KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1914-1915
- Issue
- Heft 5 (Mai 1915)
- Date
- 1915-05-01
- Page
- Seite 400 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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400 Mich hat's sehr gefreut, fast noch mehr aber das Wiedersehen mit Auerbach. Viele bundesbrüderliche Grütze. _ Ihr Dux. S...., den 2.6.15. Lieber Mainzer! Vom Besuch Gückenheimers bei seiner Fliegerkanone Hierselbst herzliche Grütze Dein tr. Kb. Erich Auerbach. Lieber Mainzer! Vorhin empfingen wir unfern Frankfurter Bürgermeister mit Salut, zugleich erschien unser lieber Kartellbruder. Ich habe mich sehr damit gefreut. Für heute herzlichen Grutz Dein tr. Kb. Erich Guckenheimer (Ghib.) W...., den 114.15. Lieber Mainzer! Endlich vereint unter vielen Umständen machen wir Dir die erfreuliche Mitteilung, datz uns das Bier noch tadellos schmeckt, wenn auch unsere Ansprüche an dasselbe wesentlich heruntergeschraubt sind. So wie es uns jetzt geht, kann der Krieg noch 100 Jahre dauern. Bundesbrüderliche Grütze Dein Di*. Hugo Bernhardt. Desgleichen l)r. Strauch. Libau, 21.5.15. Sehr geehrter Herr Kartellbruder! Hiermit gestatte ich mir, Ihnen aus dem schönen Libau einen herzlichen Gruß zu senden. Nachdem ich von meiner Verwundung und einem Darmleiden fast ganz wieder hergestellt war, bin ich als Chefarzt einer Sanitätskompagnie ins Feld geschickt worden. Wir marschierten nach Norden durch das ganz und gar deutsch anheimelnde Kurland bis einige Kilometer vor Libau, das sich mit einer kleinen Garnison nach geringer Kanonade übergab. Am 7. morgens zogen wir ein. Es ist eine saubere Stadt von etwa 8OOO0 Einwohnern: Deutschen, Juden, Ruffen, Letten, Litauern, liegt, reizend am Ostseestrande und dem langen Libauer See aus einer schmalen Landzunge. Der Handel ist sehr bedeutend und unsere Kriegsbeute daher ganz beträchtlich. Ich bin zum Garnisonarzt ernannt, Chefarzt des Lazaretts, der einzige Jude unter den 10 Offizieren des Stabes. Auch die hiesigen Juden zeigen den Einschlag deutscher Kultur deutlich) sie mauscheln weniger als die russischen Glaubensgenossen und sind sauberer. Ihre Lage ist traurig wie im übrigen Rußland. Werden sie doch für die Invasion verantwortlich gemacht und fürchten bei der Rückkehr der Russen Quälereien und Sibirien. Leider sind sie von der sehr sympathischen deutschen Bevölkerung geschieden durch ihre eigenvölkischen Anschauungen und die Ghettomanieren. Ich wohne in der schönsten Billa der Stadt, deren Besitzer, der jüdisch-zionistische Dumaabgeordnete l)r. phil. Katzenelsohn, in Petersburg lebt. Mit besten Wünschen Ihr sehr ergebener Prof. Theodor Cohn (Frib.-Kön.) P...., den 11. 5.15. Lieber Kartellbruder! Dieses Mal haben die K. C.-Blätter wieder einen grotzartigen Erfolg gehabt: Zum erstenmal während des Krieges habe ich K.C.er getroffen, und zwar gleich drei. Welche Freude ich empfinde, können Sie sich lebhaft vorstellen. Hoffentlich blewen wir länger zusammen, sodatz es uns möglich wird — wie im Westen — auch hier K.C.-Zusammenkünste abzuhalten. Persönliche Erlebnisse zu schildern, würde zu weit führen. Es ist ja immer dasselbe: Gewehrkugeln, Schrapnell- und Granatfeuer und gute Laune. Glück und Heil! Karteübrüderliche Grütze Hugo Ehrlich (Sprev, Frib.) Lieber Mainzer! Meinen ersten kurzen Bericht von hier wirst Du erhalten haben. Es geht mir weiter gut, zumal ich so häufig mit St. C.ern zusammenkomme. Biele Grütze Dir und Deiner lieben Frau Ernst Lindemeyer (Sic., Rh.-Sil.) Du siehst, lieber Mainzer, auch im Felde halten die K C.er fest und treu zusammen. Unsere Freude über das zufällige Zusammentreffen, das wir dem St. C.