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KC-Blätter · 1915-07-01 · Heft 6 (Juli 1915) · p. Seite 438

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Journal
KC-Blätter
Volume
1914-1915
Issue
Heft 6 (Juli 1915)
Date
1915-07-01
Page
Seite 438 (sequence 15)
Language
German
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438 Metz, 1V. 5.15. Lieber Mainzer! Drei Licaren, die sich in Deutschlands westlichster Festung an den Feiertagen getroffen habe,! und nun fröhlich beisammen sitzen, Srußen Dich und in Dir de», ganzen K.C. recht herzchst Dein tr. Kehr (Sic.) Ernst Oppenheimer (Sic.) Max Strauß (Sie.) F. Wallersteiner (Bruder von Sic.) 3. 7. 1915. Lieber Mainzer! Aus unserm Biwak am Dnjester, an dessen Wassern »vir den reichen Staub der Landstraßen abspiilen und uns kostenlose Seebadfreuden verschaffen, herzliche Grüße! ES geht mit Macht vorwärts und wir sind sehr froh darüber. — Galizien ist iveit besser als sein Ruf, auch von den Russen, die sich hier als dauernde Herren fühlten, gar nicht so arg mitgenommen. Wenn nur unsere galizischen Glaubensbrüder nicht so Furchtbares hätten erdulden müssen! — Viele Grüße auch Deiner Gattin. In Treue Dein David Krombach. Feuerstellung, 6.8.15. Lieber Mainzer! Mein auch so schon stark beunruhigtes Gewissen ist infolge Deines Schreibens ganz aus der Fassung gebracht, und so will ich denn endlich ein Lebenszeichen geben. Ich liege nunmehr bald 5 Monate in derselben Stellung. Große Ereignisse haben ja seit der Winterschlacht nicht mehr stattgefunden und es ging mir bisher auch recht gut, als mich gestern doch ein Granatsplitter an der Stirn streifte. Ich habe kolossales Glück gehabt. Es scheint ganz unbedeutend zu sein und ich mache auch weiter Dienst. Infolge des Adreßbuchs habe ich auch entdeckt, daß Kb. Leutnant Otto Levy zu meiner Division gehört. Wir werdenversuchen, uns nächstens zu treffen. Für die regelmäßige Zusendung der K. C.-Blätter besten Dank. Es war bisher die einzige Möglichkeit, etwas über die K. C.er zu erfahren. Mit Lorenz Lehmann war ich vor einem Jahr noch häufig in B. zusammen und weiß, was der K. C. an ihm verloren hat. Mit herzlichem Gxuß Dein Karl Kurnik (Bav.) 9. 8 15. Lieber Mainzer! Ich habe Kb. Levy hier richtig entdeckt und mich sehr darüber gefreut, zumal da es für mich die 1. K.C.-Begegnung im Felde war. Natürlich unterlassen wir es nicht, von diesem freudigen Ereignis sogleich Dir und dem gesamten K. C. Mitteilung zu machen. Meinen Brief hast Du doch erhalten? Herzliche Grüße Dir und allen Bekannten Dein Karl Kurnik. Zu einem K. C.-Stammtisch langts noch nicht! Lieber Kbr.! Es würde wohl zu einem Stammtisch langen, aber Kb. Kurnik hat statt Durst einen regelrechten Champagne-Later mitgebracht. Er säuft Wasser!!! Trotzdem große Freude in Israel über die Begegnung. Biele Grütze Ihr Kb. Levy (Rhenosil., Spr.) Lieber Herr Kartellbruder! Zwei von den drei K. C ern der ... bayrischen Division (der dritte ist crmd. med. Maier aus Berlin) freuen'sich gemeinschaftlich der eben erhaltenen K. C.-Blätter Mär^—April im fernen Galizien. Beste Grüße Ihnen sowie allen Bekannten _ Ihr Wilhelm Hertz. Der Zufall, der hier einen K. C.-Abend herbeigeführt hat, ist wirklich schön. Der Krieg ist gar nicht so hart, wie man ihn am Tage sich denkt. Ergebene Grütze an Sie und alle Kbr. Kbr. Leo Lauter. Sehr geehrter Herr Kartellbruder! 3 Bundesbrüder, die schon 3'/, Monate zusammenlagen, sind hinter den Russen her, treffen sich in einer russischen Festung und grüßen Sie, sowie alle Kbr. und Bdor. des In- und Auslandes herzlich. Es gibt auch in R... Alkohol. Darmn kräftigen Zutrunk. Leo Lauter (Ghib., Frib.