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KC-Blätter · 1915-05-01 · Heft 5 (Mai 1915) · p. Seite 393

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Journal
KC-Blätter
Volume
1914-1915
Issue
Heft 5 (Mai 1915)
Date
1915-05-01
Page
Seite 393 (sequence 11)
Language
German
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393 wendung der Mittel des Akademischen Hilfsbundes strengstens zu vermeiden ist. 6. Zu diesem Zwecke sollen der Vorstand und ein besonderer Arbeitsausschuß aus allen möglichen Berufen und Ortsgruppen sich zusammensetzen. Bei der Hauptstelle in Berlin sind Sachverständigen-Beiräte gebildet: Ausschuß für juristische Beratung und Jnvaliden-Militärrecht, Ausschuß für ärztliche Beratung, Ausschuß für Stellenvermittlung und Berufsberatung, Ausschuß für studentische Angelegenheiten und zur Mitgliederwerbung. Der Vorstand des Akademischen Hilfsbundes holt sich auch unmittelbar Gutachten von Sachverständigen ein. Wesentlich ist, daß bei. aller staatlichen Fürsorgetätigkeit, wo eine Berufsberatung in Frage kommt, der Vorstand dahin wirkt, daß für die akademischen Berufe der Akademische Hilfsbund zur Berufsberatung hinzugezogen wird, ihm Sitz und Stimme in gleichem Maße wie den Berufsgenossenschaften im allgemeinen eingeräumt wird, um schon bei der gesetzlichen Durchführung der Kriegsbeschädigtenfrage das besondere Interesse der akademischen Berufe wahrzunehmen. Zur Erreichung dieses Zieles ist bereits am 5. Mai eine Eingabe an den Reichstag gerichtet worden, in der um Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse der Akademiker bei der Neuregelung der Versorgung der kriegsbeschädigten Angehörigen des Heeres und der Marine gebeten wird. Es werden Ortsausschüsse in allen Hochschulstädten und sonstigen größeren Orten, wo ein Bedürfnis vorliegt, errichtet. Sie können sich zu Bezirks- und Landesausschüssen vereinigen. Bezirks- und Ortsausschüsse, von denen möglichst ein Mitglied dem Arbeitsausschuß angehören soll, haben die Anträge der k^egsbeschädigten Akademiker ihres Bezirkes zu prüfen und alles Wissenswerte zur Beurteilung des Falles festzustellen, auch die Interessen des Bittstellers bei kommunalen und Provinzialbehörden zu vertreten, die Vermittlung von Erholungsmöglichkeiten in Heilanstalten zu bewirken, den Arbeitsnachweis einzurichten, und die Bedürftigkeit klarzulegen. Es ist erforderlich, daß jedem Ortsausschuß ärztliche Berater angehören und für die einzelnen Berufe geeignete Vertrauensmänner hinzugerufen werden, falls diese nicht im Ortsausschuß vertreten sind. Mitglieder des Ortsausschusses sollen sein Angehörige aller studentischenVerbändeundVereine,freieStudenten und ehemalige Akademiker. Auch Gönner und Stifter aus anderen bürgerlichen Kreisen sind willkommen. Die Eckpfeiler des Gebäudes bilden die akademischen Verbände, die in großer Zahl dem Akademischen Hilfsbunde beigetreten sind (so auch der K. C.). Dem Ehrenausschuß sind eine große Anzahl hervorragender Persönlichkeiten beigetreten, z B. die Kultusminister der deutschen Staaten, die Präsidenten der Volksvertretungen, die Rektoren der Universitäten und zahlreiche Reichstags- und Landtagsabgeordneten. Ebenso gehören ihm die Vertreter der akademischen Verbände und die Herausgeber der akademischen Zeitungen an. Als Mitgliederbeitrag bezahlen Verbände von studentischen Korporationen, sowie Alte-Herren- Bereinigungen von Verbänden studentischer Korporationen einen einmaligen Beitrag von mindestens 1000 Mark oder einen jährlichen Beitrag von 200 Mark) Akademiker einen einmaligen Beitrag von mindestens 100 Mark oder, falls sie noch studieren, einen jährlichen Beitrag von mindestens 3 Mark, andernfalls mindestens 5 Mark) sonstige Gönner einen einmaligen Beitrag von mindestens 100 Mark oder einen jährlichen Beitrag von mindestens 5 Mark. Beiträge für den Akademischen Hilssbund sind an die Mitteldeutsche Kreditbank, Berlin 0 2, unter „Akademischer Hilfsbund E.V.", Postscheckamt Berlin NW. 7, Konto-Nr. 447 einzusenden. Alle Akademiker werden die Neugründung freudig begrüßen und ihren idealen Zielen vollen Erfolg wünschen. Akademische und Allgemeine Nachrichten. Die Hundertjahrfeier der deutschen Burschenschaft. Im Kaisersaal des Zoologischen Gartens waren am 12. Juni zur hundertjährigen Gedenkfeier der Gründung der deutschen Burschenschaft zahlreiche junge und alte Burschenschafter vereinigt. Bon der Regierung waren erschienen die Minister von Trott zu Solz, Sydow und Lentze. Die Universität und die Technische Hochschule waren durch ihre Rektoren vertreten. Zahlreiche Vertreter der Landsmannschaften, Korps, Turnerschasten, des Vereins deutscher Studenten usw. boten in ihren bunten Farben ein schönes Bild deutscher Einigkeit und des akademischen Burgfriedens. Der Vorsitzende des Abends, Justizrat Wagner, begrüßte die Anwesenden, worauf der Kultusminister l)r. Trott zu Solz eine Rede hielt, in der er folgendes ausführte: Diese schlichte Feier paßt sehr wohl in die große ernste Zeit, denn was die Begründer der deutschen Burschenschast vor 100 Jahren als ihr idealstes Ziel erkannten, was sie mit begeisterten Worten auf ihre Fahne schrieben, das ist heute das Kennzeichen der Zeit. Alle deutschen Stämme, vom Meer bis zu den Alpen, das ganze deutsche Volk beseelt von dem Geiste der Einigkeit und Zusammengehörigkeit, steht geschlossen um seinen Kaiser und ist bereit, alles einzusetzen für das große Erbe der Väter, für deutsches Land und deutsches Wesen. Sie verteidigen dieses unschätzbare Gut gegen eine Welt von Feinden mit einer Kraft, mit einer Zuversicht und einer Entschlossenheit, wie es die Geschichte noch nicht gekannt hat.

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