KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 11-12 (1.8.1914)
- Date
- 1914-08-01
- Page
- Seite 242 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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242 brauchen, wenn sie nach Text, Melodie und Rhythmus sich mit deutschem Empfinden vereinen lassen! Man hat demgegenüber von führender zionistischer Seite entschuldigend darauf hingewiesen, daß ja der Blau-Weiß-Bund nicht allein in Deutschland wandere, sondern auch in Oesterreich, Galizien, Rumänien und speziell auch in Palästina Boden gefaßt habe und daß man diesem Umstande habe Rechnung tragen müssen. Aber damit wird die Sache nur noch schlimmer. Die Schicksale von Jahrhunderten sind an den deutschen, den galizischen, rumänischen usw. Juden nicht spurlos vorübergegangen und von der früher einmal vorhanden gewesenen völkischen Einheit ist so wenig mehr übrig geblieben, daß die europäischen Juden heute ebenso vielen Nationen angehören wie Europa selbst auch. Die einzelnen Zweige des gemeinsamen Stammes haben sich nach ganz verschiedenen Richtungen hin auseinander entwickelt, nicht wesentlich anders wie die verschiedenen Zweige der indogermanischen Rasse auch. Wenn in unseren Tagen der alljüdische Nationalismus diese divergierende Entwickelung wieder in ein konvergierende umzuwandeln versucht, so wird, dies kann auch von nationalistischer Seite nicht geleugnet werden, dieses Zusammenschweißen so heterogener Elemente, falls diese Sisyphusarbeit überhaupt je geleistet werden kann, notwendig, für uns deutsche Juden auf Kosten unseres Deutschtums, deutscher Sprache, deutscher Kultur gehen und dagegen werden diejenigen Juden, die sich mit uns als Deutsche fühlen, und das dürfte die überwältigende Mehrheit sein, bis zum äußersten ankämpfen. Darum kann der Hinweis, daß das Blau-Weiß- Liederbuch auch noch für andere als deutsche Wanderer geschaffen ist, daß es also in Wahrheit internationalen Charakter trägt, uns in unserer Gegnerschaft gegen den Blau-Weiß-Bund nur noch bestärken: Wir wollen, daß unsere Jugend gut jüdisch, aber außerdem nur noch gut deutsch erzogen wird und nur in Deutschland ihr Vaterland erblicken lernt. Möchte man sich aber etwa damit herauszureden versuchen, man habe vieles gebracht, um jedem etwas bringen zu können, so muß auch das zurückgewiesen werden. Man mag ja das Nationalgefühl der Ostjuden reichlich bedacht haben, aber wir deutschen Juden sind dabei entschieden leer ausgegangen. Wohl wird die schlanke Zeder und der Jordan besungen, des Heldengeschlechts der Makkabäer (mit Recht) gedacht, aber nach einem Liede zum Preise des deutschen Waldes, der deutschen Berge des Nheinstroms, des für Deutschlands Freiheit 1813 und Deutschlands Einheit 1870 vergoffenen jüdischen Blutes, darnach habe ich vergebens gesucht. Man hat ja so vieles aus dem „Wandervogelliederbuch" und dem „Zupfgeigenhansl" herübergenommen, weil es über Zeit und Volk hinweg zum Menschen spreche, warum nicht ein einziges jener Lieder, bei denen gerade unser deutsches Herz höher schlägt? Die deutschen Wälder und Berge, Flüffe und Ströme verlocken zum Wandern wie wenige auf der Welt, aber ihrer dankbar im Liede zu gedenken, dazu war im Blau-Weiß-Liederbüch kein Platz! So sieht eben die in der Theorie so hoch und heilig versicherte Neutralität in praxi aus! Der jüdische Wanderbund Blau-Weiß ist nichts anderes als ein Zubringer für den alljüdischen Nationalismus. Mag auch das in ihm gepflegte Streben nach echtem Wandergeist, wie es aus seinen Blättern spricht, noch so sehr für sich einnehmen, wir müssen und werden ihn bekämpfen,weil er seine Mitglieder dem Deutschtum entfremdet. Und darum komme man uns deutsch empfindenden Juden von antisemitischer und von asemitischer Seite, soweit man sich noch einen Schimmer politischer Ehrlichkeit bewahrt hat, nicht länger mit dem Hinweis auf den Blau-Weiß- Bund. Wir aber werden nicht müde werden, unser Recht zn heischen, und hat man es uns genommen, so holen wir es uns wieder. Müssen wir aber unter dem Drucke der Verhältniffe zur Gründung reinjüdischer Wandervereinigungen schreiten so wird deren Lösung sein: Hie gut jüdisch und gut deutsch allewege. Mhstände im Zechtunterricht. Bon Dr. Max Mainzer, Frankfurt a. M. Badeniae, Spreviae. Wer in den letzten Jahren die Berichte unserer einzelnen Kartellverbindungen verfolgt hat, wird mit steigendem Unbehagen bemerkt haben, daß im Gegensatz zu früheren Zeiten die Mensurerfolge teilweise zu wünschen übrig lassen. Mir und gewiß allen denen, die den Werdegang des K. C. und seine historischen Leistungen auf dem Gebiete der fechterischen Tätigkeit selbst mit erlebt haben, gibt es jedesmal einen Stich durchs Herz, wenn ich in Mensurberichten von einem „Auspauken mir Nadelplus" lesen muß. In früheren Zeiten hatte man es nicht nötig, um den Abstand der fechterischen Leistungen unserer Jungens im Vergleich mit anderen Korporationen und Studenten zu belegen, sich auf ein paar schäbige „Nadeln" zu berufen, die man mehr ausgeteilr