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KC-Blätter · 1915-03-01 · Heft 4 (März 1915) · p. Seite 378

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1914-1915
Issue
Heft 4 (März 1915)
Date
1915-03-01
Page
Seite 378 (sequence 36)
Language
German
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378 auch mehrere Lage im Großen Hauptquartier. Leider habe ich noch nie einen Verbandsbruder im Felde getroffen, obwohl ich immer eifrig nach ihnen gefahndet habe. — Wer hätte gedacht, daß ich Reichskrüppel noch einmal mit ins Feld kommen durste Wenn ich auch leider nicht vorne in der Front sein darf, so ist es doch schon allerhand, rvas ich mit meinen geringen Kenntniffen leisten konnte. Das Kreuz werde ich mir ja kaum erkämpfen können, aber die Hauptsache ist, daß jeder von uns K. C.-ern seine Pflicht tutivas später kommen rvird, darf uns jetzt nicht kümmern. Ich habe leider keine Zeit, allen Bb. Bb. zu schreibenübermittle Du ihnen allen ineine besten Wünsche, aus daß wir uns alle in hoffentlich nicht allzuferner Zeit die raithe Kriegerfaust werden drücken können. In treuer Bundesbrüderschaft Dein Dux (Biadr.-Darmstadt). A....., 20. 3. ISIS. Lieber Alexander! Ztvei K. C.-er, die sich mit Hilfe der von Ihnen freundlichst übermittelten K. C.-Blätter gefunden haben, sagen Ihnen den besten Dank für Ihre freundliche Fürsorge. Bon einer Feier am Grabe unserer, bei einem Sturmangriff gefallenen Kameraden zurückkehrend, traf ich einen Sanitätsunteroffizier, der auf den K. C.-Pfiff freudig reagierte. Bei einem schlechten Glase französische,! „Bullenseeche" tauch Bier genannt) tauschen wir unsere Erlebnisse aus und gedenken des K. C. mit einen, kräftigen Schluck. Mit kartellbrüderlichem Gruß! Ihr F. Eisner (Sprev.) Feuchtfröhliche Grützewenn wir nur etwas bayrisches Bier hätten! Ihr Werner Lachmann (Lic.) An, Dunajee, 13. 2. 1915. Lieber Bundesbruder! Ich erhielt gestern die K. C.-Blätter (Fortsetzung Dezember, nachgesandt und danke herzlichst dafür. Ich würde mich freuen, wenn ich auch die andern Nummern geschickt erhielte. Ich liege seit Wochen in einem kleinen Städtchen Galiziens. Aus den K. C.-Blättern ersah ich, datz Elkan in Westgalizien tätig ist. Nun erzählte inir gestern ein Unteroffizier, datz er heute nach B... zum Divisionszahnarzt ginge, einen, jüdischen Herrn aus Düffeldorf, der sehr gut arbeite. So sagte er wörtlich. Ich habe ihm nun heute nwrgen Bescheid gesandt, sich nach dem Namen zu erkundigen und es sollte mich nicht wundern, wenn es Elkan wäre. Ich würde mich dann riesig freuer,. Elkan schreibt von dem Ungeziefer hier. Ich habe es bereits in anliegendem, hier sehr bekannten Liedchen zu besingen versucht. Seit der Zeit habe ich Ruhe, aber auch Fenchelöl für alle Fälle genügend vorrätig. Mit bundesbrüderlichen Grützen! Josef Halle. Melodie: Anfang: Ja, das haben die Mädchen so gerne. 