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KC-Blätter · 1914-08-01 · Heft 11-12 (1.8.1914) · p. Seite 251

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 11-12 (1.8.1914)
Date
1914-08-01
Page
Seite 251 (sequence 23)
Language
German
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251 Geologie und Paläontologie: Drevermaun (Extraordinariat); Mineralogie: Bo eke (bisher Halle),-Botanik: Möbius; Zoologie und vergleichende Anatomie: zur Strassen. Für theoretische Physik ist noch ein Ordinariat und sür Chemie und Zoologie je ein Extraordinariat in Aussicht genommen. Ferner werden noch folgende Fächer durch Privatdozenten und Dozenten im Nebenamt bereits gelehrt: Chemie: Mayer; organische Chemie: Fleischer; Mathematik: Szatz; Physik: Seddig; Astronomie: Brill; angewandte Chemie und Bakteriologie: Becker. 5. Die wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fakultät: Staatswissenschaften und Volkswirtschaftslehre, sowie Finanzwissenschaft: Arndt, Pohle und Voigt; Versicherungslehre (Mathematik): Brende; Privatwirtschastslehre (Handelswiffenschaften): Schmidt, Calmes und Pape (Extraordinariat); Armenwesen und soziale Fürsorge: Klum ker^Extraordinariat); Privatdozenten, Assistenten und Dozenten im Nebenamt sind bereits für folgende Gebiete tätig: Reichsversicherung und soziale Medizin: Ewald; Reichsversicherungswesen und öffentliches Gewerberecht: Cahn; Genosienschaftswesen und Sozialpolitik: Stein; Börsenwesen: Trumpler; kaufmännisches Bildungswesen und Handelslehrerseminar: Pfeifer; Wirtschaftsgeographie: Kraus; Handels-und Kolonialgeschichte: Franz; Statistik und Kommunalpolitik: Bleicher; Privatwirtschaftslehre: Dröll; Technologie: Berndt usw. Die heute als Teil der Akademie für Sozial- und Handelswiffenschaften bestehende Handels-Hochschule wird dieser Fakultät angegliedert werden, im übrigen aber in bezug auf die Vorbedingungen für die Einschreibung an ihr sowie die Berechtigungen unverändert bleiben. Der hier aufgezählte Lehrkörper \55 ordentliche und 18 außerordentliche Professoren, 19Privatdozenten, 11 nebenamtliche Dozenten und 7 Lektoren, zusammen 105), werden durch die bereits errichteten Lehrstühle, für die noch Berufungen ausstehen, sowie durch die an den Kliniken und den Instituten bereits tätigen Oberärzte, Assistenten usw. ergänzt, so daß bei der Eröffnung der Universität weit über 100 Lehrkräfte vorhanden sein werden. Mit dieser Zahl wird die Universität schon zu Beginn hinsichtlich der Größe ihres Lehrkörpers zahlreiche kleinere und mittlere Universitäten erreichen oder gar übertreffen. So zählten z. B. 1911 einschließlich ihrer theologischen Fakultäten (eine solche fehlt bekanntlich in Frankfurt) Gießen 54, Tübingen 75 und Straßburg 97 ordentliche und außerordentliche Profefforen. Vas Vortragswesen im ll. L. Bon Bruno Feilchenfeld (Spreoia). I. Bor mehreren Semestern prägte Ludrvig Holländer das Wort „von einer gewissen geistigen Blutarmut im K. C." *) Er wies darauf hin, daß, je mehr der rein äußerliche Antisemitismus in den Reihen der Studentenschaft schwinde, um so mehr eine Organisation verflachen müsse, die nur auf Bekämpfung dieses Antisemitismus zuge¬ *) K. C.-Blätter, Jahrgang 2, Heft 3. „Der Geschäftsführende Ausschuß des K. C." von Holländer (Lic.), Berlin. Seite 42 und 43. schnitten sei. So bitter notwendig jener Kamps noch immer sei, so könne er uns K.C.er doch nicht allein ausfüllen. Daraus folgerte Holländer: „Die innerliche Durchdringung mit allen Fragen des Judentums ist Ziel unserer Arbeit." Manches junge Semester hat sich ivohl damals zum ersten Mal überlegt, ob wirklich die Worte des K. C.-Programms von der Entwicklung der Mitglieder zu selbstbewußten Juden so ernst zu verstehen seien. Hatten doch viele K C er den Wert des K. C. nur in der energischen Abwehr antisemitischer Angriffe gesehen und den zweiten Teil des K. C.-Programms nur dahin verstehen wollen, daß der junge K. C.er zum Selbstbewußtsein in diesem Kampf erzogen werden sollte. Die Beschäftigung mit jüdischen Fragen und Fragen allgemeiner Natur war in den Verbindungen — abgesehen von den Tendenzfuchsenstunden, von denen hier nicht die Rede sein soll — nur dann eine intensive, wenn der Zufall in der Verbindung einige besonders sintereffierte Bundesbrüder zusammenführte. Wohl jeder von uns erinnert sich so manchen Semesters, in dem kurz vor Schluß noch ein Vortrag, der einzige seiner Art, gehalten wurde, damit der Semesterbericht nicht garzu trostlos aüssah! Und wem sind nicht Fuchsenprüfungen erinnerlich, die man mit dem niederdrückenden Bewußtsein verließ, daß die Füchse in der Tendenzfuchsenstunde sich keine hinreichenden Kentnisse angeeignet hatten? Dazwischen kamen andere Semester, in denen an regelmäßigen Abenden die Bundesbrüder sich versammelten, um ihre Ansichten auszutauschen und zu klären oder von Älteren sich über Neues belehren zu lassen. Ebenso war der Unterricht der Füchse in der Tendenz in manchem Semester wieder so hervorragend, daß selbst Burschen, die kurz vor der Inaktivierung standen, regelmäßig die Tendenzfuchsenstunden besuchten. Es wechselten ganz unregelmäßig Zeiten eingehenderBeschäftigungmit der Tendenz mit. anderen, in denen nichts für die wissenschaftliche Fortbildung der Aktivitas geleistet wurde. Es war stets eine Personalfrage, ob das nächste Semester außerdem studentischen Leben und Treiben den Bundesbrüdern größere Werte bieten würde oder nicht. Ein innerliches Bedürfnis aller oder auch nur einer geringen Mehrheit war nirgends vorhanden. II. Als Holländer 1911 jene Worte von der geistigen Blutarmut schrieb, sprach er aus, was viele K. C.er mit ihm empfanden. Eine Vertiefung in Tendenzfragen war dem K. C. dringend notwendig. Ebenso wie Holländer das dem

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