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KC-Blätter · 1914-07-01 · Heft 10 (1.7.1914) · p. Seite 224

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 10 (1.7.1914)
Date
1914-07-01
Page
Seite 224 (sequence 16)
Language
German
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324 : Daß. wir. trotz der mannigfachen Vergnügungen «inen strammen Berbindungsbetrieb aufrechterhalten, zeigt das rege Fechten und die zur Ausbildung in der Tendenz gehaltenen Borträge. Wir möchten hier noch besonders unserm l. A. H. Dr. Levi für seinen hochinteressanten Bortrag über „Ziele und Bestrebungen des K.C." danken. Es traten weiterhin in die Verbindung ein: stuck, iur. Kurt Steinberg aus Lübbecke (Wests.), stuck, inr. Herbert Zimmt aus Sprottau, stuck, meck. Hans Brinitzer aus Görlitz, stuck, meck. Artur Schäfer aus Görlitz. Biadrina. Unsere Antrittskneipe fand am 23. Mai statt. Wir danken auch an dieser Stelle Herrn Dr. Mainzer (Bad., Spreu.), daß er in liebenswürdigster Weise die Tendenzrede zu halten übernommen hatte. Unser Bundesbruder i. a. B. Dipl.-Jng. Max Grünberg promovierte zum Dr.-Jng. Saxo-Bavaria. Am 9. Juni eröffneten wir das 2. Halb-Semester mit einem Dämmerschoppen auf der „Bugra". Am 20. Juni veranstalteten wir mit unseren Couleurdamen eine wohlgelungene Stechkahnpartie auf der Pleitze nach Lößnig. Unser Bbr. Bechhof hält seit Pfingsten einen Vortragskursus über „Jüdische Religions-Philosophie". Friburgia. Unter Leitung unseres Fuchsmajors für Tendenz, Rosenkranz, hielten wir Referatabende ab, an denen die Füchse über die neuesten Ereignisse, die von besonderem Interesse sind, sprachen; anregende Diskussionen, an denen sich die A. H. A. H. und ältere Burschen lebhaft beteiligten, schlosien sich an. Am 24. Juni machten wir einen größeren Dampserausflug mit unseren Damen über das Haff, der in schönster Harmonie verlief. Am.17. Juni 1914 verschied fern von der Heimat, im städtischen Krankenhaus Frankfurt a. M., die Frau des Gründungsphilisters und ältesten A. H. der Licaria Dr. Carl Frensdorff tBadeniae-Licariae), Paula geb. Neuberg im Alter von 34 Jahren an einem Herzleiden. Die Frankfurter K.C er vereinigten sich am 18. Juni 61/, Uhr mit der Familie der Entschlafenen zu einer stimmungsvollen Trauerfeier in der Kapelle des Krankenhauses und geleiteten die u. a mit Kränzen der Badenia, Licaria und der Vereinigung Frankfurter K.C.er geschmückte Bahre zum Bahnhof. Die Beerdigung fand in Hannover statt. Unserem Berbandsbruder Dr.. Carl Frensdorfs in Hannover sei auch an dieser Stelle unser herzlichstes Beileid ausgesprochen. Personalnachrichten. Das Med. Staatsexamen bestanden: Bruno Goldstein (Th.), Arthur Bär (Bav.j, Alfred Weinberg (Lic., Sax.-Bav.) Zum Dr. med. promovierte: Alfred Weinberg (Lic., Sax.-Bav.) Das Physikum bestanden: Simonsohn (Lic.), Manfred Pick (Lic.) und L. Rothschild (Lic.) Das Referendarexamen bestanden: Walter Rosenbaum ,Rh.), Richard Alexander iLic.), Ernst Scheyer (Lic ), Fritz Goldschmidt I (Spr.), Kurt Alexander (Bav., Rh.) Zum Dr. jur. promovierte Georg Biermann (Lic., Sp.) OB Akademische Nachrichten. Aus der deutschen Burschenschaft. Die „Neue Straßburger Zeitung" bringt folgende Notiz: „Dem Vernehmen nach hat sich die deutsche Burschenschaft auf ihrer diesjährigen Tagung in entscheidender Weise mit dem Judenparagraphen befaßt und ihn gegen eine starke Minorität in antisemitischem Sinne und zwar so zur Entscheidung gebracht, daß fortab den jüdischen Kommilitonen der Eintritt in die Burschenschaften verwehrt tvird. In Anbetracht der Tatsache, daß zu den Gründern und Führern der freiheitlichen burschenschaftlichen Bewegung Juden gehörten und gehören, mutet diese noch ihrer Bestätigung Harrende Meldung wie ein Treppenwitz der Weltgeschichte an. Eine größere Anzahl, insbesondere süddeutscher Burschenschaften, sollen sich auf Grund dieser Entscheidung mit dem Gedanken des Austritts aus dem Verbände tragen. Wie wir weiter vernehmen, sollen hiesige Burschenschaften mehr im norddeutschen, preußischen Fahrwaffer segeln, wohingegen wieder deren alte Herren in ihrer Mehrzahl mit den jungen nicht konform gehen und ihrerseits den Austritt aus den Burschenschaften vollzogen haben sollen." Der in der» Burschenschaftlichen Blättern erschienene Bericht über die Verbandstagung enthält nichts über diese selsame Nachricht. Die Nachricht selbst erscheint auch gänzlich unwahrscheinlich, da tatsächlich seit 1896 keine Juden mehr in der deutschen Burschenschaft ausgenommen worden sind, so daß kein Anlaß bestand, ein ausdrückliches Verbot der Aufnahme von Juden zu erlaffen, um so weniger, als in den letzten Jahren eine Diskussion der Judenfrage in dern Verband ausgeschaltet zu sein scheint; Burschenschaftern, die hierüber gefragt wurden, war von der ganzen Sache nichts bekannt. OB □o Das Waidhofener Prinzip und die Burschenschafter der Ostmark. Wiener Blätter hatten die Nachricht verbreitet, die Burschenschaft der Ostmark habe auf ihrer letzten Tagung den Beschluß gefaßt, das Waidhofener Prinzip, das den Juden die Satisfaktionsfähigkeit abspricht, fallen zu lasten. Diese Mitteilungi st jedoch dementiert worden; tatsächlich hatte auf dem zu Pfingsten in Marburg (Oesterreich) abgehaltenen Burschenschafterlag die Jnsbrucker Burschenschaft Germania, welche auch im Jahre 1896 den Waidhofener Standpunkt aufgestellt hatte, beantragt, die Burschenschaft möge sich in ihrer Gesamtheit auf das Waidhofener Prinzip stellen. Von den 44 österreichischen Burschenschaften stehen nämlich nur 29 auf dem Waidhofener Standpunkt, während 15 denselben nicht angenommen haben Die Mehrzahl der Delegierten der einzelnen Burschenschaften vertrat die Ansicht, daß die Entscheidung über den Antrag nicht der Kompetenz des Verbandes unterstände sondern daß es lediglich Sache der einzelnen Burschenschaft sei, welchen Standpunkt sie in der Frage der Sattsfaktion den Juden gegenüber einnehmen wolle. Die überwiegende Mehrheit der österreichischen Burschenschafter wird also auf dem Waidhofener Standpunkt beharren und auch in Zukunft kneifen. Ausländer auf deutschen Universitäten. Wie die Deutsche Volkswirtschaftliche Korrespondenz mitteilt, betrug me Zahl der immatrikulierten Ausländer: Sommersemester 1911 . 4522 Wintersemester 1911/12.4963 Sommerfemester 1912 .4824 Wintersemester 1912/13.5193

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