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KC-Blätter · 1914-07-01 · Heft 10 (1.7.1914) · p. Seite 223

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 10 (1.7.1914)
Date
1914-07-01
Page
Seite 223 (sequence 15)
Language
German
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223 Wenn durch systematische Schönfärberei und Fälschung der Berichte solche Hoffnungen geweckt und so aussichtslose Ntopienzur Grundlage politischer Arbeit oder gnr d er Erziehung unserer jüdisch enJugend gemacht werden, dann ist es heiligePflicht, dagegen Front zu machen und über die wahre Sachlage aufzuklären. Ich hoffe, Bavaria. Wir schlossen die erste Hälfte des Semesters am 26. Mai und erösfneten die zweite Hälfte am 8. Juni mit einem fröhlichen Frühschoppen im „Weißen Bock". Am 7. Juni zeigte uns das Fest, das uns der U.O. B. B. gab, in welch' guten Beziehungen wir zu der Philisterschaft stehen. Wir werden uns mit einem Damenausflug revanchieren. Eine große Anzahl der Aktiven fuhr zum 15jährigen Stiftungsfeste der Rheno-Silesia. Für die außerordentlich liebenswürdige Gastfreundschaft der l. K.-V. danken wir auch an dieser Stelle. Die l. K.-V. hat uns wirklich wundervolle Stunden bereitet. In liebenswürdiger Weise hat sich Herr Rabbiner vr. Pinkus bereit erklärt, eine Reihe von Borträgen bei uns zu halten. In der letzten Nummer war die Anzahl der Krassen irrtümlich auf 23 angegeben; sie beträgt 24. Auch war vergessen anzugeben, daß die Füchse 8tud. jur. Dalsheim aus Frankfurt und 8tuci. für. Simon aus Frankfurt bei uns aktiv wurden. Sprevia. In der 2. Woche ds. Monats veranstalteten wir mit unseren Bundesschwestern und Couleurdamen einen Dampferausflug nach dem herrlich, gelegenen Prinzengarten am Amggelsee. Sonniges Wetter, reichhaltige Abwechselung von Spielen, Tanz und Kabarett und eine stimmungsvolle Nachtfahrt unter dem Scheine der gelb-weitz-schwarz blinkenden Lampions auf den Wassern des Müggelsees und derSpree trugen zum vollen Gelingen des prächtigen Ausfluges bei. Auf Exbummeln und Exkneipen lernten die auswärtigen Bundesbrüder die reizende Umgebung von Berlin kennen. Daneben ivird auch die ernstere Seite des Korporationslebens nicht vernachlässigt. Es herscht ein strammer Fecht- und Turnbetrieb, und erfreulicherweise wird von den meisten Bundesbrüdern sehr viel Sport getrieben. Am zweiten Vortragsabend sprach Herr Dr. Wiener, der Herrn l)r. Nathan auf dessen Palästinareise begleitet hatte, Liber „Palästina nach dem Sprachen-Kampf". Der Bortrag, an den sich eine rege Diskussion anschloß, war sehr interessant und brachte uns sehr viel Neues. In die Verbindung trat noch ein: stud med. Adolf Lißner aus Wronke. Philistriert wurden Martin Rüsenberg und Fritz Goldschmidt l. Der Brand-Fuchs Gins-: berg wurde rezipiert. Licaria. Auch dieser Monat nahm den bei uns gewohnten schönen Verlauf. Ein strammer Fechtbetrieb und die eifrige Pflege jeder Art von Sport sorgten für; die Ausbildung der Bundesbrüder in körperlicher Beziehung. Andererseits förderten zahlreiche Tendenzvorträge in der Fuchsenstunde, sowie häufiger Besuch von Theatern, Konzerten und all' dem, was München an Kunst bietet, die geistige Ausbildung der Bundesbrüder. ‘ Am 10. d. M. fand eitt Damenäusflüg