Mannheim
Compact Memory

KC-Blätter · 1915-05-01 · Heft 5 (Mai 1915) · p. Seite 401

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1914-1915
Issue
Heft 5 (Mai 1915)
Date
1915-05-01
Page
Seite 401 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2268830-2268887-2268893--1443-3523057
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

401 wir uns über die Erfolge, die auch wir Juden in diesem Kriege errungen zu haben scheinen. Und wenn die K-C.-Blätter wieder erscheinen, da wird uns mancher Schmerz, aber auch manche Freude erfüllen. Ein Vivat, Crescat, Floreat Bavaria! Elkan. E...., 3.4.15. Meine lieben Bundesbrüder! Heute erhielt ich die Mitteilungen der Sprevia vom Mär^ 1915, worüber ich mich ganz autzerordentlich gefreut habe. Ich habe nun leider bisher keine Gelegenheit gehabt, Euch alle kennen zu lernen; ja, ich mutz gestehen, ich kenne viele der jetzigen Aktiven gar nicht. Ich kenne hauptsächlich nur die Bundesbrüder, die gleiches Aktivitätsalter haben wie mein Bruder. Ich kann wohl sagen, ich bin ein „K. C.-Unikum". Denn ich bin bis jetzt noch nicht einmal immatrikuliert —, ich war nämlich bei Semesterbeginn am 15. Oktober bereits in Belgien. Ich habe keinen Leibburschen, bin aber doch jetzt schon Brander und nicht mehr krasser Fuchs. Solchen K. C.er wird es wohl überhaupt nicht oder nur sehr selten geben, und trotzdem fühle ich mich als ebenso guter Spreve, ebenso guter K. C.er, wie jeder andere Bundesbruder! Als Sekundaner war es bereits mein sehnlichster Wunsch, K. C.er zu werden. Und ich war stolz, als ich im August vorigen Jahres in die Sprevia ausgenommen wurde. Heute, am Karfreitag, habe ich Zeit zuut Nachdenken gehabt und in mir hat sich der Wunsch geregt, meinen neben Bundesbrüdern, die mich zum Teil nicht mal persönlich kennen, näherzutreten, wenn auch nur auf schriftlichem Wege. Ich hoffe, Ihr werdet mich nicht auslachen, sondern meinen Wunsch verstehen. Bisher habe ich meine ganze Aktivität auf dem Paukboden — des Vaterlandes nämlich — zugebracht, und ich glaube immer nach unserm Wahlspruch: „Furchtlos und treu" gehandelt zu haben. Bis zum Anfang Februar waren wir, nur mit Unterbrechung im Dezember, im Gefecht an der Front, bei Dixmuiden, Bixschoote, bei Langhemark und bei Schoorbakke. Jetzt liegen wir seit fast zwei Monaten als Armeereserve hinter der Front. Aber wir wünschen nichts mehr, als datz wir wieder ins Gefecht kommen, und datz es einen frisch-fröhlichen Versolgungskrieg gäbe, damit wir unsere Feinde endgültig schlagen könnten. Dann wäre der Krieg bald aus, und ich freue mich schon auf die schöne Zeit der wahren Aktivität in Eurem Kreise. Und darum ein Vivat, Oescat, Floreat unserm lieben Vaterlande, ein?ereat den - verdammten Engländern, Franzosen und Russen. Auf ein fröhliches Wiedersehen mit allen Bundesbrüdern Euer treuer Ernst Feilchenfeld (Spr.) G...., den 9.5.15. Lieber Mainzer! Für die Zusendung der K.C.-Blätter herzlichen Dank. Ich habe mich sehr darüber gefreut, endlich wieder mal ausführlich über die Bundes- und Kartellbrüder Bescheid zu erhalten und zu erfahren, was im K.C. vorgeht. Ich selbst bin ja wieder seit gestern in dem alten Nest G..., in dem wir schon den ganzen Winter zugebracht haben. Ende Februar hatten wir es verlassen, aber weit weg sind wir auch nicht gekommen, und jetzt stehen wir halt wieder hier. Zurzeit bin ich als Telephontst vom Regiment abkommandiert, jedenfalls solange die Batterie im Ort liegt. Es ist ein recht angenehmer Posten; ich wohne im Schlotz mit herrlicher Aussicht auf den Park mtd