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KC-Blätter · 1915-05-01 · Heft 5 (Mai 1915) · p. Seite 391

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Journal
KC-Blätter
Volume
1914-1915
Issue
Heft 5 (Mai 1915)
Date
1915-05-01
Page
Seite 391 (sequence 9)
Language
German
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391 diente er als Einjähriger im 74. Infanterie- Regiment, mit welchem er, als der Krieg ausbrach, ins Feld zog. Aronstein war ein strammer Soldat, dessen Leistungen schon in Friedenszeit dadurch gewürdigt wurden, daß er als Vertreter seines Regiments an sportlichen Wettkämpfen teilnehmen'durfte. Während des Feldzuges hat er sich wiederholt ausgezeichnet. Schon früh erhielt er das Eiserne Kreuz. Durch außerordentliche Mhnheit und Tapferkeit erwarb er sich auch später in vielen Fällen die Anerkennung seiner Vorgesetzten. Run hat auch ihn der Tod, der in diesen Tagen furchtbare Ernte gehalten hat, hinweggerafft. Ein lieber treuer Freund, ein strebsamer, tüchtiger Mensch, dessen Leistungen zu den schönsten Hoffnungen berechtigten, ist uns entrissen. Die Erinnerung an ihn wird in uns fortleben, und mit Liebe werden wir stets seiner gedenken. Joseph Meyersberg. (Licariae, Rheno-Silesiae.) -i- 4- Helmut yellwitz. (Ghibelliniae). Die schon so lange Reihe der umflorten Bilder auf der Ghibellinenkneipe hat sich wieder vergrößert. Helmut Hellwitz ist den Tod fürs Vaterland gestorben. Heute rot, morgen tot! Noch vor wenigen Tagen erhielt ich eine fröhliche Karte von „des Königs jüngstem Leutnant" und heute erreicht mich hier in Freiburg die schmerzliche Kunde von seinem Todehier in dem Städtchen, wo ich mit Freund Hellwitz so manche frohe und manche ernste Stunde verlebt habe. Im S.-S. 1910 kam er als Fuchs zur Verbindung und diente ihr 3 Semester lang als einer der eifrigsten und treuesten. Ganz wie es seinem ernsten Charakter entsprach, der auf Pflichtbewußtsein gestellt war, und der ihn in treuer Erfüllung übernommener Aufgaben und in treuer Pflege der Bundesbrüderlichkeit die höchste Befriedigung finden ließ. Manchem mag seines Wesens tiefer Kern nicht zum Bewußtsein gekommen sein, nur wenigen entschloß er die reiche Fülle seiner Herzensgaben.' Sie aber mußten ihn auch von Herzen liebgewinnen. Nachdem er dann ein Semester in Berlin verbracht hatte, vollendete er in Bonn seine Studien. Auch dort erfreute er sich der Sympathien aller Karteübrüder. Seine außerordentliche Bescheidenheit wurde von allen geschätzt. Dabei galt er als ein tüchtiger Jurist, dessen emsiger Fleiß allgemeine Anerkennung fand. Wenn die jüngeren Semester sich in einer juristischen Frage Rat holen wollten, so wandten sie sich stets an Hellwitz, der ihnen gerne, häufig unterstützt von seinem treuen Freunde Erich Kahn, mit dem ihn der Tod wieder vereint hat, die erbetene Aufklärung gab. Im Juni 1913 bestand er sein Referendarexamen und wurde dann zunächst am Amtsgericht eines der schönen Rheinstädtchen angestellt. Doch mächtig zog es ihn zurück nach der Stadt seiner schönsten Semester. Um noch einmal teilhaben zu können am Leben seiner Verbindung, trat er im Oktober 1913 bei den 1l3ern als Einjährig-Freiwilliger ein. Es kam der Krieg, und als einer der ersten zog ellwitz hinaus. Er lernte wohl jeden der westlichen ampfplätze kennen, von Lothringen bis ganz hinauf nach Nordfrankreich. An gar manchem heißen Tage hat er voll Mut dem Tode ins Auge gesehen, und seine Tapferkeit und Pflichttreue blieb nicht ohne Anerkennung. Im Mai konnte er voller Stolz und Freude berichten, daß er zum Leutnant befördert sei. Aber wenige Tage darauf fand sein hoffnungsreiches, junges Leben ein rasches und schmerzloses Ende. Und uns bleibt nur das wehmütige und doch erhebende Gedenken an unseren treuen Freund und lieben Bündesbruder, der als ganzer Mann, als ganzer K. C.er gelebt hat und gestorben ist. Referendar Paul Speier (Ghibelliniae). Richard Spanier. (Licariae.) Als wir da oben standen auf dem kleinen, v erträumten, rosendur chdufteten Friedhof der Stadt Bernburg, zu dem die Saale heraufrauscht, als wolle sie den Toten ein Schlaflied fingen, da mußte ich an die Zeit denken, als Richard Spanier, mein lieber Leibfuchs, der seine Heimat allezeit so stark und innig liebte, zum ersten Male bei uns auftauchte. Geradewegs vom Bahnhof in München kam er zu uns in unsere liebe alte Bude in der Goethestraße, auf der er dann selbst eine ganze Reihe von Semestern hauste. Und gleich am ersten Abend war er K.C.er und war unser Freund, und das ist er geblieben Zeit seines Lebens, und wir wollen ihm Freund bleiben über seinen Tod. Er ist sich im Leben stets gleich geblieben, immer der frohe Mensch, der alte Student, dem es nirgends wohler war als am Biertisch. Ich sehe sie noch vor mir, die lange Korona unserer 17 Füchse, und ihre leuchtenden Augen, als Spanier depr Burschenschaftler einen ganzen Stiefel auf einen Zug vorkam. And doch hat er immer am Biertisch Haltung gewahrt, und noch in den letzten Semestern ging stets dahin seine Mahnung an die Füchse, immer sich selbst im Zaum zu haben, in größter, überschäumendster Jugendstimmung nicht die Rücksicht auf die Kouleur zu vergessen. Wenn auch die Wege, die unsern lieben Freund

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