-Blatt verdanken, ist natürlich sehr groß. Es grüßt Dich herzlichst Henschke (Sprev.) Werter Herr Kartellbruder! Ich freue mich, gerade heute, wo ich die K C.-Blätter erhalten und mich über die vielen Nachrichten von Kartell- und Bundesbrüdern gefreut habe, im Kreise von K.C.ern ein paar nette Stunden verleben zu können. Ihnen sendet aus dein finsteren Polen herzliche Grütze Ihr ergebener Kb. _ Bruno Feilchenfeld. B., 10. 8. 15. Meine lieben Bundesbrüder! Meinen letzten Brief habt Ihr mit einer sehr lieben Karte bald beantwortet, und freute ich mich. Euch in solch guter Sttmmung und Verfaffung zu wissen. Leider hat der Krieg, wie ich aus den K. C.-Blättern ersah, schon mehrere unserer gleichgesinnten Kämpfer fortgeriffen, und sie sind mit Heldenmut gefallen. Den Tod von Fritz Baum erfuhr ich durch einen Kölner Arzt, der mir einen Zeitungsausschnitt der Kölnischen Zeitung, die Baum einen warmen Nachruf widmete, zeigte. Mein 5semestriges Studium hatte ich mit ihm in Heidelberg durchgemacht) er war ein Recke als Student und ist, trotz kleiner menschlicher Schwächen, als solcher gefallen, als Musterheld für jeden. Ihm hätte ich gern das letzte Geleit gegeben. In meinem letzten Brief schrieb ich Euch, daß wir nach Westgalizien gekommen wären. Die Aufgabe unserer Division war, den Feind von der Umgebung K.'s abzuhalten und in die Ausläufer der Karpathen, die Beskiden, vorzurücken. Wir machten auch Eilmärsche durch die verschneite Gebirgslandschaft, hauptsächlich nachts, um von Fliegern möglichst nicht beobachtet zu werden. Bei L... entspann sich dann ein heißer Kampf. Unsere Division stand einer sechsfachen Uebermacht entgegen. Unser Feldlazarett wurde damals gleichzeitig Hauptverbandplatz und lag in einer Kirche, die durch eine kleine Anhöhe etwas geschützt war. Innerhalb 10 Tagen passierten 4000 Verwundete das Lazarett, und könnt Ihr Euch vorstellen, was da geleistet worden ist. Die Stratzen lagen sämtlich unter Feuer, es gab kein Vor und kein Zurück mehr. Nut dem Heldenmut unserer braven Soldaten ist es zu verdanken, daß die Sturmangriffe des Feindes jedesmal im Feuer unter schwersten Verlusten zusammenbrachen. Sie konnten sich halten, bis österreichischerseits von der Flanke her Verstärkungen gemeldet wurden. Die Russen mutzten sich schleunigst zurückziehen und flohen gleich 60 Km. Das war Mitte Dezember. Meine Beschäftigung während dieser Zeit war Assistieren im Operationssaal) und dann hatte ich eine Anzahl von Kieferschüffen in Behandlung, die unfern Divisionsarzt besonders interessierten und für deren glückliche Durchführung, soweit es sich hinter der Front machen ließ, er mir höchste Anerkennung zollte. Damals wurde eine vollständige zahnärztliche Ausrüstung angeschafft und ich zum Zahnarzt der ... Reserve-Division gestempelt unter der Einreichung zum Feldzahnarzt. Wir liegen seit dieser Zeit am Dunajec und warten das Vordringen der Karpathenarmee ab. Bei diesem Posittonskrieg haben die Leute Zeit, sich ihre Zähne zwischendurch plombieren zu laffen, und so habe ich denn in den 21/„ Monaten ca. 500 Patienten bereits behandelt. Inzwischen bin ich Vizefeldwebel geworden. Ich habe ein gutes Leben, da mir die Division, zu deren Stab ich abkommandiert bin, in jeder Weise und mit jedweder Bequemlichkeit entgegenkommt. Leider ist hier bisher kein K.C.er zu ermitteln gewesen, trotzdem die Division sich zum größten Teil aus Rheinländern und Westfalen zusammensetzt. Ein Bruder von mir, auch aus Düsseldorf, weilt ebenfalls im Osten als Vizewachtmeister bei der Artillerie. Er ist zum Leutnant eingereicht und von seinem Major als Adjutant erbeten worden. Freuen