KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 10 (1.7.1914)
- Date
- 1914-07-01
- Page
- Seite 225 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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226 - -..: ' i^Sommer^emester 1943^-^.4841;* «^Wintersemester 1913/14 : V .. 5015: Bis zum Wintersemester 1912/13 fand also eine erhebliche! Steigerung stattdas Sommersemester 1913 brachte schon annäheroen Stillstand, und das -letzte Wintersemester gegenüberdem vorhergehenden direkten Rückgang, wenn es auch das Sommersemester, in welchem die Zahl der Fremden immer geringer zu sein pflegt, nochmals ganz unbedeutend übertraf. Der Rückgang trifft ausschließlich dieRusfen, deren Zahl von 2840 auf 2252: sank, so daß also die Gesamtzahl der übrigen Ausländer woch einigermaßen gestiegen ist. Die Zahl der Ruffen hat gerade an denjenigen Universitäten am meisten abgenommen, wo sie bisher am zahlreichsten vertreten waren. So sank ihre Zahl in Berlin von 641 auf 573, in Freiburg von 492 auf 60, in Leipzig von 408 auf 298 usw., so daß andere Hochschulen sogar eine kleine Steigerung erfuhren. In bedeutender Zahl waren noch folgende Nationalitäten auf deutschen Hochschulen vertreten: Oesterreich rund 900, Amerika und die Schweiz je 350, Asien 240, Großbritannien und Rumänien je 150, Bulgarien 120, alle übrigen Länder mit weniger als 100 Studierenden. Die Abnahme der Zahl der Ausländer ist eine Folge der bekannten Maßregeln des Kultusministeriums. Bismarckfeier der deutschen Studentenschaft 1915. Am 22. Juni hat der „Bismarckausschuß der deutschen Studentenschaft" wie alljährlich in Gemeinschaft mit dem „Akademischen Bismarckausschuß zu Hamburg" seine Bismarckgedenkfeier vor der Bismarcksäule in Friedrichsrnh festlich begangen. Bei dieser Gelegenheit sind die beiden Bismarckausschüffe zu einer gemeinsamen Sitzung zusammengetreten, die die seit Jahresfrist in Angriff genommene Vorbereitung derBismarck-Jahrhundertfeier der deutschen Studentenschaft zum Gegenstand hatte. Auf dieser Sitzung waren vertreten: 1. der,-Bismarckausschuß der deutschen Studentenschaft" durch seine 3 Vororte Bonn, Heidelberg und Stuttgart, 2. der „Hamburger Akademische Bismarckausschuß". Auf der Sitzung erstatteten zunächst die 3 Vororte ihren Geschäftsbericht, aus dem hervorging, daß die Anregung des Bismarckausschuffes überall in der Studentenschaft freudige Zustimmung gefunden habe und daß begründete Aussicht besteht, daß die Jahrhundertfeier eine einmütige vaterländische Kundgebung der akademischen Jugend sein wird, die alle Gegensätze in der Studentenschaft zum Schweigen bringt. Die erste notwendige Voraussetzung hierfür erscheint dadurch gesichert, daß auf die Annahme der grundlegenden Anträge des Bismarckausschuffes der deutschen Studentenschaft, über die in diesen Tagen auf sämtlichen Hochschulen verhandelt wird, gerechnet werden kann. Der Zweck dieser Anträge ist der, die notwendigsten Geldmittel für die Jahrhundertfeier durch eine allgemeine Semesterumlage sicher zu stellen und eine Vertretung aller studentischen Organisationen bei der Feier zu gewährleisten. Die Gesamt- Studentischen-Ausschüffe der Hochschulen Bonn, Heidelberg, Stuttgart, Göttingen, haben ihre Zustimmung bereits mit Sttnnneneinheit ausgesprochen. Von einer Festlegung des Festprogramms in seinen Einzelheiten würde abgesehen. Seine Hauptpunkte stehen aber schon jetzt fest: Begrüßungsabend in Hamburgs Festzug und Huldigungsfeier am Hamburger Bismarckdenkmal, Fährt nach Friedrichsruh, Besuch des Bismärck-Mäusöleums, Fackelzug' zur Friedrichsruher Bismarcksäule mit anschließender Feier, Einführung der Festteilnehmer in die Bedeutung Hamburgs als größte