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KC-Blätter · 1914-08-01 · Heft 11-12 (1.8.1914) · p. Seite 249

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 11-12 (1.8.1914)
Date
1914-08-01
Page
Seite 249 (sequence 21)
Language
German
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249 rates, der der Vorsitzenden Turnerschaft als beratende Instanz zur Seite steht, wurde genehmigt. - Es wurde folgende bemerkenswerte Resolution angenommen: „Der V. C. steht der Beseitigung schädlicher Trinksitten in studentischen Kreisen sympathisch gegenüber. Er begrüßt die Fortschritte, die aus diesem Gebiet bereits im V. C. zu verzeichnen sind und bittet die Turnerschaften, diese Entwicklung in jeder Hinsicht zu fördern." Auch der Rüdesheimer Verband Deutscher Burschenschaften beschäftigte sich, wie uns der „Deutsche Burschenschafter" berichtet, auf seiner diesjährigen Tagung vornehmlich mit der Regelung innerer Ängelegenheiten: Mit dem W. S. C. und V. C. hatten Vorbesprechungen stattgefunden zwecks Einschränkung der tätlichen Beleidigungen und der Verrüfe. Dem Ergebnis dieser Verhandlungen, das im wesentlichen den Marburaer Beschlüssen der Universitätsverbände entspricht, wurde grundsätzlich zugestimmt. In den einzelnen Punkten ist den Burschenschaften, in deren Hochschulstädten schon Waffenringe bestehen, jedoch freie Hand gelassen. — Die Mittelstelle für burschenschastliche Arbeit konnte über erfreuliche Erfolge ihrer Tätigkeit berichten. Es wird ihr für ihre Veröffentlichungen eine ständige Rubrik im „Deutschen Burschenschafter" eingeräumt. Die Mittelstelle richtet zwei Unterausschüsse ein: 1. einen Ausschuß für Arbeiterunterrichtskurse und 2. einen Ausschuß für Leibesübungen. - Die Bugra wird offiziell beschickt. Die Kosten werden der Verbandskasse auferlegt. — Aus den Ueberschüssen des Verbandsblattes konnten 3000 Mark für burschenschaftliche und deutschvölkische Zwecke zur Verfügung gestellt werden. - Der Ausschuß für Burschenschaftsgeschichte soll auch in Zukunft tatkräftig unterstützt werden. Die dazu erforderlichen, ganz erheblichen Geldmittel wurden bewilligt. - Die Spenden für deutschvölkische Zwecke mußten in diesem Jahr mit Rücksicht auf die großen Ausgaben, die zu der Jahrhundertfeier der Deutschen Burschenschaft nötig sein werden, eingeschränkt werden. Der Sondershäuser Verband Deutscher Studentengesangvereine hielt seinen 12. Kartelltag zu Pfingsten in Sondershausen ab. Es wurde beschlossen, Pfingsten 1917 zur Feier des 50jährigen Bestehens des S. B. ein großes Kartellfest abzuhalten. - Ausgenommen wurde die Braunschweiger „Arminia". Die seit Beginn dieses Sommersemesters in Danzig bestehende Kartellvereinigung hat fich als „Akademisch-Musikalische Verbindung Chattia" aufgetan. Der S. V. ist jetzt auf 4 technischen Hochschulen und 16 Universitäten vertreten. Ueber die erste Tagung des neuen Verbandes freier schlagender Verbindungen jSatlia-Würzburg, Thuringia-München und Ghibellinia-Berlin), die zu Franksirrt a. M. stattfand, konnten wir nur erfahren, daß man beschloß, an der Frankfurter Universität eine Verbandskorporation zu errichten. In Weimar tagte wie alljährlich die Freistudentenschaft. Auf dem vorjährigen Berbandstag hatte man Richtlinien ausgestellt, die sich mit hochschulpolitischen Fragen beschäftigten und die an sich der deutschen Freistudentenschast ein schönes und weites Betätigungsbild gegeben hätten. Heute kam, wie in einem Stimmungsbild in der „Rheinischen Hochschulzeitung" betont wird, die alt-freistudentische Richtung zum Siege, die ihre Hauptarbeit in dem Kamps gegen „die verengende Form der Verbindung" sieht, die unvereinbar sei mit dem Erziehungsideal des deutschen Studenten. — Irgendwelche positive Beschlüsse wurden auf der Weimarer Tagung gar nicht gefaßtdafür hielt man große Reden und debattierte viel, sehr viel. — Am Begrüßungsabend hielt Di*. Walter Behrendson ein Referat über die Ethik des studentischen Lebens. Er schilderte, ausgehend von Fichtes Hochschulbegriff, die gegenwärtige ethische Lage in der deutschen Studentenschaft. Er verglich die Hochschuleinrichtungen und Bestrebungen Englands und Amerikas mit den unseren und prägte zum Schluß als Ideal der freistudentischen Bewegung die Forderung: „Höchste Aufgabe des studentischen Lebens sei das deutsche Bildungsideal, das von jedem Studenten in der akademischen Freiheit Selbsterziehung und eigenes Streben nach gründlicher Fachbildung, wiffenschaftlicher Allgemeinbildung und den Grundlagen einer Lebensbildung fordert." — Ueber die Entwicklung der sreistudentischen Bewegung sprach Di*. Symanck. Er stellte fest, daß man heute in der freistudentischen Bewegung mit Recht diejenigen zu sammeln beginne, die eine ganz bestimmte, nämlich die freistudentische Auffassung — im Gegensatz zu der Auffassung anderer nicht inkorporierter Organisationen — vom studentischen Leben haben. — Das Thema „Freie Studentenschaft und Jugendbewegung" behandelte Di*. Kranold. Die freie Studentenschaft könne an den neuen Strömungen der Jugendbewegung nicht vorübergehen, weil beide sich in vielen Beziehungen nahe berührten. Hier wie dort stehe im Vordergrund die sittliche Autonomie der

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