KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1914-1915
- Issue
- Heft 6 (Juli 1915)
- Date
- 1915-07-01
- Page
- Seite 433 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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433 hier aus können auch die Richtlinien für die Ortsausschüsse bezogen werden. Der Versand der von Kunstmaler C. Rave, Berlin, entworfenen wirkungsvoller, Mitgliedskarte erfolgt in etwa 14 Tagen Inzwischen »verden weitere Mitgliedsanmeldungen entgegengenommen. Die Geschäftsstelle des Akademischen HilfsbundeS befindet sich Berlin SW. 68, Lindeuftraße 1H- Hilfswerk für kriegsgefangene Studenten. Säntttiche schweizerischen Hochschulen haben jetzt das von der Hochschule Lausanne angeregte Hilfswerk zugunsten kriegsgefangener Studenten begründet. Dem Zentralausschnß in Lausanne, der die Geschäftsleitung besorgt, stehen die Komitees der einzelnen Hochschulen zur Seite, deren jedes die Fürsorge für bestin,mte Gefangenenlager übernimmt. An Hand von Listen werden Erkundigungen über die Bedürfnisse der kriegsgefangenen Akademiker eingezogen. Aufrufe der verschiedenen Komitees bitten die Schweizer Hochschulkreise und das weitere Publikum um Unterstützung des Hilfswerks. Besonders wissenschaftliche Bücher und Zeitschriften, sowie Abonnements auf Zeitschriften, doch auch Kleider, Nahrungsmittel und Geldbeiträge sind erwünscht. Ein poetisches Kriegsgedenkbuch der deutschen Hochschulen. Eine Auslese aus der Kriegsdichtung der Zeit, soweit sie ihren Ursprung in der deutschen und deutschösterreichischen akademischen Jugend — einschließlich der begeisterungsfähigen Alten Herren — hat, beabsichtigt der Verlag von Moritz Schauenburg in Lahr, bei dem auch das bekannte Lahrer Kommersbuch erscheint, herauszugeben. Die neue Publikation ist, vorläufig wenigstens, nicht als Ergänzungsband zum Kommersbuch gedacht, sondern als selbständiges zeitgeschichtliches Erinnerungsbuch, zu dem es gilt, zunächst die geeignete Auswahl ans der fast unübersehbaren Fülle des vorhandenen Materials zu treffen. Dieser Mühewaltung wird sich Prof. 1)>. Eduard Heyck unterziehen, der, seit zwanzig Jahren Herausgeber des Lahrer Kommersbuches, durch seine nahen Beziehungen zu studentischen Kreisen für diese gewiß nicht leichte Aufgabe vorzugsweise berufen erscheint. ' In einem Aufruf kündigt die genannte Verlagsbuchhandlung die geplante Sammlung an und ersucht, geeignet erscheinende Zeitgedichte, sowohl bereits gedruckte wie handschriftliche, zur Prüfung an sie einzusenden. Doktorpromotion nach dem Tode. Der Unterrichtsulinister hat sich den preußischen Universitäten gegenüber dahin ausgesprochen, daß er gegen eine Doktorpromotion nach dem Tode nichts eknzuwenden habe. Es handelt sich dabei um Kandidaten, die alle Voraussetzungen der Promotion erfüllt haben, dann aber irr, Felde gefallen oder ihrer Wunden erlegen sind. Die Fakultäten sind ermächtigt worden, in Fällen dieser Art Erleichterungen bei der Drucklegung der Differtation zu bewilligen, sie können auch von der Drucklegung ganz absehen. Die uiedizinische Fakultät kann von dem Nachweis der Approbation als Arzt Abstand nehmen. Das Diplom, in dem zum Ausdruck gebracht werden soll, daß es sich u,n die Ehrung eines im Felde Gefallenen handelt, wird den Angehörigen zugesandt. — Auch nichtpreußische Universitäten ehren in gleicher Weise das Andenken der Im Kriege gefallenen Doktoranden. Das Diplom, das z. B. die philosophische Fakultät an der Universität Heidelberg ausfertigt, ist dein „Gedächtnis ehrenhaften Lebens und ruhmvollen Todes geweiht." Erleichterte Zulaffung zur ärztlichen Prüfung in Preußen. Eine Erlerchterung der ärztlichen Prüfung in Preußen bezweckt eine Vereinbarung der zuständigen Zentralbehörden Nach derselben können Kandidaten der Medizin schon umnittelbar nach Empfang