KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 11-12 (1.8.1914)
- Date
- 1914-08-01
- Page
- Seite 257 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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257 öen Händen des Präsidiums in Berlin. Das Proniamui des neuen Verbandes lautet: „Das Ä. I. V. will seine Mitglieder zu Männern erziehen, die in dem Bewußtsein der nationalen Ernheitder jüdischenGemeinschaft entschlossen sind, für eine der Vergangenheit des Judentums würdige Erneuerung des jüdischen Volkstums einzutreten." Der Zusammenschluß der Berbände, insbesondere die unzweideuüge Fassung des neuen Statuts wird die 1 bisherigen Unklarheiten in der Hauptsache beseitigen, wenn auch zur Vermeidung von Jrrtümern und Verwechselungen mit andern „jüdischen Verbindungen" besser der Name, „Kartell nationaljüdischer Verbindungen" gewählt worden wäre, wie er denr Programm entsprochen hätte. Indem dieses von seinen Mitgliedern eine nationaljüdische Gesinnung verlangt, stellt es sich in den Streit, der heute im zionistischen! Lager herrscht, auf die Seite der radikalen Richtung, die bereetS heute von jedem Zionisten ein Bekenntnis zum Nationaljudentum fordert, während die von dem bekannten Soziologen Franz Oppenheimer geleitete Opposiion die Zugehörigkeit der deutschen Juden zur. deutschen Nation betont. Ein Rückgang in der Zahl der Universitäts-Studierenden. Auf den 21 Universitäten des Reichs befinden sich in diesem Sommer «0848 Studierende gegen 00346 im Vorjahr und 50706 vor fünf Jahren. Die Jahreszunahme beträgt nur 597, roährend die Jahressteigerung un letzten Jahrfünft zwischen 786 und 3801 schwankte. Danach ist letzt eine beträchtliche Abflauung des außerordentlichen Zuflusses zu den Universitätsstudien des letzten Jahrzehnts, der die meisten höheren Berufe bedenklich überfüllte, eingetreten, in Preußen ist sogar ein absoluterRückgangzu verzeichnen. Die letztjährige Erhöhung der Ziffer beruht ausschließlich auf einer stärkeren Beteiligung der Frauenwelt am höheren Studium, die ihrerseits ivieder auf die im vorigen Herbst erfolgte. Erweiterung der Rechte der Abiturientinnen der preußischen Oberlizeen zurückzusühren ist. Die Frauen erhöhten ihre Ziffer voll 3432 auf 4417, während ihre männlichen Komlnilitollen — und zwar zum ersten Male seit l892 — von 56816 auf 56826 zurückgingen. Die Zahl der Hörer (3112 Männer und 9/4-Frauen)' beläuft sich diesen Sornmer auf 4686, die Gesamtzahl der Berechtigten somit aus 65628. Die Verteilung der akademischen Bürgerschaft auf die einzelnen Fakultäten und Studienzweige ergibt ein starkes An,vachsen der Zahnärzte, die in den Vorjahre!» stetig zurückgegangen warenferner eine »veitere Zunahme der ohnehin stark vermehrten Zähl der Mediziner, eine Steigerung der evangelischen und der kalhvltschen Theologen, sowie der Kameralisten und Landwirte, anderseits einen fühlbaren Rückgang der außerordentlich zahlreichen Kandidaten des höheren Lehranlts, philologischer wie naturwissenschaftlicher Richtung, und der Jurlften. DaS 'Nachlassen des Zudranges zu den juristischen und philologischen Berufen ist die notwendige Folge ernster Mahnungen aller intereffierren Kreise. r.ie Einzelziffern sind: Philosophie, Philologie und Geschichte studieren 14321 gegen 15471 im Vorjahr, Medizin 15820 gegen 14750, Rechtswissenschaft 8824 gegen 10380, Mathematik und Naturwissenschaften 8083 gegen 8346, Staatswissenschaften und Landwirtschaft 3876 gegen 3405, evangelische Theologie 4364 gegen 3882, katholische Theologie 2058 gegen 1865, Pharmazie1098 gegen 1073, Forstwissenschaften München, Tübingen und Gießen) 211 gegen 180 und Tierheilkunde (nur in Gießen, 203 (gegen 213. Das Abflauen des Zugangs zü Leu UniversitätSstudien konunt in erster