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KC-Blätter · 1914-08-01 · Heft 11-12 (1.8.1914) · p. Seite 247

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 11-12 (1.8.1914)
Date
1914-08-01
Page
Seite 247 (sequence 19)
Language
German
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247 Benutzung der eigenen Lokalitäten, mit der naturgemäß auch die zeitliche Unbeschränktheit des Fechtunterrichts Hand in Hand geht, bedingen den Vorsprung, den unsere Berliner Kartellbrüdern gegenüber anderen Berliner Korporationen heute noch unvermindert haben. Es kann nicht die Absicht dieser Zeilen sein, die Frage der Mängel und der zweckmäßigeren Ausgestaltung unseres Fecktbetriebs zu erschöpfen. Was sie aber sollen ist: Auf einzelne bestehende Uebelstände aufmerksam machen und zu ihrer Beseitigung anregen, damit der Ruhm der unbedingten Fechtschneidigkeit und Wehrhaftigkeit des K. C. im alten Glanze erstrahle. * * * Tagungen studentischer verbände im Sommersemester IM. - Wie alljährlich, so trat auch dieses Mal um Pfingsten die Mehrzahl der studentischen Verbände zu ihren Tagungen zusammen. In den Berichten der Tagungen spiegeltsich der eigenartige Entwicklungsprozeß wieder, den augenblicklich die deutsche Studentenschaft durchmacht. Bon vielen alten, abgestorbenen, das Leben in den Verbänden einengenden Formen sucht man sich zu befreien, um den Anforderungen gerecht zu werden, die die moderne Zeit auch an die heranreifende akademische Jugend stellt. So sieht man denn überall in den studentischen Verbänden das Bestreben, die alten Gebräuche und Sitten in ein neuzeiliches Gewand zu kleiden. Selbst der durch seine Stellung und Geschichte konservativste studentische Verband, der Kösener S. C., hat vor wenigen Jahren begonnen, den Reformbestrebungen auch seine Tore zu öffnen. Es gibt heute kaum eine aktuelle Frage, an deren Erörterung sich nicht die Studentenschaft beteiligtes gibt kaum eine aktuelle Bewegung, an der nicht in irgend einer Weise die deutsche Studentenschaft teilnimmt. Und diese Entwicklung wird von größtem Nutzen sein; denn der Akademiker, an den das Leben besonders hohe Anforderungen stellt, wird ihnen nur dann gerecht werden können, wenn er schon in seiner Hochschulzeit einen Einblick getan hat in das brandende Gewoge der Gegenwartsströmungen. Daß dieser Reformprozeß nicht ohne große Erschütterungen vor sich gehen konnte, ist selbstverständlich. Bedeutete er doch einen Bruch mit einer Unzahl alter, wie ein Heiligtum gehüteter Gewohnheiten. Aber angesichts einer zwingenden Notwendigkeit,. die sich für das gesamte Korporationswesen zu einer Existenzfrage auswuchs, siegten die Reformer. Damit beginnt innerhalb der deutschen Studentenschaft eine Reorganisation, die natürlich, der verschiedenen Tendenz der einzelnen Verbände gemäß, verschieden ausfallen muß. An dieser inneren Verjüngung arbeitet die inkorporierte Studentenschaft noch heute und wird auch noch jahrelang an ihr fortzuarbeiten haben. Diese Tätigkeit ist auch bei den diesjährigen Tagungen nicht zu verkennen. Sie sind im allgemeinen unberührt von großen, das Allgemeininteresse bewegenden Fragen und beschäftigen sich hauptsächlich mit innerpolitischen Angelegenheiten. Jntereffant ist aber, daß gerade die Freistudentenschaft, aus modernen studentischen Reformbewegungen, hervorgegangen ist, schwere innere Krisen zu überwinden hat, die ihre Beteiligung an den Aufgaben, die die andern zu erfüllen trachten, in Frage stellt. — Besondere Aufmerksamkeit wendet man allgemein der Frankfurter Universitätsgründ'ung zu. Ein Beweis für die Bedeutung, die man der jüngsten alma mater beimißt, ist es, daß alle größeren Verbände beschlossen haben, soweit sie noch nicht vertreten sind, im Wintersemester eine Korporation in der alten Kaiserstadt am Main aufzumachen. - Hervorzuheben ist noch, daß nunmehr das Marburger Abkommen endgiltig von den vier großen Verbänden angenommen wurde. Wie der Bericht der „Deutschen Korpszeitung" über den Kösener Kongreß und den Ab geordnetentag des Verbandes Alter Korpsstudenten mitteilt, standen wichtige und allgemein interessierende Verhandlungen auf der Tagesordnung. Da sie aber durchaus interner Natur waren, wurden nähere Mitteilungen iiber sie nicht veröffentlicht. Doch wird betont, daß die gefaßten Beschlüße mit „einer Ueberzeugungstreue und Hingabe vertreten sind, die zeigen, daß es um das deutsche Korpswesen trotz aller Wetterwolken noch gut, sehr gut steht." — Ueber die Gegenstände der Beratung selbst ist mitzuteilen: Der Antrag, die Perhandlungen zu stenographieren, wurde abgelehnt und dafür beschlossen, das Protokoll ausführlicher zu fassen.— Gegen den Spruch eines Ehrengerichts ist weder Berufung noch Revision zuläffig.—Eine Säbelforderung kann nicht auf Schläger herabgesetzt werden, dagegen bleibt die Möglichkeit, Pistolen auf Säbel, schwere Säbel auf leichte herabzusetzen. - Das Wort „Corps" soll wieder mit C statt mit K geschrieben werden. — Sportliche Betätigung innerhalb des S. C. soll gefördert werden; es wurde dabei aber zum Ausdruck gebracht, daß es nicht wünschenswert fei, den Sport überhand nehmen zu lassen, am wenigsten auf Kosten des Fechtens. — Das von vier Marburger Konferenzen in eine definitive Form

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