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KC-Blätter · 1915-03-01 · Heft 4 (März 1915) · p. Seite 376

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1914-1915
Issue
Heft 4 (März 1915)
Date
1915-03-01
Page
Seite 376 (sequence 34)
Language
German
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376 den K. C ern in der Heimat aufnehnien und den K.C ern hier draußen darüber berichten Außerdem stehe ich in verhältnismäßig reaem Briefwechsel mit vielen näheren Bekannten im ftelöe. Nur mit meinem Lbf Robert Kahn geht es mir so, wie es Dir ansangs gegangen ist. Ich kann von ihm trotz zahlreicher Bemühungen kein direktes Lebenszeichen erhalten. Ich hörte von seiner Mutter in Cöln, daß es ihm gut geht, las auch seinen Brief an «arl Löwenstein, unfern jüngsten Leutnant, in den K.C.-Blättern Aber eine Antwort aus meine Briese bekomme ich nicht. Weih der Teufel, woran das liegt Hoffentlich geht es ihm weiter gut. Deinen Brief vom 26. habe ich an meinen Bruder, der in Ostpreußen lieat, weitergeaebenen, da ich nicht weift, ob Du auch ihm einen Brief gesandt hast Sicherlich interessiert er sich sehr fiir den Inhalt Deiner Zeilen. Ich bitte Dich, alle meine dortigen Bekannten zu prüften — den K.C-Adreffensammler und Vetter Feith nicht zu verneffen — und schliefte mit den besten Wünschen ft'ir Dich und Deine Iran Gemahlin Dein Alfred Alsberg. S . , den 16. 6 1615. Lieber Mainzer! Schon wieder bat ein .<* C er, der GhibeNine Assred Cohn ans Köln, Krieasfreiwilliaer beim Ieldartillerie-Reaiment Nr.. , sein Leben bei den nun schon seit Wochen hier in der Cbamvaane tobenden Kämpfen, bei denen das 8 Korns aanz besonders beteiliot ist, laffen müffen. Noch vor wenioen Taoen erhielt sch eine Karte von ihm, in der er den Mnnsck, anasprnch. mit mir einmal zusammentreffen zu können. Gr schrieb sehr "ergnüat und guter Dinge — lieber seinen Tod berichtete mir beute ein Kanonier, der an demselben Geschütz wie Cohn tätig wgr, daft Cobn den Beobachttmaspoffen oeaen Flieaer besetzt hielt. Gernde wgr sein Batterieführer von ibm weggeaangen. als eine Granate in der Nähe des Geschützes p'attte Cehn wurde durch einen Granatsplitter in den Kopf getroffen und war sofort tot. Der Kanonier rül'wte Cohn als einen lieben, lnstigen Menschen, besten Tod in der Batterie sehr bedauert worden sei. Wer wird noch alle an diesen schrecklichen Krieg glauben müffen! Herzlichst! Dein Mfred Alsberg. Lieber Mainzer! Durch mehrtägiges Ausbleiben der Feldpost erhielt ich Dein freundliches längeres Rundschreiben, für das ich Dir herzlich danke, erst recht verspätet. Gestern abend traf nun auch schon das 8 Heft der K.C-Blätter ein, und das mahnt mich zur schnellen Antwort Bor allen, freue ich mich, das; es Dir trotz Deiner recht umfangreichen, geplanten Tätigkeit gut ergeht. Wir hatten in den letzten Wochen gleichfalls überreiche Arbeit. Bor ca. 4 Wochen nach der Einnahme L . . . s errichteten wir in dieser gänzlich zerstörten, verunreinigten, menschenleeren Stadt ein Lazarett gröhten Stiles. Die Belegzahl betrug über 1600 Mann Täglicher Abtransport von mehreren Hunderten und täglicher Zugang von gleicher Zahl, Gesamtzahl ca 4000. Bon morgens früh bis nach Mitternacht wurde gearbeitet. Dabei die unglaubliche Verlausung der Mannschaften, vor der man sich selbst kaum retten konnte. Jetzt sind wir durch das Kriegslazarett abgelöst und wieder freie Herren. Aber nur für Stunden; denn gar bald sollen wir verladen werden Wohin? das ist ietzt die Frage, die uns bewegt. Hoffentlich kommt nach unserem großen Erfolg in