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KC-Blätter · 1914-07-01 · Heft 10 (1.7.1914) · p. Seite 216

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 10 (1.7.1914)
Date
1914-07-01
Page
Seite 216 (sequence 8)
Language
German
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/- 216 Msthrheit „geistiges Zentrum jüdischest Ed^ Mfundey, zugleich auch den vielen, von MgWser..Sehnsucht getragenen Menschen .b^er Gegenwart das^ anziehende Beispiel einer alten aeschlMjchen Religion gegeben, die sich mit der dfid^W.rmHinklang weiß/.Wie .schön wäre e^, wenn M,tiefer Denker und em stärk empfindender JHe wfeUchad-haam mithelfen würde, die Lösung di/Kr brennenden Probleme herbeizuführcn! ,/Daß seine eigenen Hoffnungen und Ideale fsist HrW — . übrigens, so steht die Frage, orthodoxe oder liberale? — jüdische Geisteszentrpru sich erfüllen werden, glaube ich nicht. Hx selbst gibt eine „tausendjährige" Wanderung bis zu seinem Ziele zu. Wie soll es möglich sein, derp Mrlangen Achad-haams zu entsprechen, daß dMHside in lebendiger Arbeit Anteil nehme am Lebeyund Weben der Völker, mit denen er seine eigene Kultur verbinden soll, und trotzdem seine Ngtippal-jüdische Charakteristik so lange bewahre, hiZ endsich einmal die verlangte große Vorarbeit istjestem jüdischen Geisteszentrum, in Palästina, geleistet ist? Oder soll schon die Existenz eines erst in der Entstehung begriffenen „geistigen Kulturzentrums" im fernen Palästina, sei es nun orfhpdox oder liberal, tatsächlich auf die Juden der ganzen Welt, sowohl die Orthodoxen wie die Liberalen, einen so tiefgreifenden, konservierenden Einfluß auszuüben imstande sein? . Nein selbst der Jude, der jede metaphysische Ueberzeugung aus seiner Weltanschauung zu streichen geneigt oder innerlich gezwungen ist, wandelt nicht gar so weit ab von den Äahnen, die auch Achad-Haam vorgezeichnet, wenn er einen Typus edlen Europüertums oder, weiter gefaßt, reinen Menschentums schaffen hilft, das durchaus nicht mit dem billigen Schlagwort vom „verwaschenen Kosmopolitismus" abzutun ist. Es gilt das Allgemeinmenschliche, das der Jude zuerst entdeckt und in der ethischen Idee des Rechtsgedankens fundiert gesunden hat, in unserer modernen Kultur theoretisch und praktisch zur vollen Geltung zu bringen. Damit ist noch lange nicht gesagt, daß in einer gleichmacherischen, darum langweilenden Uniformität, alle Eigenart der Individuen und Stämme aufgehoben werden soll. Hüten wir uns nur vor aller Einseitigkeit! Suchen wir das Nationale und das Universale, das Spezifische und das Allgemeine, das Jüdifche Md das Deutsche, dys Europäische und das Menschsiche ist. uns zu. doller Harmonie zu vereisten. Lassen wir. uns nicht verlocken von den Ssimmen derer, die. uns aus der Freiheit und ,Weite in die Enge eines. wie immer gearteten .rststiostalen Chauvinismus führen möchten. Bleiben wir Juden.und Deutsche, die auf. deutschem Boden judische und'.desttsche Kultuxwestte zür.Höhe reisten Menschentums aufgipfeln wollen.. Die- Zeit ist ernst, der Fragen sind viele, die Probleme sind brennnend. Ja, wir sind „am Scheidewege^!! -r- * * Non stud. mecl. Erich Weltmann (Spreviae), Berlin. Wenn jemand, der dem akademischen Leben fernsteht, das Wort Bierehrlichkeit zum ersten Male hört, wird er ganz erstaunt nach seiner Bedeutung fragen: „Spielt denn das Bier bei den Studenten eine solche Rolle, daß man ihre Ehrlichkeit nach ihrem Bierkonsum beurteilt?" Und auch der Erfahrenere, der schon etwas vom Bierkomment gehört hat und weiß, daß die Bierehrlichkeit nicht von der Menge, sondern vielmehr von der strikten Befolgung dieses Komments abhängt, ist seltsam berührt, wenn er sich vorstellt, daß „die armen Füchse aus Befehl unzählige Ganze trinken müssen." Doch diese Ansicht beruht auf einem Irrtum. Zwar spielte früher das Bier eine große Rolle im Leben des Korporationsstudententatsächlich entstand ja damals der Begriff der Bierehrlichkeit mitBezug auf das Jnnehalten des Bierkomments. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Bierspiele auskamen, wie z. B. die Biermette, der Fürst von Thorn und besonders der Bierstaat, dessen Herrscher in einem Bierdorse Hof hielt, gab es natürlich auch eine Bierehre; man verlor sie, wenn man „knackte", d. h. seinen Bierverpflichülngen nicht nachkam, und man konnte sie nur durch das Trinken einer Anzahl von Ganzen wieder reinwaschen, sich „in die Bierehrlichkeit zurückpauken". In unseren Zeiten jedoch, da dem Bier bei weitem nicht mehr dieser ausschließliche Wert beigemessen wird, hat sich die Bedeutung des Wortes gewandelt. Man verlangt zwar auch heute mit Rücksicht auf die Disziplin in der Verbindung, daß man seine Bierverpflichtungen erfüllt und nicht „knackt". Ein altes Stuoentensprichwort lautet: „Wer knackt, der kneift." Damit kommen wir auf die heutige Bedeutung des Wortes; man hat den Beginff auf das Wichtigste im Leben des Couleurstudenten, auf das Fechten übertragen. Ein bierehrlicher Student darf in Ehrenangelegenheiten nicht „kneifen", er muß seine Ehre verteidigenebensowenig darf er sich dem beleidigten Gegner entziehen, wenn dieser genötigt ist, seine Ehre zu wahren. Auch von dem Fechter verlangt man, daß er nicht mit der Wimper zuckt, wenn ein Hieb sitztman erwartet, daß er bjerehrlich stehst Und. der. Cvuleurstudent,. der feinem Bundesbruder einen Schlägen oder Säbel

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