KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1914-1915
- Issue
- Heft 4 (März 1915)
- Date
- 1915-03-01
- Page
- Seite 380 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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380 Grütze, besonders denen meiner engeren Heimat, also Euch aus Frankfurt und Umgebung. Dir und Deiner werten Frau Gemahlin herzliche Grüße! Dein Kb. Leo Lahnstein (Ghib.) P..., den 13. 3.15. Lieber Kartellbruder! Zunächst tausend Dank für die hochwillkommenen K. C.-Blätter, die hier drautzen geradezu verschlungen werden! Leider hat sich unser K. C-Kranz Loeb, Waüersteiner und rneine Wenigkeit sehr verändert, da Loeb zu eineur Feldartillerieregiment nach der Liller Gegend versetzt wird, Wallersteiner sich infolge einer mittelschweren Jchias nach ... ins Lazaratt begeben hat. Treue kartellbrüderliche Grütze! Ihr Fritz Laupheimer. Lieber Mainzer! Für Dein ausführliches Schreiben und für Deine Karte vielen Dank. Vielleicht interessieren Dich meine Erlebnisse, die ich Dir in Kürze schildern will. Am 4. Mobilmachungstage hatte ich mich in D. zu melden. Am 8. August fuhren wir ab. Zunächst gingen wir über Kolmar nach der^ Markircher Gegend. Da aber die Franzosen nicht anbipen, marschierten wir ab über Mutzig ins Breuschtal. Dort ging es nun los mit den Gefechten. Es war der reinste Guerillakrieg, fast nur gegen französische Alpenjäger, die nach ineinen Wahrnehmungen übertrieben gerühmt werden. Es wurde stets auf kurze Entfernungen geschossen, und man ging bald zum Sturm über mit den» Bajonett. Ich habe niemals erlebt, datz die Franzosen dem Sturm standhielten; es kam nie zum Bajonettieren, vielmehr lief der Feind davon, indem er oft Schube und Rock auszog, oder er hob die Hände hoch. Gerieben waren die Alpenjäger in ihrer Kampfesweise. Sie schossen von Bäumen herab und banden sich dort an, oder sie schossen unter den Dachziegeln heraus, sodatz man häufig Flankenfeuer erhielt und nicht mutzte, woher es kam. Wir gingen dann weiter das Breuschtal hinauf unter steten harten Kämpfen. Ich füge hier bei, datz meine Kompagnie zur Deckung der uns zugeteilten Futzartillerie bestimmt war, ein interefianter Dienst. Du hast wohl schon genügend von deren vortrefflichen Leistungen gehört. Ich selbst war öfters zürn Schutze des Beobachtungspostens, der durchs Telephon seine präzisen Kommandos der Batterie übermittelte, befohlen und^ nahm gut die unheimliche Treffsicherheit und fürchterliche Wirkung .der schweren Feldhaubitzen wahr. Etwa Mitte September begaben wir uns nach Deutsch-Lothringen über das Schlachtfeld von Sarburg. Bei B... war ich mit meinem älteren Bruder (Kaufmann in Stratzburg, den Du auch kennst) ohne gegenseitige Kenntnis vvneinander, in einem kleinen Gefecht. Ende September bezogen wir unsere Stellungen bei Albert. Dortselbst bei F ..., als ich in diesen von dem Feinde schwer beschaffenen Ort zur Aufsuchung der Fahne und Sammlung der zerstreuten Koinpagnie zurück mutzte, ereilte mich das Geschick (am Jom Kipur). Streifschutz am Bein, Granatsplitter im linken Gesäß und eine Schrapnellkugel ins linke Schienbein, dicht unterm Knie. Ich lieh mich verbinden und war noch ca. 2 Stunden im Gefecht Sodann ging ich zum Verbandsplatz zurück und wurde in ein Feldlazarett befördert. Tags darauf kam ich per Wagen ins Feldlazarett zu F..., und nach mehreren Tagen Aufenthalt dortselbst, wo ich ohne Narkose zur Herausnahme des Granatsplitters erfolglos geschnitten wurde, auf einem Fouragekarren nach C... ins Kriegslazarett. Dort wurde mir das Vergnügen zuteil, die Explosion von feindlichen Fliegerbomben im Lazarett zu erleben. Von C... kam ich per Bahn ins Alexianerklofter nach Köln-Lindental und habe tadellose Pflege Hier