-Kgb.) 5. 7. 15. Lieber Kurt! Du hast in Deinem letzten Briefe gewünscht, daß ich Dir von «reinen Erlebnissen als Trainsoldat in Feindesland erzählen soll. Leider kann ich diesen Wunsch nur in ganz geringen» Maße erfüllen. Denn was sollen »vir, der Front ziernlich fern, daz»» in festen Quartieren mit täglich derselben Beschäftigung, zu berichten haben? Ich führe rnehr ein still, vergnügtes Genießerleben nrit den Freuden und Reizen des Landsommers, der genau so heiß »vie der deutsche ist und diese»« in »»ichts nächstes Große Eindrücke zu sarnmeln und sie zu anschaulichen, lebendigen Schilde, rungen zu gestalten, »vie man sie zu»veilen in den K. C.. Blättern, auf deren letzte Ausgabe ich mit Sehnsucht und Spannung warte, ist mir also nicht vergönnt. Wohl nehme ich mit dem Herzen von Zeit zu Zeit hübsche Augenblicksbilder auf, kleine Idylle in Feindesland, die z»var bescheiden, aber doch von dein Geiste des Großen, Ganzen erfüllt sind. So fuhr ich a»n gestrigen Sonntage von der kleinen Stadt an der A ..., in der ich einkaufe, zürn Quartier unserer Kolonne. Ueber eine große, breite Heerstraße. Ein Auto jagte hinter dem anderen her, Staubwolke auf Staubwolke, ein ohrenbetäubendes Getute der Hupen. Bon der reizvollen Ardennenland, schaft, die irn tiefen Abendfrieden dalag, keine Sprrr zu sehen. Endlich ließ der Lärm nach, ich hörte auf einmal wohlklingendere Laute als die der scheußlichen Trom. peten und folgte anderen Radfahrern nach, die wohl auch Sehnsucht nach edlerer Musik ernpfanden. Da kamen wir auf einen kleinen Dorfplatz. Eine Menge Soldaten bildete hier einen Kreis um eine Kapelle von einigen Artilleristen, die mit Hingabe und Liebe patriotische Lieder spielen. Einfach, ergreifend! „Deutschland, Deutschland über alles", „Ich hatt' einen Kameraden", einen schneidigen feurigen Armeemarsch, die „Wacht am Rhein", kurz, immer spielten sie. Im ganzen Umkreis andäch. tiges Lauschen; Sonntagsstimmung im Dorfe. Zuletzt erklang die schlichte Volksweise: „Muß i denn, muß i denn zu»n Städtle hinaus." Den Anfang des Liedes bliesen sie voll Wehmut; unwillkürlich schaute einer den anderen an: Heimatsehnsucht. Des Liedes Ende von der Wiederkehr aber erklang voll freudiger Hoffnung, und alle summten leise mit. Da fuhren wir weiter; einer sagte zu mir: „Doch schön, nicht war Kamerad; da wird man ordentlich gerührt." Das dachte ich auch. — Zn unserem Dorfe haben wir auch ein paar lustige Musikanten. Die spielen auch den ganzen Tag. Ja, siehst Du, das sind niedliche kleine Geschichten, die eben keinen Einspruch auf Erhabenheit machen können. Dorf, idylle, mehr nicht! Herzliche Grüße, auch für Deine werten Eltern von Deinem tr. ergebenen Freund »md Bundesbruder Alfred Levi (Rh -Sil.) 13.5.15. Lieber Kartellbruder! Zu meiner großen Sreude habe ich heute die neueste Nummer der K.C.- lätter erhallen, das einzige, was uns hier noch mit dem K. C. in Verbindung hält. Denn von den einzelnen Kartellbrüdern hört man nur sehr wenig. Schmerz, voll berührt mich jedesmal die Nachricht, daß wieder mehrere Verbandsbrüder den Heldentod gestorben sind. Dieses Mal auch unser lieber Nippes. Neues vom Felde kann ich nicht berichten, als daß es, seitdem unser Regiment hier ist, auch hier sehr ruhig geworden ist. Ich bin soeben zum Brzefeldwebel erna»mt worden. Eme Stufe also näher zum Feldmarschall. Mit herzlichen Grüßen Ihr Kb. Dr. Otto Levy (Sprev., Rh.-Sil.)

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