deutsche Handelsstadt durch Besichtigung des Hafens, der Rheöerei- und Werstanlagen usw. - v r. •: Ferner ^erstattete Herr Dtt Th. Wohlfarth i einen Bericht über „Das Bismarck-Iahr". Die erste Nummer ist am 21. Juni erschienen und konnte in der Sitzungbereits vorgelegt werden.' In ihrer vornehmen Ausstattung übertraf sie die ohnehin Hochgefpanten Erwartungen. Ihr Hauptinhalt besieht in einer allgemeinen Würdigung der Person und des Werkes Bismarcks aus der Feder des Bismarckforschers Profeffor Erich Marcks. Die weiteren Nummern werden u. a. Abhandlungen folgender Mitarbeiter bringen: Prof. Max Lenz-Hamburg, Prof. Erich Brandenburg- Leipzig, Prof. Hans Delbrück-Berlin, Dr. Fritz Endres- München, Prof. Eberhard Gothein-Heidelberg, Exellenz Prof. Karl Theodor von Heigel-München, Prof. Otto Hintze-Berlin, Prof. Martin Spahn-Straßburg, Exzellenz Reinhold Koser, Generaldirektor der Königlich Preußischen Staatsarchive in Berlin, Prof. Friedrich Meinecke-Freiburg, Dr. Karl Alexander von Müller-München, Prof. Hermann Oncken-Heidelberg, Prof. Felix Rachfahl-Kiel, Prof. Karl Rathgen-Hamburg, Exzellenz Prof. Adolf Wagner-Berlin und Dr. Th. Wohlfarth-Altona. Schon die erste Nummer, die übrigens ein so gut wie unbekanntes Jugendbildnis Bismarcks in vorzüglichem Kupfertiefdruck enthält, ist in einer großen Auflage erschienen, und so steht zu erwarten, daß dieses einzigartige Werk die allseitige Verbreitung findet, die es verdient. Zum Schluffe wurden noch mehrere minderwichtige Einzelsragen erörtert. Die Sitzung hat von neuem dazu beigetragen, die zuversichtliche Hoffnung auf ein volles Gelingen der Bismarck-Jahrhundertfeier zu verstärken. Diese Hoffnung beruht auf der begründeten Aussicht, daß alle Kreise der Studentenschaft die Arbeit des Bismarckausschusses ausnahmslos freudig und tätig unterstützen werden. - Rektor und Hammerbund. Die „Deutsche Tageszeitung" setzte dieser Tage die merkwürdige Nachricht in die Welt, daß der Rektor der Breslauer Universität, Prof. Pax, die Verteilung von Flugblättern für einen von dem herein deutscher Studenten" veranstalteten Vortrag des Generals v. Bissing verboten hätte. Tatsächlich richtete sich das Verbot gegen eine Verteilung der berüchtigten Hammerbund-Flugblätter zur Propagierung eines Vortrages des antisemittschen Reichstagsabgeordneten Werner. Offenbar hatte man nicht ohne Absicht die beiden Vorgänge miteinander verquickt. Die „Schlesische Zeitung" schreibt hierüber: „Der Einsender dieser Notiz hat der „Deutschen Tageszeitung" falsch berichtet :' Seine Mitteilungen, die übrigens merkwürdig spät kommen, entsprechen, wie wir nach Erkundigung bei dem Rektor Magnifikus Herrn Geheimen Regierungsrat Profeffor Dr. Pax erfreulicherweise feststellen können, in keiner Weise den Tatsachen. Für den Vortrag des Generals Freiherrn v. Biffing, der am 7. Mai —nicht, wie die „Deutsche Tageszeitung" sagt, am 15., — gehalten worden ist, ist vom Rektor dem Verein deutscher Studenten ein Hörsaal der Universität mietfrei zur Verfügung gestellt und auch die Ankündigung des Vortrags am schwarzen Brett gestattet worden. Die Ge- . nehmigung zur Auslegung' von Werbeflugblättern ist nicht nachgesucht worden. Infolgedessen konnte die dem Rektor in den Mund gelegte Aeußerung gar nicht fallen. Dem Gewährsmanne der „Deutschen Tageszeitung" ist dabei offenbar eine Verwechselung mit einem anderen Vorkommnis üntergelaüfen. Am 15. Mai veranstalteten nämlich der Reichshammerbund und der Deutschvölkische Studentenverband einen Vortragsabend, an dem der antisemitische Reichstagsäbgeordnete Prof. Dr. Werner (Gießen) über das Thema sprach: „Die Juden als Könige unserer Zeit". Die Ankündigung dieses Vor-