KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1914-1915
- Issue
- Heft 6 (Juli 1915)
- Date
- 1915-07-01
- Page
- Seite 459 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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459 einer Verschlechterung der Luge der Juden de-! merkbar gemacht. „Die wütendstell Nevanchehetzer! u»ld Vorkämpfer der russischen Freundschaft sind in Frankreich auch die wüstesten Judenhetzer.! Mit dem von Frankreich geborgten Gelbe fütterte die russische Diplomatie die pariser Presse bis hinauf zunl ,Temps^. Die Haltung der großen Pariser Blätter lvährend des BeiliSprvzesses rvar sehr merklvürdig und grundverschieden von jener lvährend des Blutprozesses in Xanten (1892). Der,Tenlps^ lveigerte sich, den das Blutnlürchen verdaulmenden Brief des französischen Bischofs Duchesne an einen jüdischen Freund zu publizieren mit der zynischen Begründung, daß er die rllssische Subvention von einigen hunderttallselld Franks jährlich nicht einbüßen wolle. In Frankreich selber ist es bei der verschwindenden Allzahl der Juden technisch unniöglich, Pogrome zu veranstaltell. Dafür hält man sich an deuJuden in Algier schadlos, wo regelrechteDrangsalierungen und Pogrome abgehalten werden." „Und in Englands Im Sommer 1911 wurde in Südlvales ein richtiges Pogrom nach russischem Muster veranstaltet, und es ist festgestellt worden, daß dies durch russische Agenten mit russischem Geld gemacht worden war. Die ,Times^ ist seit der Intimität mit Rußland nichts als die englische Ausgabe des ,Nvwoje Wremja*, nur ist letzteres Blatt roher und gemeiner im Ton, und es ist ein offenkundiges Geheimnis, daß sie aus derselben Quelle gespeist lvird, wie ihr Pariser Namensvetter. Das Gleiche gilt von den anderen Blättern desselben Konzerns) auch unter den englischen Intellektuellen macht sich eine antisemitische Strömung geltend, die in gehässigen Büchern und Schriften sich austobt und für die nächste Zeit nichts Gutes ahnen läßt." Siegt dagegen Deutschland, so wird das Schicksal der Juden sich zum Guten wenden. Dieses Land, das es verschmäht hat, mit Lüge und Verleumdung seinen Gegnern gegenüberzlltreten, aus dessen Seele kein Schrei wilden Hasses und geschwollenen Neides gedrungen ist, birgt einen unendlich rvertvollen Kern in sich. „Wir^ brauchen nicht blind zu sein gegen seine Fehler und Gebrechen, noch die Mißgriffe und Irrwege seiner Regierung zu beschönigett. Aber Fehler und Gebrechen sind dazu da, durch immerwährende Selbsterziehung überwunden .und in Tugenden und Vorzüge verwandelt zu werden) Regierungen vergehen, was bleibt, ist das Volk und der große Segen, der über die ganze Welt von ihm ausgegangen ist und ausgehen wird." Die Abhandlung Binjamin Segels hat außerordentliches Aufsehen erregt.*) Sie verdankt ihre Verbreitung nicht zum mindesten der lebendigen, aus dem Herzen quellenden, teilweise hinreißenden Sprache des Verfassers. Gs mag zugegeben werden, daß' der Inhalt manches birgt, was einer strengen Kritik nicht standhalten kann, daß vor allem die Stellung der Juden in Deutschland mitunter allzu rosig geschildert wird. Aber es würde kleinlich sein, Einzelheiten zu rügen, wenn der Grundgedanke sv vollendet — das dürfen wir ohne Üebertreibung sagen — wiedergegeben ist. Möchten doch die Juden der feindlichen Länder, möchten doch die Juden Amerikas lernen aus diesen Worten, die gesprochen werden von einem Manne, in dessen Seele noch widerhallen die Schmerzensschreie seiner Heimatsgenoffen, die unter der Knute des Zarismus verbluten mußten! Als ein Fremder ist Segel nach Deutschland gekommen, vorurteilsfrei konnte er seine Beobachtungen anstellen, um so höher ist daher das Bekenntnis zu bewerten, das aus jeder Zeile uns entgegenklingt, daß Deutschland als Kulturstaat seine Gegner weit, weit überragt. Nur der Sieg Deutschlands kann eine Quelle des Glücks für die Juden aller Länder werden. Dr. Kurt Alexander. _ (Badeniae-Bavariae, Rheno-Silesiae) *) Es sei darauf hingewiesen, daß die Zentralstelle für Auslandsdienst bittet, für einen möglichst ausgedehnten Vertrieb der Broschüre in das neutrale Ausland zu sorgen. Jeder K.C.er, der irgendwelche Bekannten im neutralen Ausland hat, wird gebeten, diese Adresse der Schristleitung mitzuteilen, die dann für die Zusendung der Schrift Sorge tragen wird. Verbands-Nachrichten. Die Verwaltung der K.C.-Kasfe hat nunmehr Rechtsanwalt Dr. Sewald Jaffe, Düsseldorf, Blücherstraße 69, übernommen. Zahlungen an die K. C.-Kafse sind nur durch Postscheckkonto Cöln 23487 zu erledigen. A. H.-B. Spreoia. Am 26. Juni veranstaltete der Provinzialverband Brandenburgischer K. C.er gemeinschaftlich mit dem Alten Herrenbund „Sprevia" eine Zusammenkunft im Kaiser-Pavillon zu Wannsee. Bei schönstem Wetter fanden sich etwa 60 Personen, insbesondere auch Frauen, Eltern und andere Angehörige der im Felde befindlichen Berbandsbrüder ein. Wir verbrachten den Abend im Freien. Die rege Unterhaltung betraf natürlich hauptsächlich die im Felde befindlichen Berbandsbrüder, an die auch zahlreiche Kartengrüße zur Absendung gelangten. Thuringia. Kurz nach Beginn des zweiten Halbsemesters wurden durch den Eintritt des bisherigen ersten Chargierten Ernst Kaiser in das Heer wiederum neue Chargenwahlen nöttg. Diese hatten folgendes Ergebnis: HerbertZimmt x, xxx K.W.,Z.W., Ludwig Begach x X S. W., Ernst Moses - F. M. f. C. u. T.