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KC-Blätter · 1915-05-01 · Heft 5 (Mai 1915) · p. Seite 390

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Journal
KC-Blätter
Volume
1914-1915
Issue
Heft 5 (Mai 1915)
Date
1915-05-01
Page
Seite 390 (sequence 8)
Language
German
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390 und er freute sich innig, mit Band und Mütze geschmückt, ihnen dienen zu können, wenn e^st die nähere ernstere. Pflicht erfüllt und dem Vaterlande der Frieden erstritten sei. Jäh hat die russische Kugel allen seinen Hoffnungen ein Ende gemacht und all den Erwartungen, die wir mit gutem Grunde auf ihn setzen konnten. Er war ein prächtiger Charakter * und ein kluger Mensch. Er wäre ein K. C.er -geworden, der unserer Sache große Dienste geleistet hätte. * , Auch seiner laßt uns gedenken in den Stunden, in denen wir um unsere Toten trauern. Referendar Paul Spei er (Ghibellinae). * » * Zelix Levy. (Spreviae.) Am 14. Mai starb als weiteres Opfer aus den Reihen unseres Verbandes auf welschem Boden den Heldentod für des Vaterlandes Größe und Freiheit unser lieber Verbandsbruder Felix Levy. Levy, der jüngere Bruder meines Bundesbruders Carl Levy, trat im Wintersemester 1909 in die „Licaria" ein. Schnell fügte er sich in das Verbindungsleben ein und besonders die Tendenzbestrebungen unseres Verbandes fesselten in außerordentlichem Maße sein Interesse. Auf Diskussionsabenden und in der Fuchsenstunde beteiligte er sich eifrig an den Debatten, wobei fein reiches jüdisches Wissen hervortrat. Dabei war er alles andere als ein Stubenhockerbei Bierabenden und aus der Kneipe war er der Fröhlichsten einer und half durch manchen Vortrag die Stimmung der Kneipe erhöhen. Von Natur körperlich schwächlich, suchte er auf dem Paukboden durch Ausdauer die Fähigkeit zu erlangen, gegebenenfalls angetane Schmach mit der Waffe zu rächen. Durch sein bescheidenes Wesen und durch seinen treuen, biederen Charakter errang er sich in Bälde die Sympathien aller damals in München weilenden Bundesbrüder, und allgemein war das Bedauern, als Levy bei Semesterschluß München verließ, um bei der Berliner Kartellverbindung aktiv zu werden. Auch hier erkannte man bald seine Vorzüge, so daß man ihn bereits als drittes Semester für würdig und fähig hielt, die Erziehung der Füchse, im Comment wie auch in der Tendenz, zu leiten. Am Ende des dritten Semesters verließ Levy Berlin, um seine weiteren Studien in Kiel fortzusetzen. Dort bestand er auch im vergangenen Jahr sein Referendarexamen. Lange habe ich dann nichts mehr von Levy gehört, bis ich Ende Mai einen zwei Tage vor seinem Tode geschriebenen Brief erhielt, in dem er mir, als seinem ehemaligen Fuchsmajor, seine Soldatenlaufbahn schilderte. Sofort bei Beginn des Krieges meldete er sich als Freiwilliger und wurde zu den Pionieren genommen. Auf-dem Transport nach Rußland erkrankte er und wurde als zu schwächlich zurückgeschickt. Trotzdem meldete er sich nach drei Wochen abermals an die Front. Er hatte Glück, kam nach Frankreich und verrichtete drei Monate anstrengendsten Schützengraben- und Pionierdienst. Für eine besonders kühne Tat hoffte er die Gefreitenknöpfe zu erhalten, aber diese Hoffnung wie so manche andere ist durch seinen Tod unerfüllt geblieben. Er, der in unserem Verbandsleben niemals eine Führerrolle innegehabt hat, ist gefallen, wie er gelebt hat, als schlichter Soldat. Die kleine Zahl seiner Bundes-und Verbandsbrüder, denen er näher gestanden hat, wird diesen prächtigen Menschen niemals vergessen. Dr. Julius Bier lRheno-Silesiae, Licariae). $ $ Max Sronftein. ^Stearine.) Unser lieber Bundesbruder Max Aronstein ist am 18. Mai auf den Schlachtfeldern Galiziens gefallen. Tiefbewegt nahmen wir die Nachricht, die uns im Aufträge seiner Eltern übermittelt wurde, auf. Schon vor einigen Monaten war uns die Kunde zugegangen, daß Aronstein den Tod fürs Vaterland erlitten habe. Zu unserer Freude wurde die Nachricht nicht bestätigt. Aronstein selbst schrieb uns damals, als er von der uns zugegangenen irrigen Kunde Kenntnis erhalten hatte, vom westlichen Kriegsschauplätze eine von Lebenslust sprühende Karte. Der alte, unfern Wünschen für unsere Bundesbrüder entgegenkommende Volksglaube, daß ein Totgesagter kugelsicher sei, hat sich zu unserm großen Schmerze nicht bewahrheitet. Doppelt schwer traf uns jetzt die Nachricht von dem unabwendbaren Geschick, das ihn ereilt hat. Aronstein trat im Wintersemester 1910/11 in unsere Verbindung ein. Allen, die mit ihm zusammen aktiv waren, war er ein lieber Bundesbruder in des Wortes wahrster Bedeutung. Mit seinen Konsemestern aus seiner engern Heimat Westfalen, zu denen er sich besonders hingezogen fühlte, verband ihn eine innige Freundschaft. Alle Bundesbrüder schätzten ihn wegen seines biederen, offenen Wesens - mir ist er ein lieber Leibfuchs gewesen. An seiner Verbindung hing er mir. allen Fasern seines Herzens. Es war nicht seine Art, seiner Liebe zur Korporation in überschwänglichen Worten Ausdruck zu verleihen, er bewies sie durch seinen pflichttreuen Eifer während seiner Aktivität und bewahrte sie auch, nachdem er München verlaßen hatte. Nach Ablegung feines Referendarexamens

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