Mannheim
Compact Memory

KC-Blätter · 1914-08-01 · Heft 11-12 (1.8.1914) · p. Seite 256

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 11-12 (1.8.1914)
Date
1914-08-01
Page
Seite 256 (sequence 28)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2268830-2268874-2268886--1280-3522990
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

256 Zum Dr. jur. promovierte: Fritz Maier (Spr.) Das med. Staatsexamen bestanden: Richard Sachs (S.-Bav.) Das Physikum bestanden: Mond (Rh.), Paul Silberstein (Lic), Buff iLic >, Weltmann (Spr.), Stein (S-Bav., Bav.), Reinsberg (S.- Bav., Rh.», Walter Levy (Lic.) und Bukofzer (Spr) Zum vr. pkil. promovierte: Fritz Silberstein (Spr.). pp □ß NKsdemische Nachrichten □D ÖD Der Berliner Studentenausschuß. Am 33. Juli fanden sich über 2000 Berliner Studierende auf den Ruf des Rektors im Marmorsaal des Zoo ein. Geheimrat Planck erössnete selbst die Versammlung und sprach sich dahin aus, daß die Bildung eines Berliner Studentenausschusses hauptsächlich aus Gründen, die eine einheitliche Repräsentation und die Wahrung der studentischen Interessen bezwecken, zu wünschen sei. Der Ausschuß soll in der Weise gewählt werden, daß je 50 Korporierte und ebenso Nichtkorporierte einen Vertreter in den „weiteren Ausschuß" senden. Dieser wählt seinerseits wieder einen „engeren Ausschuß", der n. a. für folgende Punkte zu sorgen hat: Verwaltung des Studentenfonds, Unterstützung mittelloser Studenten, Veranstaltung von Studienreisen, Herausgabe offizieller Mitteilungen an die Studierenden u. dgl. Um keinerlei Beeinflussung auszuüben, verließ der Rektor und der Universitätsrichter, der ebenfalls anwesend war, den Saal. Die erste längere Debatte bei den folgenden Beratungen entspann sich über, die Ausländerfrage, in der man zu dem Beschluß kam, daß nur reichsdeutsche Studenten im „weiteren" wie im „engeren" Ausschuß vertreten sein dürften, und daß den Ausländern weder beratende Stimme noch ein eigener beratender Ausschuß zu bewilligen seien. Nicht so friedlich endete die zweite wichtige Auseinandersetzung: die Inaktivenfrage. Die Nichttnkorporierten "hatten die Forderung ausgestellt, daß die hier weilenden Inaktiven auswärtiger Korporationen nicht unter die Freistudenten zu rechnen seien, sondern unter I die entsprechenden Kartellkorperationen. Als die Versammlung dies ablehnte, legten 5 von den 6 freistudentischen Vertretern ihr Amt nieder und verließen samt den anwesenden Freistudenten unter Protest den Saal. Recht passiv verhielten sich dagegen die Studentinnen dem gegenüber, daß man nach kurzer Debatte bestimmte, sie könnten nicht in den engeren Ausschuß gewählt werden. Für uns K.-C.er war folgender Punkt von besonderer Bedeutung. Bei den Bestimmungen über die Zuständigkeit des Ausschußes wurde festgesetzt, daß ihm „Fragen der Religion und Politik entzogen sein sollten, wozu indeffen deutsch-nationale Fragen nicht gehörten." Auf die Anfrage eines jüdischen Verbindungs- Vertreters hin, der hinter diesem Worte antisemitische Tendenzen vermutete, und auf den Vorschlag eines paritätischen Studenten, der dieses Wort daher mit „vaterländisch" oder „patriotisch" vertauscht wißen wollte, erklärte ein S.-C.er ün Namen der großen Verbände, daß sie an dem Worte „deutsch-national" festhielten, jedoch versicherten, daß dadurch kein Hinterpförtchen für den Antisemitismus geschaffen werden solle. Diese Erklärung befriedigte. Die Verhandlungen wurden nun ziemlich ruhig weitergeführt und schloßen mit einer en-bloc Annahme des gesamten Satzungsentwurfs. Zum Schluß wählte die Versammlung zur Vorbereitung der Novemberwahlen 12 Vertreter, und mit einem Hoch auf die Universität und ihre Leitung schloß diese recht imposante Versammlung. Nach neuere» Mitteilungen der Preffe sind inzwischen die Satzungen des Ausschußes von der Universitätsbehörde genehmigt worden. Erich Gins* erg. Breslau. Sprengung des Allgemeinen Studentenausschusses. Wie Berlin, so hat jetzt auch Breslau einen schweren Konflikt in der Vertretung der gesamten Studentenschaft. Die Gründe zu den, Konflikt sind in folgendem zu suchen: In der letzten Sitzung des Allgemeinen Studentenausschusses brachte der sogenannte Schwarze Waffenring, der die Korporation mit imbedingter Sattsfaktton umfaßt, Korps, Burschenschaften, Landsmannschaften und Turnerschasten, einen Antrag ein, feine Bertretei^ahl im Ausschuß zu verdoppeln, das heißt von zwei auf vier zu erhöhen. Begründet wurde dies Verlangen durch den Hinweis auf die Anzahl, das Ansehen und das Alter der im Schwarzen Waffenring vereinigten Verbindungen über den Antrag sollte ohne Debatte abgesttmmt werden. Der Antrag wurde abgelehnt und ein Gegenantrag eingebracht, über den vorliegenden Antrag zur Tagesordnung überzugehen. Es wurde erklärt, man müsse der Verwunderung Ausdruck geben, daß immer noch und nicht nur. im engen Rahmen ihrer Korporation, sondern vor aller Oeffentlichkeit die Herren ihre Anschauung von den Studenten erster und zweiter Klasse aussprächen. Dieses Vorgehen des Schwaben Waffenringes sei als eine Ueberhebung gegenüber den anderen Gruppen des; Allgemeinen Studentenausschusses zu bezeichnen. Der Antrag, über den Antrag des Schwarten Waffenrjnges zur Tagesordnung überzugehen, wurde daraufhin mit allen gegen die Sttmmen seiner Vertreter angenommen; darauf erfolgte die Anstrittserklärung des Schwaben Waffenringes. Zusammenschluß der schwarzen Verbände. Ans Vorschlag des Akad. Turnbundes ist ein Zusammenschluß der schwarzen Verbände auf den deutschen Hochschulen nach dem Vorbild der schlagenden Verbände geplant. In den nächsten Tagen sollen, wie verlautet wird, die Tagungen beginnen. Neben dem Akad. Turnbunde werden dem Verbände beitreten: der Kyffhänserverband, der Verein deutscher Studenten und der Sondershäuser-Berband der schwarzen Studentengesang- Vereine. Kartell jüdsscher Verbindungen (K. I. B.) Die beiden zionisttschen Verbände, der P. I. C. und das K. Z. B., haben nach einer Mitteilung der „Jüdischen Rundschau" nach längeren, etwa */« Jahr währenden Verhandlungen am 19. Juli beschlossen, sich zu einer einheitlichen Organisatton znsammenzuschließen. Das neue Kartell führt den Namen Kartell jüdischer Verbindungen (K. I. B.s", seine einzelnen Verbindungen heißen Verbindung Jüdischer Studenten Hasmonea, Maccabaea usw." Wegen seiner historischen Bedeutung ist der Name „B. I. St." als Abkürzung von „Verbindung Jüdischer Studenten" erhalten geblieben. Die Bezeichnung als Verbindung bringt züm Ausdruck, daß man die bisherigen Vereitle korporativ enger zusammenschließen ivill. Die Leitung-der Organisatton liegt in

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.