KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 11-12 (1.8.1914)
- Date
- 1914-08-01
- Page
- Seite 258 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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258 die im Sommer-Semester 1813 gemeldeten 1670 Aktiven dieses Verbandes sich auf 60 reichsdeutsche und 20 außerdeutsche (18 österreichische, 1 schweizer) Verbindung beziehen, so daß man auf die deutschen Verbindungen nur schätzungsweise 1200 Aktive rechnen kannvon diesen gehören noch eine große Zahl den 12 Bern bindungen der technischen und tierärztlichen Hochschulest an. Der stärkste reichsdeutsche Universitäts-Verband in die Deutsche Burschenschaft, welche 66 Burschenschaften mit 1337 Aktiven im Wintersemester 18>3 >4 zählte. Interessant ist eine Zusammenstellung der auf die einzeln Korporationen der großen Universitäts-Verbände entfallenen Aktivenzahlen, die für D. B 22,8 Aktive, für den K. V. 20,8 Aktive, den Wingolf 20,0 Aktive, den Rudolst. S. C 15,4 Aktive, die D. L. 13,4 Aktive, den Kös. S C. 12,1 Aktive, den V. C. 12,0 Aktive und den A. D. B. 8,1 Aktive, für den K. C. im W.-S 13/14 16 Aktive und im S -S. sogar 21,6 beträgt Numerus dnusus an der medizinischen Fakultät der Wiener Universität. Wie aus Wien gemeldet wird, hat das Ministerium für Kultus und Unterricht eine Verfügung darüber erlassen, wieviel Studenten hinfort an der Wiener medizinischen Fakultät ausgenommen werden dürfen. Die Zahl der im ersten Jahre aufzunehmenden Studierenden ist ans vier-, hundert festgesetzt worden. Von den sich zur Aufnahme Meldenden werden in erster Linie die aus Ni ed erösterreich sowie aus den Kronländern ausgenommen werden, in denen eine medizinische Fakultät nicht besteht, sowie die aus Bosnien und der Herzegowina. Dann werden die Studierenden zugelassen, me aus den Kronländern stammen, in denen eine medizinische Fakultät besteht, und erst nach diesen die sich meldenden Ausländer, bis die Zahl von vierhundert im ganzen erreicht ist. Diese Beschränkungen werden mit dem starken Andrang der Medizinstudierenden begründet, für welche die vorhandenen Institute, Kliniken und Hörsäle nicht , mehr ausreichen. Während man bisher lediglich die Aufnahme von Ausländern beschränkte, ist aus diesem Grunde die Wiener Hochschule zum ersten Male dazu übergegangen, auch Inländer vom Universitätsbesuch auszuschüeßen. Auch in Deutschland sind Bestrebungen im Gange, ähnliche Beschränkungen einzuführen. Man darf hoffen, daß man in Deutschland Mittel und Wege finden wird, sei es durch Erweiterung der Jnstttute, durch Schaffung von Parallelkollegs, Neugründung von. Universitäten usw., um ähnliche Maßnahmen zu vermeiden, welche schließlich auf eine Auchebung der Freizügigkeit der Studenten hinauslaufeu. München. Die Angliederung der Münchener Tierärztlichen Hochschule als selbständige Fakultät an die Universität erfolgt bereits am 1. Oktober 1814. Die veterinärmedizinische Fakultät wird ihren Neubau erhalten, da die jetzigen Räume der Tierärztlichen Hochschule schon längst nicht mehr den Anforderungen genügen. Kiel. Für das Studentenheim stiftete der Kaiser aus seiner Privatschatulle einen Beitrag von 15000 M. Die Deutsche Btrrschenschast vereinigte im Winterhalbjahr 1813/14 in 66 Burschenschaften 1534 Aktive, 582 Ortsinaktive und 1315 auswärtige Inaktive, insgesamt nach Abzug von 30 Mehrbänderleuten 3231 studierende Mitglieder Die stärksten lokalen Verbände waren Berlin mit 8 Burschenschaften und 150 Akttoett. Erlangen mit 3 Burschenschaften und 119 Akttven und Göttingen mit 5 Burschenschaften und 103 Aktiven. — Die Deutsche Burschenschaft