KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 11-12 (1.8.1914)
- Date
- 1914-08-01
- Page
- Seite 250 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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250 Persönlichkeit; hier wie dort werde das autorative Bildungsprinzip verworfen. Doch könne man sich bei weitem nicht mit allen Zielen der modernen Jugendbewegung identifizieren, nur das, was allen Richtungen gemeinsam sei, müsse gefördert werden. — In einem Referat „die neue Hochschule" trat Walter Benjamin für eine Vertiefung des deutschen akademischen Bildungsideals ein und forderte eigene Produktivität des deutschen Studenten. — Ueber „Soziale Jugendarbeit" sprach Ernst Joel. Sein Referat gipfelte in dem Wunsche, daß sich der sozialen Arbeit am Volke die dem Studenten nächstliegendste so dringendnötige soziale Arbeit an der Studentenschaft zur Seite stellen möge. — Der Fortbildung des freistudentischen Ideals dienten zwei weitere Referate von l)r. Wilhelm Prentz-Hamburg und l)r. Paul Roth-Leipzig, denen eine gründliche Aussprache folgte. Wenn man die Tagung der Freistudentenschaft überblickt, dann findet man, daß sie vorwiegend von einem starken Idealismus beherrscht war. Aber von jenem Idealismus zur Wirklichkeit ist ein weiter Schritt. Und es scheint, als ob die Freistudentenschast, diese Organisation der Nichtinkorporierten, infolge ihrerdurch ihreZwitternatur verursachten inneren Krisen heute weiter von der Verwirklichung ihrer Ideen entfernt ist denn je. Mußte doch Symanck, einer der bedeutensten Führer der Freistudentenschaft, selbst zugeben, daß die Bewegung seit 1910 einen Niedergang, verzeichne und in einem Rückblick auf die Weimarer Tagung (Rhein. HochschulzeitungNr.6)spricht ein andererFührer, Barbizon, es offen aus, daß der Nachwuchs der Freien Studenten ein geringer ist. So ist es denn verständlich daß keinWortübererrungeneErfolge auf der Weimarer Tagung fiel; dafür ließ sich alles Hinreißen von der durch die Führer geschürten Hoffnung auf die Verwirklichung aller freistudentischen Ideen. Referendar Kurt Ale;ander-Creseld, (Bavariae, Rhenosilesiae). * * * Die Lehrkräfte der frankfurter Universität. Die Berufungen an die Frankfurter Universität, deren Eröffnung am 18. Oktober in Anwesenheit des Kaisers erfolgen wird, sind nunmehr im wesentlichen abgeschloffen, soweit sie für das erste Semester in Frage kommen. Einige weitere Berufungen sowie die Errichtung eines neuartigen Instituts auf dem Gebiet der Rechtswissenschaft sind erst für das Sommersemester in Aussicht genommen. Es ist daher heute schon möglich, eine Zusammenstellung derLehrkräfte, die neu berufen wurden und der bereits an den Frankfurter wiffenschastlichen und medizinischen Anstalten (Akademie, Senckenbergianum, Physikalischer Verein, städttsches Krankenhaus, königl. Institut für experimentelle Therapie, Georg-Speyer- Haus, Irrenanstalt usw.) tätigen und als Universitätslehrer zu berufenden Persönlichkeiten zu geben. Nach dem Bericht der Kölnischen.ZeiMng ergibt sich folgendes Bild von dem Lehrbetrieb an der jüngsten Hochschule DeurschlandS: 1. Die rechtswiffenschaftliche Fakultät: Römisches Recht: Koschacker (bisher Prag) und Peters (bisher Leipzig;) Deutsches Recht: Planitz (bisher Basel) und Burchard; Zivilprozetz und Rechtsvergleichung: Kult ner (bisher Berlin); Strafrecht und öffentliches Recht: Freudenthal und als Extraordinarius: Delaquis (bisher Berlin); Staats- Berwaltungs- und Kirchenrecht: Giese. Nach der Magistratsdenkschrift vom 28. Februar 1911 werden voraussichtlich noch zwei Extraordinariate eingerichtet werden. Außerdem sind bereits zwei Privatdozenten für bürgerliches Recht (H aymann und Saengert vorhanden! 2. Die medizinische Fakultät: Innere Medizin: Schwenkenbecher; Chirurgie: Rehn; Frauenkrank: heilen: Walthard; Dermatologie: Herxheimer- Ohrenkrankheiten: B o ß; Kinderkrankheiten: v. M et t enheimer; Augenkrankheiten: Schnaudigel; Kehlkopfleiden: Spieß; physikalische Therapie: Straßburger; Pharmakologie: Ehrlich und Ellingerbisher(Königsberg), Pathologie: Fischer; Psychiatrie: Sioli und als Extraordinarius: Raecke; Neurologie: Edinger; physikalische Physiologie: Bet he (bisher Kiel); chemische Physiologie: Embden; normale Anatomie: Göppert (bisher Marburg); Hygiene: Neifser; klinische Neurologie: Knoblauch; experimentelle Therapie: Sachs; experimentelle Pathologie: Apolant; Orthopädie: Ludloff (bisher Breslau». Außerdem sind noch zwei Extraordinariate für gerichtliche Medizin und Pharmakologie und zwei Lehraufträge für Zahnheilkunde vorgesehen, einer davon ist bereits den Dozenten Loos übertragen. Die soziale Medizin wird bereits durch einen Privatdozenten (Ewald) gelehrt. 3. Die philosophische Fakultät: Alte Geschichte (Extraordinariat): Barthel; mittlere und neuere Geschichte: Küntzel und Kern (bisher Kiel»; Philosophie und Kunstwiffenschaft: Cornelius und Kautsch (bisher Breslau); Philosophie und Psychologie: S ch um a n n; Geographie: Deckert; Archäologie: Schräder (bisher Wien); Germanistik: Petersen (bisher Basel) und Panzer; klastische Philologie: Otto (bisher Basel) und v. Arnim (bisher Wien); englische Philologie: Curtis; romanische Philologie: Friedwagner; semitische Sprachen: Horovitz (bisher Aligarh in Indien); Sprachvergleichung: Hermann (bisherKiel); beabsichtigt ist noch die Errichtung von je einem Extraordinariat für Sanskrit und Geographie. Außerdem sind bereits durch Privatdozenten usw. vertreten: mittlere und neuere Geschichte: Ohr und Schneider; Religionsgeschichte und Religionsphilosophie: Foerster; deutsche Kunstwiffenschaft: Müller; Lüeraturgeschichte: Korff; Philosophie und Psychologie: Köhler, Schnitze und Werthermer; Ethnographie: Hagen; ferner Privatdozenten, Assistenten und Lektoren für folgende Sprachen: Französisch (2), Englisch (3), Spanisch, Italienisch, Mederländisch, Russisch, Rumänisch und Lateinisch. 4. Die naturwiffenschaftliche Fakultät: Angewandte Physik i Elektrotechnik): Dsguisne; Physik: Wachsmuth; Mathematik: Schönflies und Hellinger; Mathematik und Astronomie: Brendel; Chemie: Freund; und Ebler; physikalische und Elektro-Chemie: Lorenz; Geophysik und Meteorologie: Linke (Extraordinariat);