auf R.... Das Wetter ist wundervoll, alles grünt und blüht. Geschossen wird sehr wenig; man glaubt oft gar nicht, im Krieg zu sein, bis dann plötzlich wieder mal die Granaten heranzischen. Im allgemeinen aber ist es sehr ruhig, manchmal hört man den ganzen Tag keinen Schutz. Vorige Woche haben die Franzosen etwas weiter links angegrrsfen, doch in kürzester Zeit — eine halbe Stunde etwa — waren sie zurückgeschlagen. Von Bundesbrüdern habe ich wenig in der letzten Zeit gehört. Dr. Grünewald ist in Le C...., mcht mehr in St. Qu.... Ich hatte Nachricht von ihm. Für uns besteht vorerst scheinbar gar keine Aussicht, von hier wegzukommen. — Das Land ist hier durchwühlt und unterminiert, sodatz es sehr lange Zeit dauern wird, bis es mal wieder einen günstigen Ertrag liefert. Die Dörfer an der Front sind alle vernichtet, kaum datz Mauern und Keller noch stehen. . Sonst gibt es nicht viel Neues. Wie geht es in Frankfurt? Wie geht es Deiner werten Frau und Dir? Du hast sicher enorm viel zu tun. Latz, wenn möglich, mal was von Dir hören. Mit herzlichen Grützen Dein tr. Kb. Erich Guckenheimer (Gh.j Nordfrankreich, 1.5.15. Liebe Bundesbrüder! Zum 1. Mai gedenke ich ganz besonders herzlich Euer in der Ferne. Auch bei uns donnern feurige Salamander und krachen die „Silentium"schläge — aber aus ehernen Mäulern, vor denen wir verstummen müssen — zur Festesfeier. Doch trotz allem, der Mai ist gekommen, und schön ist die Welt; es lebe unser Deutschland und wer treu zu ihm hält. Herzlichen Grutz Euer Berthold Guthmann (Bav) CH..., 2.5. 15. Lieber Mainzer! 2 K. C.er, die sich in CH... getroffen haben, senden Dir herzliche Grütze. — Die K. C -Blätter lesen wir mit grossem Interesse. Paul Gutmann. 0r. Alfred Goldschmidt (Sic.) Lieber Mainzer! Zum drittenmal in Flandern, geht's immer noch gut. Wir senden vom ersten flandrischen Bierabend viele Grütze vr. Wüter Graetzer (Lic.) Kartellbrüderlichen Grutz Ernst Offenheimer (Biad.-Darm.) Mit herzlichen Grützen Philipp Bohffen (Lic.) Am Dunajec, den 12.4.15. Lieber Bundesbruder! Auch heute geht's mir Gott sei Dank noch gut, wenn auch die zweite Typhusimpfung mir einige Beschwerden machte. Die Impfung wird aufs genaueste kontrolliert, wie eben alles geordnet zugeht, als ob überhaupt kein Krieg wäre. Seit dem Ostervorabend liegen wir in Reserve in einem Dorfe, das nach längerer Zeit gestern von der russischen Artillerie mit Liebesgaben überhäuft wurde. Abgesehen von der in Brand geschossenen Dorfkirche entsprach der Erfolg kaum der verschwenderisch aufgewandten Munition. Sonst ist die Lage hier unverändert. Von Elkan erhalte ich fast täglich ein Lebenszeichen; aufsuchen habe ich ihn noch nicht können, trotzdem er in der Nähe ist. Seine Praxis blüht jedenfalls; auch unsere Leute müssen gegebenenfalls hin. Viele bundesbrüderliche Grütze Joseph Halle. Krakau, den 5.1.15. Lieber Bundesbruder! Am 1. Juni, morgens 4 Uhr, hat man mich leider autzer Betrieb gesetzt. Ein Schrapnell platzte in unmittelbarer Nähe vor mir, 2 Mann tot, 6 verwundet, darunter ich. Glücklicherweise verhältnismätzig leicht. Augenblicklich bin ich in diesem Hospital in Krakau mit tadelloser Pflege und denke bald in ein deutsches Lazarett zu kommen. Mit bundesbrüderlichen Grützen _ Dein Joseph Halle. 15.5.15. Lieber Mainzer! Vom ersten K.C.-Abend in der Polakei sendet die besten Grütze Hauser. Der lieben K. C.-Zeitung verdanken wir unser Zusanimensein. Heute erhielt ich den Sächsischen Albrechtsorden mit Schwertern. Dein Hauser.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.