1. Als ich ward hierhergesandt Aus dem deutschen Vaterland, Dachte ick bei mir: „Mensch, wat sollste hier, Sollst die Nutzen doch verhau,,?!" Doch weit Schlimmres mutzt' ich schnun, Das sing ich euch jetzt vor Mit saueren, Humor: Refrain für die nächsten Verse: Melodie: „Untern Linden, untern Linden." In Galizien, in Galizien, An dein sumpfigen Dunajee, Gibt es Läuse, gibt's nur Flöhe, Gibt es weiter nischt als Dreck. Wenn du meinst, du seist alleene, Zuckts schon wieder an den Beenen, Und willst du einmal trocken gehn, Dann muh ein Wunder schon gescheht,. feinde haben viel wir zwar, )och das ist gewiß auch wahr, Läuse gibt's ihier mehr Als ihr altes Heer. Und ivo's einer Laus gefällt, Sich der Floh gleich zugesellt. Nicht furcht ich mehr den Kutz, Wohl sing' ich voll Verdruß: In Galizien etc. 3. Komme ick wieder ins Quartier, Wenn zu End' der Tage nur, Die wir in dem Graben Absolvieret haben, Kleide ick mich völlig aus, Suche ab nach jeder Laus Schleunigst meinen Leib Und sing' zum Zeitvertreib: In Galizien ete. Sehr geehrter Alter Herr! Trotzdem meine Adreffe jetzt geändert ist, habe ich die K. C.-Zeitungen erhalten und mich sehr damit gefreut. Seit Anfang Januar bin ich in St.. M ... bei,,, Regiment, fühle mich sauwohl, habe reizende Gesellschaft und lebe beinahe zu gut: zwei Tage im Unterstand, sechs Tage in Ruhe, wo ivir die Zeit mit Reiten, Jagen und Besuchen ausfüüen. Nur schade, datz unsere gute Sache solche Opfer kostet, aber wir halten eS ans — „nr nicht weich werden! Ergebene Grütze! vr. Kurt Heilborn. Sprev.! Dollingen den 2.12.1914. Liebe Bundesbrüder'. Soeben traf Eure Liebesgabe zu Weihnachten zugleich mit dem Bericht hier ein. Ich danke Ench für beides von ganzen, Herzen und kann Euch gar nicht sagen, wie sehr ich „,ich über diese Aufmerksamkeit vonseilen meiner lieben .Korporation gefreut habe. Empfinden ivir doch gerade in so ernsten Zeiten ganz besonders, wie eng wir zusammengehören, voll Dankbarkeit dafür, datz uns die Korporation die Liebe zu unfern, herrlichen großen deutschen Vaterland so eingeimpft hat, daß wir uns wahrlich nicht mehr als Juden fühlen, sondern als deutsche Brüder in, deutschen Vaterlarro. Ich hoffe, daß der Krieg auch in unser,, akademischen Verhältniffen eine derartige Umwälzung bringt, daß für unseren Verband die Notwendigkeit eintritt, eine Umänderung seiner Tendenz vorz,»nehmen, insofern, als der Kampf gegen den Antisemitismus der Geschichte angehören wird, der Geschichte, die zu würdigen weiß, was unsere Glaubensgenoffen 1914 geleistet haben. In diesem Sinne leere ich hier draußen zwischen vier Bretterwänden in meiner! Barackenbude ein Glas Wein auf das Blühen, Wachsen und Gedeihen meiner lieben Rheno-Silesia. Mit bundesbriiderlichem Gruß! Euer Fritz Hertz. (Rh.-Sil.) Hannover, 13. 3.1915. Mein lieber Mainzer! Herzlichsten Dank für Deine Karte. Ich habe mich dank der vorzüglichen Pflege schon recht erholt, kann auch schon wieder etwas gehen. Die Kunde von Fritz Baums j Tode drang noch in, Felde zu mir, von Lorenz Lehmann i erfuhr ich erst durch Dich. Unsere Glaubensgenoffen in meinein Truppenteil, überhaupt in der ganzen Division I haben sich stets tapfer bewährt, die „reiste,, haben sich sogar ausgezeichnetdas ist eine hehre Sache. Lebe wohl für heute, lieber Mainzer, grüße alle Freunde im K.C, besonders Deine liebe Frau und Tochter und sei! selbst freundschaftlichst gegrüßt von Deinen, getreuen Heynemann. Mein lieber Mainzer! Nach den beispiellosen i Strapazen der neuntägigen Winterschlacht und der sich : anschließenden Berfolgungsmärsche über Wege, die nur! eine Musterkarte waren, läßt man uns nunmehr etwas! verschnaufen. Diese Ruhepause benutzt die Feldpost, i zu uns heranzuschnaufen und uns seit vier Wochen ihre Segnungen zun, ersternnal zuteil werden zu laffen.

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