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KC-Blätter · 1915-05-01 · Heft 5 (Mai 1915) · p. Seite 398

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1914-1915
Issue
Heft 5 (Mai 1915)
Date
1915-05-01
Page
Seite 398 (sequence 16)
Language
German
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398 aus unserer 5elopoft-vriesmappe.*) trübes Wetter, die eisernen Ostereier fliegen ziemlich lebhaft hin und her. Den Ostermontag und die 2 darauffolgenden Tage habe ich das Vergnügen, direkt int Schützengraben zu verbringen. Und wo das ist? Du wirst es kaum verstehen können: wir liegen hier seit Anfang Dezember auf demselben Fleck. Das nennt man „Weltkrieg". — Ich höre von den Bundesbrttdern recht wenig. Es grützt Dich herzlichst Dein Jaeobsohn. 19. April 1915. Mein lieber Speier! So, jetzt komnie ich auch dazu, Dir eintnal etwas mehr als die gewöhnlichen Kartengrütze zu schreiben und zugleich auch mein Versprechen, mich im Bilde bei Dir vorzustellen, zu erfüllen. Wir leben jetzt hierin bewegten Zeiten und bewegtere werden wohl noch folgen. Es kommen wieder mal die Tage, an denen man für seine liebe Haut keinen Heller geben würde. Na, schadet nichts; mein Glück, das ich so lange gehabt habe, wird mich hoffentlich nicht verlaffen. Wir haben hier in unserer Stellung einen äutzerst intereffanten Punkt: wir liegen uns da auf 15 Meter mit den Herren Franzosen gegenüber. Das kleine Häuflein von Bundesbrüdern in Freiburg wird ja jetzt so zusamntengeschmolzen sein, datz unsere liebe Verbindung suspendiert werden wird oder schon ist. Nun, hettte ist das ja eine Ehre, datz wir so viele Leute zutn Kampf fürs Vaterland hinausgeschickt haben. Aus meinen Verwandtenkreisen habe ich auch schon eine ganze Reihe von lieben Kerlen verloren. Aber jetzt darf der Schmerz nicht grotz sein. Später wird man erst die klaffenden Lücken fühlen. In der Hoffnung, datz es Dir recht gut geht, grützt Dich herzlichst Dein Jaeobsohn. Letzte Grütze. 13. Februar 15. Lieber Alter Herr! Das war eine Freude für mich, als ich vorige Woche Deinen Brief erhielt. Du mutzt vielmals entschuldigen, daß Du erst auf den» Wege durch die Verbindung etwas von mir erfahren hast, aber da d rauhen hat man zu wenig Gedanken zum Schreiben Jetzt bin ich schon seit Anfang Dezember wieder in Deutschland, nachdem ich mich (televhonisch) 2 Monate lang mit den Russen herumgeschlagen hatte. - Aber ick wünsche schon wieder, drautzen zu sein. Doch habe ich wenig Aussicht, überhaupt noch einmal ins Feld herauszukommen. Ich bin nämlich vom Arzt für garnisondienstfähig erklärt worden, und so bringe ich den ganzen Tag auf dem Bureau zu. O temporal Wie schön wäre es jetzt in Freiburg. Als ich aus deni Felde zurückkani, erhielt ich auch u. a. die Nachricht vom Tode Adolf Levys. Wie mich das berührte, kannst Du Dir gar nicht denken. Durch ihn war ich zur Verbindung gekommen, mit chm hatte ich mein schönstes erstes Semester in Freiburg verbracht, mit ihm war ich oft im zweiten Semester in Berlin oder bei chm in Potsdam zusammen gewesen, und ich durste mich vieler freundschaftlicher Beweise von seiner Seite rühmen. Es ist zu traurig. Melleicht sehen wir uns mal? Wann und wo ist mir vorläufig noch unklar. — Grütze mir bitte mein liebes Freiburg und sei selbst aufs herzlichste gegrüßt von Deinem tr. Bb. Frankenbach. W ..., 31. 