des Universitätsabgangszeugniffes sich, zur ärztlichen Prüfung melden, rvenn sie mit Ablauf des Sommerhalbjahres 1915 mindestens ihr 1V. medizinisches Studienhalbjahr vollenden und irn übrigen alle Zulassungsbedingnngen ersülleil. Die Meldttngen werden dann sofort dem Minister des Inner»» vorgelegt. Neber die Zulaffung der Kandidaten zur Prüfung »vird in Berlin alsbald entschieden werden. Der Minister ist auch dainit einverstanden, wenn bic am PrüfungSorte anwesenden Prüflinge schon vor der vorgesehenen Zeit, d. h. vor Mitte Oktober, znr Prttf»»,»g angenoinmen »verden. Das gleiche gilt für die Kandidaten, die znm Kriegsdienste ei»»gezogen si»»d oder »varen und in der Folge zur ärzlichcn Prüfung z»»gelaffe»» »verden. Das praktische Jahr der Mediziner. Das Zcntralblatt für das dentsche Reich veröffentlicht eine Bekanntniachung, nach der die Ableistung des praktischen Jahres für die Kandidaten der Medizin, die die ärztliche Prüfung bestanden haben, wieder gefordert »vird Nur für die Kandidaten, die bereits z»»r ordentlichen ärztlichen Prüfung zugelaffen sind «nd sie noch in der laufenden Prüfungsperiode bestehe,», bleibt die Ausnahnre. Die Juristen im Kriege. Die deutsche Juristenzeit»»ng hat auf Grund aintlichen Materials berechnet, daß bis zun» 26. August 1064 deutsche Juristen und a»»s der Justiz hervorgegangene Reichsu»»d Berwaltungsbeamte iin Krieg gefallen sind. Die Kriegsbeteiligung der deutschen Studenten, n welch hohem Grade die Studentenschaft an dem »»»gen des deutschen Volkes gegen eine Welt von Feinden beteiligt ist, legt die nachstehende intereffante statistische Uebersicht dar. Der Besuch unserer Universitäten ist in» laufenden Kriegsjahr ein äußerst geringer Jnsgesmnt sind sie von 16950 Studierenden (12600 Männern und 4350 Frauen) besucht, gege»»über 57000 und 4280 iin Vorjahr Die einzelne»» Hochschulen »veisen irn Verhältnis zueinander und iin Vergleich mit den» Vorjahr einen ganz verschiedenen Besuch arrf, »vas sich aus nachstehender Gegenüberstellung ergibt: An der Universität Berlin befinden sich etwa 3000 Studierende (gegen 8538 im letzten Friedenssemester), in Bonn 1601 (4524), in München 1743 (6626), Leipzig hat 1413 Studierende (5359), Münster 848 (2169), Breslau 917 (2813), Güttingen 790 (2834), Halle 548 (2810), Heidelberg 708 (2668), Würzburg 402 (1605), Freiburg 467 (3178), Straßburg 519 (1959), Marburg 611 (2168), Tübingen 344 (2219) Frankfurt 713 (neu eröff»»et), Kiel 397 (1847), Erlangen 314 (1362), Jena 535 (2007), Greifswald 251 (1451), Gießen 368 (1440), Rostock 214 (1009) und Königsberg 442 (1543). Die neu eröffnete Universität Frankfurt steht demnach hinsichtlich der tatsächlichen Besucherzahl in ihrem zweiten Semester bereits an achter Stelle. J»n Verhältnis zur Zahl der eingeschriebenen Studierenden hat die schwäbische Landesuniversität Tübingen den größten Prozensatz, nämlich 85 Prozent, ins Feld gesandt. Freiburg ist mit 84,7 Prozent beteiligt, Kiel mit 83,9, Halle mit 78,2, Heidelberg »uit 75,7, München mit 74,5, Erlangen mit 73,5, Königsberg mit 73.4, Münster n»it 71,7, Breslau mit 71/5, Leipzig mit 71,2, Würzburg »nit 70,8, Gießen mit 70,6 und Frankfurt nur »nit 20,7 Prozent. Die Zahl der be»»rla»»bten Studierenden, d. h. derjenigen Komrnilitonen, die in vaterländischen Diensten (se» es in der Front, in der Garnison oder irn Sanitätsdienste) stehen, geben die Besuchsstatistiken auf insgesamt 36100 an. Daru,»ter befinden sich etrva 400 Frauen, meistens Medizi»»erinnen, die in der Krankenpflege tätig sind. Man wird aber die Zahl der Kriegsteilnehmer höher annehmen diirse»» weil im Laufe des Sommers noch viele von den zu Sernesterbeginn an»vesenden Studierenden in den Militärdienst eingetreten und anderseits den Hochfchulbehörden nicht alle militärisch verwendeten Studierenden bekannt