem Gedanken beseelt: Die Natton will leben, mag auch der einzelne darüber sterben." Außerordentlich packend ist das Kapitel: „Die Schaffer", in dem der Verfasser deutscher Arbeit und deutschem Geist herrliche Worte der Bewunderung zollt. Auch Kaiser und Kanzler haben Fendrich, dessen Schrift: „Der Krieg und die Sozialdemokratte" ihre Aufmerksamkeit erregt hat, empfangen. Voll Wärme schildert er, wie beide ihm entgegengetreten sind als echtdeutsche Männer, beide beseelt von dem festen Willen, die Wünsche aller Parteien soweit zu erfüllen, wie es allein in Deutschland, dem „Lande der Seelenliebe und dem Reiche der demokratischmonarchischen Synthese" möglich ist. Der Gesamtinhall des aus zwölf Kapiteln bestehenden Merkchens wird von jedem Deutschen mit Freude und Interesse gelesen werden, den Opttmisten wird es in seinen Hoffnungen auf einen glücklichen Ausgang des Krieges bestärken und den Schwarzseher und Miesmacher von seinen Sorgen und Befürchtungen befreien. K. A. Lieber Alter Herr! Unsere Freude kannst Du Dir kaum denken. Wir schwelgen in Erinnerungen an das schöne Heidelberg und die l. Bavaria. Dich hoffe ich so wohl, wie es uns beiden geht. Viele herzliche Grütze Dein tr. Bb. Paul Wolff (Bav.) Lieber Alter Herr! Briefe aus der Heimat haben für uns hier im Felde den größten Reizsie sind es nämlich, die die Verbindung mit der Heimat aufrecht erhalten, die uns lehren, daß zu Hause die Freunde und Bekannten mit Liebe an einen gedenken, und die einen schließlich anfeuern, seine volle Kraft einzusetzen, um sich der Liebe wert zu machen! So hat mich denn Ihr so lieber, langer Brief mit größter Freude erfüllthaben Sie nebst Ihrer werten Frau Gemahlin innigsten Dank für Ihre intereffanten Ausführungen sowie für das übersandte Paket Schokolade. Von Bundes- oder Kartellbrüdern habe icy bis jetzt nur von unserem l. A. H. vr. Hahn gehört, der mrch mit einer Karte erfreute, und unfern Kb. Guckenheimer (Ghib.) getroffen, der bei den .. . steht. Noch in der Garnison hörte ich vom frühen Heldentod unseres

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