KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 11-12 (1.8.1914)
- Date
- 1914-08-01
- Page
- Seite 253 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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253 der Beschäftigung mit Fragen der K. C.-Tendenz kaum denselben Wert Haben, da dort naturgemäß allgemeinbildende Vorträge und solche deutschvaterländischer Natur — also nur ein Teil unseres Vortragswesens -, nickt aber solche über jüdische Fragen gehalten wurden.^ In einer anderen K. C.-Verbindung lag das Vortragswesen in den Händen des Fuchsmajors. Im Anschluß an die Fuchsenstunden wurden in regelmäßigen Abständen — im letzten Semester fünf — Vorträge gehalten. Die Referenten waren nur Füchse. Die aktiven Burschen nahmen nur in sehr geringer Zahl daran teil. So begrüßenswert es ist, wenn außer Vortragsabenden der gesamten Verbindung mit Beteiligung älterer K. C. er noch derartige Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Fuchsenunterricht stattfinden, so genügen die letzten allein kaumdie Inaktiven und Alten Herren und die Mehrzahl der akttven Burschen bleiben fern, und das Ganze erhält mehr den Anschein einer etwas freier gestalteten Fuchsenstunde. III. Bei der Mehrzahl der K. C. -Verbindungen läßt sich also eine Besserung gegen früher feststellen. Das Vortragswesen scheint sich ruhig und stetig fort zu entwickeln. Ich glaube jedoch, daß man mit einigem guten Willen dieser Bewegung einen rascheren Impuls geben und binnen kurzem unser Vortragswesen auf eine weit höhere Stufe heben kann. Auch wird manchem K. C. er das bisher Erreichte recht gering erscheinen. Man muß sich über den Zweck der Vortragsabende klar sein. Im wesentlichen sollen sie meines Erachtens die K. C.er über ihnen bisher unbekannte Gebiete belehren, ihnen Gelegenheit zur Vertiefung ihrer Ansichten geben und sie in der Verteidigung ihrer Meinungen üben. Wenn man sich das vor Augen hält, wird man sich nicht darüber täuschen können, daß von Füchsen gehaltene Vorträge kaum den genannten Zielen entsprechen. Wohl kann ein Fuchs gelegentlich über ein neu erschienenes Buch oder über ähnliche Dinge ein gutes Referat erstatten und so zur Belehrung der Hörer beitragen. Doch wird man von ihm keinen Vortrag erwarten dürfen, in dem er von höherer Warte aus einen Ueberblick über ein größeres Gebiet zu geben imstande ist; dazu fehlen ihm die Erfahrungen. Sollte aber in Ausnahmefällen etwas derartiges möglich sein, so wird man doch meist, wenn man ältere K. C. er um ihr Erscheinen zu dem Vortrage bittet, die Erfahrung machen, daß sie der Beteiligung an einem solchen Abend ablehnend gegenüberstehen. Die Ansichten junger Leute, die eben erst die Schule verlassen haben', erscheinen ihnen nicht wertvoll genug, um als Basis der Diskussion zu dienen. Was hier über die Füchse gesagt ist, trifft mehr oder weniger auch auf aktive Burschen zu. Anders, wenn Alte Herren mit gereifter Lebensanschauung sich hören laffen. Hier ist den K. C.ern Gelegenheit geboten, Wohlüberlegtes und Wohldurchdachtes aus erfahrenem Munde zu hören und in der Diskussion nicht als unangreifbare Autorität vor Jüngeren zu stehen, sondern zu einem Kampf mit gleichem Gegner gezlvungen zu sein. Auch für die jüngeren Semester sind solche Abende von ungleich höherem Wert, da sie veranlaßt werden, über die Fehler ihrer eigenen Ansichten schärfer nachzudenken, als sie es bei entgegengesetzten Meinungen eines Gleichaltrigen tun würden. Es wird also, wenn man wirklich die Vortragsabende auf ein höheres Niveau heben will, notwendig sein, die älteren K. C.er zu einer intensiveren Beteiligung im Jntereffe aller Parteien heranzuziehen. Die Verbindungen müssen sich an die Alten Herren wenden, sie anfragen, ob sie über dies oder jenes zurzeit besonders interessierende Thema zu sprechen bereit seien, oder auch Alte Herren, die als besonders tüchtig bekannt sind, anfragen, ob sie über ein von ihnen selbst zu bestimmendes Thema gelegentlich einen Vortrag halten würden. In derselben Weise müssen die Inaktiven zu den Vortragsabenden mit herangezogen werden. Sie stehen noch dem Verbindungsleben nahe genug, um für seine Bereicherung das größte Interesse zu empfinden. Andererseits sind sie doch aus der Studentenzeit soweit heraus, daß ihr Jntereffe sich nicht mehr in den kleinen Alltäglichkeiten des Verbindungsleben erschöpfen, sondern von einem höheren Gesichtspunkte dirigiert werden sollte. Viele sind unter ihnen, die hinsichtlich ihrer Kenntnisse der K. C.-Tendenz und verwandter Gebiete sich mit den Alten Herren des K.C. durchaus messen können. Man wird für viele Gebiete unter den Inaktiven die geeignetsten Referenten finden. Ebenso sind besonders die Inaktiven geeignet, das Vortragswesen in die Hand zu nehmen und zu leiten. Der Aktive ist gewöhnlich zu sehr in Anspruch genommen, um selbst Leute, die für Vorträge in Betracht kämen, aussuchen und sich mit ihnen in Verbindung setzen zu können. Den Inaktiven kommt aber außer dieser Zeit, die sie dem Verbandsintereffe wohl opfern können, auch noch der Umstand zugute, daß sie mit den Alten Herren besser bekannt und daher eher imstande sind, zu wissen, wer für ein betreffendes Gebiet der geeignetste Referent ist. jÜnter allen Umständen muß von der Möglichkeit, Außenstehende, die am K. C. Interesse