statt, der uns an den Ammer- und Weßlingersee führte und den üblichen glänzenden Verlauf nahm. Auch sonst nahmen daß weine Ausführungen dazu beitragen werden, jedem die Ueberzeugung zu geben, daß die Zukunft des Judentums nicht durch die Palästinakolonisation gewährleistet werden kann, sondern nur durch die intensivste Arbeit in dem Lande, das unsere Heimat »und unser Vaterland ist. * $ * OB □ß die Bbr. die Gelegenheit wahr, die herrliche weitere Umgegend Münchens kennen zu lernen. Es meldete sich noch akttv: stud. med. Richard Bachmann aus Marburg in Westfalen. Rezipiert wurden die Brander: Mendershausen, , Kahn, Seelmann, Grunewald, Picard, Lazarus, Weil,; Mendel. Am 18. Juni findet die Semesterschlußkneipe statt, : vor der wir noch eine Flotzfahrt veranstalten werden. Das. Semester schließen wir am 22. Juli mit einem Frühschoppen auf der Kneipe. Fuchs A. Levi ist abgegeben worden. Rheno-Selisia. Auf dem großen Festkommers unseres 15. Stiftungsfestes kam wieder. einmal all das zum Ausdruck, was unsere Verbindung in den Jahren ihres Bestehens kämpfend erreichte. Jene Ideale wurden verherrlicht, für idie sie noch heute ungebrochenen Mutes kämpft und deren Verwirklichung sie mit froher Zukunftshoffnung entgegensieht. Der Festkommers hat uns gezeigt, daß man unserem Ringen nicht mehr - urteil- und verständnislos gegenübersteht, daß der unselige Jndifferentismus, schlimmer noch als bie verfehlteste Parteinah nie, aufgehört hat; wir dürfen im Gegenteil aus dem freudig zustimmenden Verhalten der Bonner Gemeinde frischen Mut zu frischem Beginnen ' schöpfen. Nach einer geistvollen Tendenzrede von I)r. Kehr (Lic.), dem wir für die bereitwillige Uebernahme der Rede nochmals herzlichst danken, hielt i. a. B. Alexander die Vaterlandsrede. Außerdem sprachen die Herren Bankier David als Vorsitzender der Synagogengemeinde Bonn, Cohn als Vertreter der Rheinland-Loge Köln, Or. Herrmanns für den Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Herr Wolff für den Bonner Jugendverein und Rechtsanwalt vr. Cohn im Namen der Philisterschaft. Der Festkommers, zu dem zahlreiche auswärtige Kartell- und Bundesbrüder herbeigeeilt waren, wird einen Merkstein in der Geschichte unserer Verbindung bilden. Besondere Freude bereitete uns die Anwesenheit von 18 Bavaren, die auch am folgenden Tage an unserer in bester Stimmung; verlaufenen Exkneipe inHonnef teilnahmen. Sonst ist zu berichten, daß i. a. B. Blank wegen; Exemensarbeit das Fuchsmajorat für Komment an Löwenthal, äbgab. Aktiv meldete sich stud. med Otto . Lucas aus Soest.lWestf.). Philistriert wurde Alexander.; Das Tendenzfuchsmajorat übernahm, nachdem A. H.! Alexander Bonn verlassen hatte, Simons. Ghibellimä. Wir hatten in diesem Monat das Vergnügen, häufig Kbr. Kbr. und A.H. A.H. bei uns zu - sehen, deren Besuch uns willkommenen Anlaß zu manch' j besonderen Vergnügungen bot. So sei hier nur einem? Umzüg erwähnt, den wir zu Ehren eines Kartell-; bruders durch die Stadt machten: Vorn 2 Bundesbrüder! hoch zu Roß, hierauf in einem Wagen der Gefeierte, ' anschließend dann die Wagen mit den Inaktiven und I Burschen sowie ein Kremser mit den Füchsen. □o Verbands-Nachrichten.

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