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KC-Blätter · 1914-05-01 · Heft 8 (1.5.1914) · page 23

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 8 (1.5.1914)
Date
1914-05-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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Montag, den 15. Juni: Besuch der deutschen Werkbundausstellung in Cöln. Abends : Veranstaltung der Vereinigung Cölncr Das genaue Programm wird im Juni-Heft der K.C.-Blätter bekannt gemacht. Es ergeht die Bitte an alle K.C.er, die für das Rheinfest angesetzten Tage von andern Verabredungen frei zu halten. I. A.: Die Redaktion. * * * Offener Brief an -ie Herren Nartellbrüder. Es hieße Vogel-Strauß-Politik treiben, wenn wir nicht einsehen wollten, daß unser Kamps um das Recht immer schwieriger wird, und daß wir Gefahr laufen, zurückgedrängt zu werden. Wir tragen unsere Waffen gegen den Antisemitismus, und wo wir sie führen, da glauben wir zu siegen. Aber der Antisemitismus ist wie die Hydra: Schlägt man einen Kops ab, dann schießen zwei neue Köpfe dafür hervor. Der Antisemitismus, der dank unseren Kämpfen ein säst überwundener Gegner schien, sammelt neue Kräfte, Und er sammelt sie gut. Wie Pilze nach dem Regen, fo schießen sie empor, all die Dinge, die eS uns verraten, daß wir einer neuen antisemitischen Aera entgegengehen, die all unsere Kräfte in Anspruch nehmen wird: llntcrschätzen wir nicht die Pamphlete deS ,^HammerbnndeS" in ihrer zerfetzenden Wirkung, übersehen wir nicht still, schweigend daS Liebäugeln mancher Korporationen mit dem Waidhosner Prinzip, lachen wir nicht über Semigotha und Semikürschner, die unS wie schlechte Witze anmuten, und gehen wir nicht mit einem vielsagenden Achselzucken, hinter dem nichts steckt, über die Ereignisse der letzten Ostertage hinweg: Sie zeigen es jedem, der sehen will, daß der Wahnsinn der Rassentheorie immer mehr Köpfe verwirrt. And den Stuben der Leute, die sich Gelehrte dünken, ist der fanatische Judenhaß, wie eine ansteckende Krankheit, hinaus, gedrungen in die Welt derer, die nachbeten, ohne den Sinn ihrer eignen Worte zu verstehen. Und das Dutzend Leute — wenn es überhailpt so ou-.i* sind — das heilte den Antisenlilisllllls in Deutschland ,macht", arbeitet gut. Selbst die harnllosen Schulkinder, die keilte Sorgen fntncn »lnd denen alleferner liegt, als sich Gedanken machen über ,Flassenerhaltnng" und ,Staffen- Hygiene sind angesteckt worden von deil» Gift, das unsere Feinde ihnell, bald ln stärkeren, bald in schwächeren Dosen, einträllselten. Der „Wandervogel", der Zusammenschluß der Jungen, die lachend und pngend hinausziehen in die Welt, um ein paar Stunden den Staub der Stadt und ihre Konvention zu vergeffen, ist antisemitisch geworden. Kein Tüfteln und Klügeln kann mehr ein Mäntelchen um diese Tatsache hüllen; die Resolution der Tagung in Frankfurt a. O. spricht diese Tendenz deutlich alls. Lernen wir daraus und philosophieren wir nicht darüber: Es ist klar, die jüdischen Verbände und Organisationen haben alle versagt, als es sich hier darum handelte, ein drohendes Unheil abzmvenden. Ob sie direkt oder indirekt hätten eingreisen können, es ist gleich, es geschah nirgends etwas, um den Beschluß des „Wandervogels" zu verhinderil. Ziehen auch wir 5k. E.er daraus unsere Lehre. Blicken wir um uns: Ringsum Feinde: Hier steht der Antisemitismus und dort der ZionismllS, der nicht nur andere Ziele als wir verfolgt, sondern der auch — wenigstens in der Bereinigung tm V. I. St. — eine seiner Hauptaufgaben in unserer Bekämpfung findet. Legen lvir lins da die Frage vor: Sind wir genügend gerüstet? Wenn wir ehrlich sind, antworten »vir: Rein! Wären wir die Angreifenden, dann möchte es ja immerhin gehen, aber lvir befillden llns in der Defensive, die wir nie verlaffen dürfell, verlagen können. Aber lver auf die Verteidigung angelviesen ist, muß sich daraus eiurichten. Das tun wir nicht, tun wir nicht genügelld. ttlld »ver, die Gefahr im Auge, das versäumt, sieht rllbigen BlickeS seinem eignen Untergang entgegen. Der Antisemitisnuls hat die Jllgend für sich gelvonnen. Der Ziollismlls findet ei»»e begeisterte Ausnahme bei den Jungen. Wir — stehen »»och abseits. Hier ist der Pnnkt, da »vir eingreise»» müssen. Hub wenn »vir Viadrinen das jetzt tu»», dann ist eS, weit wir an» stärksten empfinden, »vas der K. E. versä»»»nt. Wir stehen aus eine»»» exponierten Posten. Wir sind die einzige K. E.-Verbindung an einer technischen Hochschule. Wir Habel» schwere »»»»d stünnische Angriffe z»» bestehe»». Da sollte »»»a»» ,»»ei»»e»», man würde »»»»s »»»»terstützen. Es de»»kt »ie»nand daran. Weil »vir Viadrinen es ab- »veisen, jedes Semester dasselbe Lied in die Welt hil»auSzllposaunen vo»» der Rot der Verbindung »lnd der Schönheit »mserer kleinen Residenz, meint man, eS gehe bei »n»s a»»ch, ohne daß »na»» sich um uns kümmert, llnd »veil »vir bisher jedes Semester das Gespenst der SliSpension verschellcht haben, wie »vir es verfche»»chen »verden, af eS in Darmstadt noch einen Viadrinen er sich der Größe seiner Tradition be»v»»ßt ist, meint man, »nan bra»»che »n,s »li»cht z»l llnterstützen. Mal» kam» darüber dellke»», »vie imiu will; auch wir haben unfeve eigellen Geda»»ke»l darüber. Wir verlangen gar nicht, daß etwa :»

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