wurde mir die Schrapnellkugel herausgemeitzelt, der Granatsplitter ist in der Filiale meines Gesichtes eingewachsen, mutz aber auch herausgenommen werden, sobald mein Beinschuh verheilt ist. Ich liege hier nun seit dem 8. Oktober 1914. Erst in letzter Zeit laffe ich mich täglich im Rollstuhl spazieren fahren und hoffe, bald wieder Gehversuche machen zu dürfen. Die hiesigen K.C.er haben mich in dankenswerter Weise häufig besucht und beschenkt. Ich bin mit meinem Geschick noch zufrieden, wenn ich an die fürchterlichen Verwundungen und Verstümmelungen meiner Kameraden denke, die ich selbst mit ansehen muhte. Der Tod von Fritz Baum und Lorenz Lehmann, die mir beide, zun,al in meiner Studienzeit, sehr nahe standen, ebenso von Ludwig Weil und Leopold Oppenheimer, hat mich tief ergriffen. Hoffentlich hat der K. C. seine leider sehr zahlreichen Opfer in diesem Kriege nicht umsonst gebracht. Harren wir aus und hoffen wir weiter! Ich wünsche und hoffe, datz ich nun meinen Teil zur Kriegschronik des K.C. beigetragen habe. Ich spreche nicht gern von meinen Erlebnissen, aber ich hielt es für meine Pflicht, als Antwort für Deine freundlichen Zeilen eine entsprechende Schilderung meiner kriegerischen Ereigniffe zu schicken. Ich gebe Dir einen Rat, schone Dich mehr. Deine Frau Gemahlin grütze bitte von mir. Ich bin mit herzlichen Grützen Dein treuer Bb. Albert Lern. Vogesen, 31.1.1915. Sehr geehrter Herr Kartellbruder! Wie ich aus den K.C-Blättern entnehme, bin ich wahrscheinlich Ohrenzeuge des Falles meines sehrlieben Bundesbruders Ludwig Weil gewesen. Wir lagen damals, als la C ... beschaffen wurde, zwischen der feindlichen Stellung von la C ..., so datz ein Teil der feindlichen Geschosse über uns hinwegpfiff. Teilweise kamen sie auch in größere Nähe. Ein Schrapnell z. B. weckte mich sehr unsanft aus meinem Nachmittagsschlaf. In Nürnberg meldete ich mich seinerzeit gleichzeitig mit Lorenz Lehnmnn auf dem Regimentsbüro. Nun werden »vir uns auch nicht iviedersehen. Es ivird Sie intereffieren, datz ihm sein Regimentskommandeur einen ungewöhnlich herzlichen Nachruf in den fränkischen Kurier gesetzt hat. Anfangs war ich öfter mit Alfred Rosenberg zusammen, der sich durch seinen Schneid auch im hohen Matz die Anerkennung seines Kommandeurs erworben hat. Ich will jetzt wieder versuchen, mit ihiu zusammenzukommen. Mit kartellbrüderlichem Gruß! Ihr ergebener _ Walter Sem). Lieber Mainzer! Seit Anfang August beim Regiment, seit 4 ganzen langen und langweiligen Monaten in einem elenden Loch 5 km vorm Feind, bin ich heute mal nach P.gekommen, wo ich mit Waüersteiner und Laupheimer zusammentrnf und Gelegenheit hatte, Deinen trefflichen Bericht zu studieren. Daraus ersehe ich, daß auch Du am Schützengrabe»» stehst. Wir stehen ebe»» alle auf dem Poste»», auf den uns das gefährdete Vaterland rief, und »venn »vir oft viel zu klagen haben, so denken rvir halt an die strenge, dafür aber um so herzlicher geliebte Mutter Germania. Herzlichste Grütze Dein Fritz Loeb. Ich füge herzlichste Grütze bei Laupheimer. Herzlichste Grütze _ Wallersteiner. Wernigerrode-Hafferode, den 20. März 1915. Lieber Kurt! Du kannst es Dir als ganz besondere Ehre anrechnen, »venn ich die kurze Zeit, die ich heute »norgen außerhalb des Bettes zubringe, dazu benutze, u»»r Dir einiges von mir, den» einzig schönen Rußland, das ich jede»»» zun» Wintersport warn, empfehlen kann, und »»»einen Erlebniffen in Ostpreußen und im Gouvernementbezirk Suwalki zu erzählen. Ueber »nein Unrvohlsein selbst »vird Dir wohl schon mein Barer ausführlicher berichtet haben; bei 19” Kälte, die vielleicht zum Konservieren von Gefrierfleisch sehr nützlich sein »nag, aber meinen zarten Violirtsinger»» rveniger zuträglich »var,