wird ihre Feier des hundertjährigen Gründungstages Pfingsten 1815 in Jena begehen Auf der Tanne, wo die Burschenschaft gegründet wurde, findet eine Gedenkfeier statt, ferner werden ein allgemeiner Kommers amBurschenschastsdenkmal, turnerische Aufführungen und sportliche Wettkänrpfe innerhalb der D. B., sowie eine Fahrt nach der Wartburg zur Einweihung des neuerbauten Burfchenhauses der D. B. statrfinden Der Rüdesheimer Verband und die Burschenschaft der Ostmark werden zahlreiche Abordnungen entsenden.. Eine ganze Reihe von Stiftungen für nationale Vereine und für deutschvölkische Bestrebungen iverden anläßlich des Jahrhundert-Jubiläums erfolgen. Der K. B. der katholischen Studentenvereine vereinigte im Winter-Semester >31314 in 53 Vereinen '2054 Aktive und Inaktive sowie 7294 Sllte Herren und Ehrenmitglieder. Die Vereine bestehen an allen reichs- - deutschen Universitäten, ausgenommen Jena und Rostock, .und Hochschulen, ausgenommen Braunschweig und Dresden, sowie in Innsbruck, jedoch , ist der Innsbrucker 'Verein gleichfalls verpflichtet, nur Reichsdeutsche als Mitglieder aufzunehmen. Berlin. Am 4. und 5. Juli hielt der Deutsche Verband Akademischer Frauenvereine hier seine erste Tagung ab, die mit der Gründung des Verbandes zusammenfiel. Der Verband bildet den Zusammenschluß derjenigen deutschen Studentinnenvereine, die auf nattonaler und' christlicher Grundlage stehen. Ihm gehören an der Deutsch-Akademische Frauenbund Berlin, der Wartburgbund studierender Frauen Göttingen, der Studenttnnenverein Deutsch-Akademischer Frauenbund Bonn und der Akademische Frauenbund Atünster. Der Verband bezweckt eine planmäßige Einführung seiner Mitglieder nicht nur in das studentische Leben, sondern auch in die nationalen Fragen und in die Probleme der Frauenbewegung. Der Verband wird eine eigene vierteljährlich erscheinende Zeitschrift herausgeben. München. Vom 4. bis 7. Juni fand hier die 3. Tagung des „Corda-Fratres"-Studentenverbandes statt, die einen Auffchwung der internationalen Studentenbewegung in Deutschland herbeiführen will. Der Rektor der Universität und der Rektor der technischen “ ochschule bekundeten beide ihre Sympathien für diese estrebungeu, die, weil sie ein Band zwischen der akademischen Jugend aller Nattonen knüpfen wollten und so im Sinne einer internationalen Verständigung wirkten, ein bedeutsames Stück Kulturarbeit leisteten. Die Münchener Friedensgesellschast veranstaltete anläßlich des Kongresses eine Matinee,^rieg und Frieden", bei dem der erste Vorsitzende der Deutschen Friedensgesellschast, Profeffor L. Quidde, über die Stellung der akademischen Jugend zur Friedensbewegung, und der Präsident des Studentenweltbwrdes, Dr. John Mez, über die Ziele der internattonalen Studentenbewegung sprachen. Rüdesheimer Verband Deutscher Burschenschaften. In den Ostertagen versammelten sich in Eisenach die Abordnungen der Alten-Herrenverbände, um über wichttge Fragen zu beraten. Der Alte-Herrenverband umfaßt 3500 Mitglieder in 3l Ortsgruppen, ferner gehören viele Alte Herren gemeinsamen Ortsverbänden, mit der D. B. an. Die Ostertagung beschäftigte sich zunächst mit der Aufftellung ihrer Satzungen, ferner wurde beschlossen zu der von der D. B. >815 in Jena in Aussicht genommenen Jahrhundertfeier der Gründung der Burschenschaft Abordnungen zu entsenden, während der R. B. D. B aber noch eine besondere Feier auf der Wartburg veranstalten wird. Ferner wurde eine große burschenschastliche Feier zum hundertsten Geburtstage Bismarcks in Rüdesheim und am Mederwalddenkmal beschlossen. Für diese Zwecke wurden entsprechende Mittel bewilligt.