den Masuren auch noch der große Erfolg in Polen. Dann würde doch — mit der Besiegung und Niederwerfung des einen Gegners — das Ende des Krieges, der große siegesstolze Frieden heraufdämmern. Hoffentlich wird er ein einziger großer Sieg für uns Deutsche und auch für uns Juden. Die Zahl der Kämpfer aus dem K.C. ist ja hervorragend groß, leider mußte auch manch junges, stolzes Blut fürs Vaterland fließen. Mit schmerzlichem Betrüben las ich in der neuen K.C - Nummer wieder von dem Tode manch guten Freundes, vor allem auch unseres braven Lorenz Lehmann. Mit großer Freude und Genugtuung lese ich aber auch von den zahlreichen Beförderungen und Auszeichnungen. Die Schneidigkeit, Diszipliniertheit und Baterlandssreudigkeit, die den K.C. von Beginn an ausgezeichnet hat, kommt gerade in diesem Krieg zum höchsten Ausdruck. Das Eintreffen der K C.-Blätter bereitet nur immer riesige Freude, zumal ich hier im Osten seit vielen Monaten keinen K. C.er gesehen habe. Derartig trauliche Zusammenkünfte wie bei den K.C.ern im Westen gibt es hier nicht. Um so mehr müffen wir vereinsamten K.C er Dir und auch Alexander für die großzügige Herausgabe der K. C.-Blätter auch im Kriege dankbar sein. Welches Vergnügen macht z B. die Lektüre der diversen Feldpostbriefe. Auf diese Weise stehen wir K C.er alle in brieflichem Konnex, hören wir alle gegenseitig von einander. Indem ich mir erlaube, für deine Frau Gemahlin noch ergebensten Gruß beizufttgen, grüße ich Dich herzlichst. _ Dein Paul Alsberg. L ..., den 26. März 1915. Liebe Bundesschwester!*) Tüchtig haben Sie geschafft, nicht flüchtig, Denn sülch' neue hohe Würde Bringt stets große Arbeitsbürde. „Deutsche Frauen, deutsche Treue!" Altem Lied ward neue Weihe Durch Ihr edles Werk gegeben, Unserm Bunde neues Leben. Drum beim Krachen von Geschützen Will auch ich der Sache nützen: Wenn Sie an Kb sich wenden, Wird er 10 Mark für mich spenden, Die die Kaffe heilen sollen, Dank für Ihre Zeilen zollen. — Stolz ist jeder Biadrine Auf die brave Keddosine. Ihr A. H. Auerbach. sViad.-Darmstadt.) Lieber Mainzer! Habe bis jetzt deine Grüße an Robert Kahn nicht ausrichten können; irotz genauer Erkundigungen in Th ... fand ich ihn nicht. Mir geht's noch gut Der Sieg in Rußland entfachte hier großen Jubel Die Glocken läuteten in allen Dörfern um P... Mit vielen Grüßen!_ Dein Baruch. Lieber Mainzer! Heute habe ich endlich an den Leutnant Robert Kahn Deine G üße bestellen können. Wir haben uns sehr miteinander gefreut; nur schade, daß wir so kurz zusammen blieben. Kahn sieht famos aus, aber ich habe einen größeren Bart als er. Oppenheimer war der dritte K. C.-er im Bunde. Herzliche Grüße! Dein Baruch. Beste Grüße! Oppenheimer. Von einem kurzen aber erfreulichen Zusammensein mit Baruch beste Grüße_ Robert Kahn. Lille, 10. 8. 15. Lieber Mainzer! Bei einem Urlaub nach Lille treffe ich auf der Straße Roos. Wir freuen uns natürlich sehr und erzählen uns die K C.-Nachrichten. Nächstens mehr. Dein Beissinger. Herzliche Grütze. Der Beissinger sitzt nicht schlecht in seinem Fett, trotz des Krieges. Einen kräftigen Schluck auf Dein Wohl _ Dein Roos. Lieber Mainzer! Seit 10 Wochen liege ich zwischen L.... und la B. In unser in der Mairie gelegenes Lazarett kommen die Verwundeten aus verschiedenen Gegenden. Die Schiververwnndeten senden *) Gerichtet an graule», Elfricde Kadden, die Schwester des Kb. Albert Kadden, die in liebenswürdigster Weise die GeschäftSsührnng der vollkommen verwaisten Darmstadter Viadrina übernommen hat.

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