3.15. Lieber Speier! Mit Deinem Brief vom 22. dieses Monats, sowie der Sendung von illustrierten Blättern hast Du mich sehr erfreut. Zum Lesen und Bilderbegucken hat man im Unterstand des Schützengrabens Mutze genug, wenigstens wenn man, wie in den letzten Tagen, nur dann und wann von Arttlleriefeuer belästigt wurde. Seit gestern abend sind wir nach einer Woche Schützengraben wieder im Quartter und setzen unseren äutzern Menschen vermittelst Seife, Wasser, Rasiermefier usw. instand. Gleich werden wir, zum 5. Male innerhalb der letzten Monate, geimpft. Wir werden auf diese Weife gegen so ziemlich alle Krankheiten, die es geben mag, gefeit; bloß gegen Granatsplitter gibt's anscheinend noch kein Präventivmittel. Herzlichst Dein Hellmuth Hellwitz. W..., den 17.5.15. Sehr geehrter Herr Kartellbruder! Ick teile Ihnen mit, datz ich gestern zum Leutnant d. R. befördert wurde, nachdem ich Anfang Januar Bizefeldwebel geworden war. — Wir stehen hier so ungefähr im Mittelpunkt der Joffreschen Frühjahrsoffensive und hatten in den letzten Tagen schwer zu kämpfen. Wir haben aber in unserem Brigadeabschnitt alle Angriffe trotz des tagelangen Trommelfeuers und großer Uebermacht des Gegners abgeschlagen und ihm schwere Verluste an Toten und Gefangenen zugefügt. — Mit der Äprilnummer der K.C.-Blätter, die ich vor einigen Tagen erhalten habe, habe ich mich sehr gefreut. Mit kartellbrüderlichem Grutz H. Hellwitz (Ghib.) R...., den 25.4.15. Lieber Alexander! Besten Dank für Deine liebenswürdige Karte. Datz Du nicht felddienstfähig bist, las ich mit Bedauern Aber tröste Dich. Auch Du erfüllst als arbeitüberladener Redakteur unserer K. C.-Blätter eine wichtige Funktion. Wie Du vielleicht weitzt, lagen wir fast 3 Monate im Priesterwalde, aus dem unsere Brigade vor etwa zwei Wochen hierher zurückgezogen wurde. Aber auch hier kommen wir neuerdings nicht mehr zur Ruhe. Ueber alle diese Sachen später einmal mündlich. Nur soviel, datz ich persönlich, von zwei leichten Kopfverletzungen abgesehen, mit größtem Dusel bis hierher durchgekommen bin, übrigens auch das Eiserne Kreuz trage. — Von K.C.ern stehe ich nur mit Alfred Alsberg, Mainzer und Karl Löwenstein im Briefverkehr. Zufällig traf ich auch vor einigen Wochen mit dem Unterarzt Oppenheimer (Lic.) in P.... und mit dem zu einer Feldbäckerei kommandierten Unteroffizier Baruch zusammen. Laffe bald, außer den K. C -Blättern, wieder was hören. Herzliche Grütze Dein Robert Kahn. Lieber Alexander! Ich hatte kaum diesen Kartenbrief geschrieben, als stärkstes französisches Artilleriefeuer einsetzte und u. a. mein Zimmerchen in einen Schutthaufen verwandelte, aus dem eben dieser Brief wieder ausgegraben wurde. Ich selbst befand mich im Keller. Nochmals Grüße Dein Robert Kahn. Ostersonntag, den 4. April 1915. Mein lieber Speier! Auf dem einsamen, zerschoffenen Verbandsplatz, wo mich gerade schon so oft Gaben von Dir erreichten, erhielt ich auch heute Deinen lieben Brief und die unterhaltende Lektüre. Meinen herzlichsten Dank! Schön sind hier gerade die Ostern nicht. Ein 4. 4.15. Lieber Paul! Für Deinen Brief sowie das schöne Buch herzlichen Dank. Das Buch konnte mir leider nicht mehr die Langeweile des Schützengrabens vertreiben, da unser Regiment inzwischen nach Lothringen gekommen ist. *) AuS Raummangel mußten auch dieses Mal wiederum sehr viele, VereitS gesetzte Feldpostbriefe für die nächste Nummer zurückgestellt werden. (Die Schristleitung.)

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