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KC-Blätter · 1914-05-01 · Heft 8 (1.5.1914) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 8 (1.5.1914)
Date
1914-05-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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jeder Techniker, der im K. E. aktiv ist, nach Darmstadt kommen soll. Denn wir wissen, daß sich nicht jeder eignet, bei uns aktiv zu sein. Unsere Tradition, unsere Art und unser Wesen ist anders als bei den meisten anderen Korporationen: wir verlangen von jedem einzelnen, was andere Verbindungen von vielleicht ein oder zwei ihrer Aktiven fordern, wir verlangen alle seine Kräfte und seine 'Arbeit. Das einzige, was wir ihm dagegen bieten können, ist Gemütlichkeit und unbedingte Treue. Nicht jeder kann es leisten, was wir verlangen, und deshalb stoßen wir unbrauchbare teilte leichter ab als andere Korporationen. Um uns aber in dieser Z-orm, die zu unserem Kamps in Darmstadt nötig ist, erhalten zu können — und wir würden lieber untergeben, als einen Moment unserer Tradition untreu zu werden — dazu brauchen wir Matena!, viel Material. Und wie steht eS danr.t? Es ist wahrhaftig kläglich; von all den jüdischen Techniken,, die nach Dannstadt kounncn, ist keiner von einem Kartettbruder angemeldet worden- und wenn es gut geht, haben sie auch vielleicht noch nie etwas vorn K. E. gehört. Das ist jchliuun, sehr schlimm. Denn ganz abgesehen davon, daß es kläglich ist, zn sehen, daß immer noch eine ganze Reihe junger Verne aus die Hochschulen und Universitäten kommen, ohne eine Ahnung von unserer Tendenz zu haben, gehen uns sehr viel Wüchse dadurch verloren, das; der richtige Zeitpunkt, sie zu keilen, veriänmt wurde. Aber das ist nicht alles: (Gerade hei uns Technikern sind junge Veute leicht zu beeinflussen, wenn es sich um die Wahl der Hochschule handelt: Erzählt man ihnen von den mannigfachen Unterstützn»»gen und den hansenwcisen reichen Anregungen, die sie in Darm» stadt von uns finden können, dann geht mancher nach Darmstadt, der vorher nie daran gedacht hätte. Aber man keilt dort draußen nicht für Darmstadt. Denn, ganz zu schweigen von dem geringen Interesse, aus das wir Viadrincn leider chter stoßen, kümmern sich die Herren von der Umversität meist gar nicht um diese „Handwerker", von deren Stndiengang sie meist nicht den blässesten Schimmer haben; ob einer Maschinen» baller, Elektrotechniker. Bauingenieur oderA rchitek» ist, das ist für diese teilte gar kein Unterschied. „Znge»tienr" — damit verbindet sich meist ein unklares Bild von schmntzigen Händen lind ein paar Eiseltschraitben und Eisenträgern — der Raine ohne Inhalt ist meist das Alpha und ^mega ihres Wissens von uns Technikern. Und doch, meine Herren, gibt es da faß mehr Unterschiede und Fakultäten, als auf der Universität. Allerdings besteht insofern bei uns Techniken, aller Berufe eilte Gleichheit, daß wir, ähnlich »vie der Mediziner sein Phnsikttlll \n machen hat, alle nach vier Semestern ein sogenanntes,,Bvrejcamcn'* ableaen müssen, daß wir alle kürzere oder längere Zeit, je nach dem Studium, praktisch gearbeitet haben müssen, und daß wir alle nach' unserem Schlußexamen denselben Titel „Diplom-Ingenieur" tragen. Sonst aber herrscht eine mustergültige Scheidung und Trennung. Ein Architekt baut keine Tunnel, ein Maschinenbauer keine Häuser, ein Bauingenieur entwirft nicht die Pläne für ein Botschasterpalais in Washington! Alles ist schön geregelt. Da ist zunächst der Clou von Dannstadt, das Gebiet der Architektur, d. h. der Leute, die Hochbau treiben, nämlich Häuser bauen und einrichten und nebenbei sich mit Kunstgeschichte und Städtebau beschäftigen. Ein paar Namen, die allein schon Klang genug in der Welt besitzen, Walde, Vetterlein, Putzer, Meißner und Hosmann, sprechen für die Güte der Fakultät, die wohl als die beste in Deutschland gelten darf. Bekannt ist ja wohl auch, daß die gesamte moderne Architektur sich auf die Bauten stützt, die in Darmstadt im „Ki'mstlerviertel" und im „Tintenviertel" entstanden sind. Kaum weniger gut dürste der „Maschinenbau" gelehrt werden, der höchstens noch in Eharlottenburg gleich gut vertreten ist. Was diese Veiite, die „Maschinenbaner", tun, sagt der Name deutlicher als jede Erklärung. Die "Rainen Heidebrock, Gutermnth und Braun sagen mehr als alle Worte. Ganz anders hantiert der Elektrotechniker, den Wirtz und Kittler bearbeiten. Der schlägt sich herum mit Telephon nnd Telegraph, der macht radiotelegraphische Bersilche und legt sich in seine Bude selbst elektrisches Licht. Auch eine Unmenge von Ehemikern, Mathematikern nnd Natnrwissenschastlern lausen herum, die nicht, wie aus den Universitäten, nur theoretisch ansgebildet werden, sondern deren Heranbildung sich io vollzieht, daß sie stets Hand in Hand mit der Technik arbeiten. Auch die „Papiermacher" sotten nicht nnerwähitt bleiben, da sie, als Uuterabteiluug des Maschinenbaus» ein eignes Lehrgebiet bildet». Daß luiv in Darmstadt, außer Hannover, die einzige Hochschule sind, die eilten eigltett Lehrstuhl sür Lnsrschissahrt besitzt, ist ja beka»tnt. Sie sehen, meine Herren, auf so einer Hochschule gibt es tttancherlei verschiedene Dinge, die gar nicht so tlninteressant sind, wie sie zttnächst erscheinen. Vielleicht, daß Sie ttns „Hattdwerker" nttn doch etwas anders anschattett. Aber das ist nicht nufer Zweck: Wir wollet», daß Sie min endlich anch sür »ins arbeiten »»nd »»ns nicht länger als Stiefkinder behandeln. Wir bitten nicht dar»»»»» - das nm wir Viadrine»» prinzipiell nicht - wir verlangen es von Zhnen! Wir Viadrinen rufen Zhueu absichtlich diese Worte z»» Semeslerbeginn t»»»d »»icht z»t Semestev

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