Llme den technischen Berufen zugutenicht unbeträchtlich ist auch die Zahl derer, die sich der Offizierslaufbahn zulvenden. Im übrigen lvird eine gerlaue Feststellung zweifellos ergeben, daß überhaupt die Zahl der Abrturienten nicht weiter zuniinuit. Im Besuch der einzelnen Universitäten zeigen sich Teine großen Veränderungen. Leipzig, Marburg und Münster haben aur stärksten zu- und Stratzburg> Göttingen und Königsberg a»n stärksten abgenommen. Der Besuch inr einzelnen und die Änderungen ergeben sich aus nachfolgender Zusammenstellung: Berlin hat 8538 Studierende (im Vorjahr 8383), München 6626 (6655), Leipzig 5358 (5171), Bonn 4524 *4460) Freiburg 3178 |3163,, Halle 2855 (2765), Güttingen 2834 (2853), Breslau 2813 (2780), Heidelberg 2668 (2617), Marburg 2522 (2406), Kiel 2336 (2266), Tübingen 2218 (2234), Münster 2168 *2209), Straßburg 1959 (2637,, Jena 2007 (2038), Königsberg 1543 (1646), Wür^burg 1605 (1456), Gießen 1432 (1436), Greifswald 1451 (1443,,; Erlangen 1362 (1291), Rostock 1009 (1005). JrlSgesamr befinden sich an den zehn preußischen Umver)itäten 31579 Studierende, an den drei bayrischen 9533, an den zlvei badischen 5846 und an den übrigen einzelstaatlichen 13985. Freiburg. Im kommenden Sounnersemester werden der Kronprinz von Sachsen und sein jüngerer Bruder die Universität Freiburg für zwei Semester beziehen. Vom Studium der Technik im Sommer 1914. Wie nach den Ergebnissen des letzten Wintersemesters vorauszusehen war, ist die Zahl der Besucher der 11 Technischen Hochschulen des Reichs diesen Sommer wetter in die Höhe gegangen. Die Gesamtzahl beläuft sich auf 12232 gegenüber 11541 im Vorjahr, 12054 vor 6 Jahren und erst 4200 vor 25 Jahren. Davon sind derzeit li 228 tut Besitz eines Reifezeugnisses und demnach vollberechügte Studierende und io04 geringer vorgebildete Fachyörer (Hospitanten,. Die Zahi der inbegriffenen Frauen betragt 82 und die der Ausländer etwa 2 300. Rttt 1647 Gästen (1363 Männer und 384 Frauen), die zu einzelnen Vorlesungen zugelaffen sind, ergibt sich diefen Sommer ein Gejamrvefuch von 13 876 gegen 13 721 vor sechs Jahren. An der neueften Verteilung der Studentenschaft auf die emzelnen Studienfächer ist bemerkenswert ein weiteres srartes Anwachfen der Maschineningenieure, der Elektrotechniker, der Eyemiker und der Schiffsbau- und Schiffsmafchinenbau- Jngenieure und anderseits ein relativer Rückgang der Architekten und Bauingenieure. Untersucht man den Studienort, so findet man an den fünf preußischen Hochschulen 5138 Studierende — 42,1 v. H. der Gesamtzahl eingeschrieben gegen 4 877 iln Vorjahr und an den übrigen sechs elnzetsraattichen 7 693 — »7,9 v. H. siegen 6 664. Der neueste Zuwachs ist demnach den nichtpreußischen Hochschulen stärker zugeflojsen als den preußischen. Wie die einzelne Hochfchme besucht rst und wie sich die einzelne Hochschule auch im Verhättnis zu den Schwesteranstalten im letzten Jahr entwickelt hat, zeigt nachfolgende Gegenüberstellung: Obenan steht die Hochschule der ReichSyaüptstadt mir 2205 Studierenden (Uieyr gegenüber dem Vorjahr 40,, München steht an zwetter Stelle mir 2189 (78), sodann folgen Dresden mit 1328 (107), Darmstadt mit 1301 (74), Hannover mir 1066 (75), Karlsruhe mit 1067 (98,, Aachen mit 789 (42), Danzig mit 767 (30), Stuttgart mit 731 (62), Braunschweig mit 477 (10) und Breslau mit 288 (67). Danach haben am stärksten zugenoulmen Dresden, Karlsruhe, Rtünchen und Hamwver, am gerillgsteu Braunschlveig, Danzig, Berlin und Aachen. Die Stärke der studentischen Universitäts-Verbände. Bei dem zahlenmäßigen Vergleiche erscheint als stärkster Verband in der in diesem Hefte abgedruckten Statistik der Kartelloerband der katholischen farbentragenden Verbindungen. Man muß aber berücksichtigen, daß ä