KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 8 (1.5.1914)
- Date
- 1914-05-01
- Page
- Seite 181 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2268830-2268874-2268883--1185-3522892- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
181 erwerben, als daß sie sich mit den schließlich fremden Federn des Doktors einer anderen Faülltät schmücken und so zur Erreichung eines eigenartigen Zieles zum Schaden des Volkswohles und ihrer Wissenschaft mehrere Semester Zeit verlieren." - Also auch mit seinen anderen Kollegen — er studiert gleichzeitig Medizin — steht Kb. Nelki in offenem Widerspruch. Den Standpunkt des Leipziger Aerzteverbandes vertreten auch ZahnäiHte wie Studenten der Zahnheilkunde, sie wollen bloß die Promotion im eigenen Fach. Und das ist sehr wohl möglich. Wenn Nelki schreibt: „Der Einwand, die Zahnheilkunde sei eine so selbständige Disziplin, daß j sie tatsächlich zu einer unabhängigen Wissenschaft geworden ist, ist unzutreffend," so muß ich dazu bemerken, daß dieser letzte Satz Nelkis völlig unzutreffend ist. Glücklicherweise sieht auch hierin Nelki mit seiner Ansicht ganz allein. Daß die Zahnheilkunde Hilfswissenschaften benötigt, ebenso wie die Medizin solche braucht, daß die Zahnheilkunde nicht allein und selbständig im Weltenraum steht, ist klar. Genau so klar ist aber auch, daß die Zahnheilkunde sich grundsätzlich von jeder Spezialdisziplin der Medizin unterscheidet, wie das alle Zahnärzte und Aerzte zugeben. Im übrigen will ich Kb. Nelki nur auf die Berichte der Professoren Williger (Berlins und Walkhoff (München) Hinweisen, die während des Streiks in den Tagesblättern erschienen sind und die sich zur Genüge mit den Gründen für die Promotion im eigenen Fach beschäftigten Ich komme nun zum letzten Einwand, der gegen den Wunsch zu erheben ist, hier einen Zustand, wie er in Oesterreich schon erreicht ist, zu schaffen. Ganz abgesehen davon, daß das Studium viel zu lange dauern müßte — es wären mit den beiden Staatsexamina 15 volle Semester -, kann man, selbst nach bestandenem medizinischen Staatsexamen, in zwei Semestern natürlich nicht das erreichen, sowohl in theoretischer wie speziell manueller zahnärztlicher Fähigkeit, wie in 7 Semestern mit rein zahnärztlichem Studium. Die Folge davon sieht man auch in Oesterreich. Unsere schlesisch-österreichische Grenze sitzt voll von Zahnärzten, Dentisten usw.; sie alle haben einen recht erheblichen Zustrom von österreichischen Patienten, die sich alle lieber von deutschen als von ihren eigenen Zahnärzten behandeln kaffen. Zum Schluß beruft sich Kb. Nelki auf einen Artikel eines jungen Zahnarztes, der sich gegen die seiner Meinung nach einseitig technische Ausbildung der Zahnärzte richtet. Wenn nun das Studium der Zahnheilkunde bisher von manchem mehr manuell als rein wissenschaftlich betrieben wurde, so dürfte auch hier die Promotionsmöglichkeit Wandel schaffen. Denn selbstverständlich soll der Doktor der Zahnheilkunde nur auf Grund wirklicher wissenschaftlicher Arbeiten verliehen werden. Zum Schluffe darf ich mich noch einmal dahin zusammenfassen, daß unter allen Umständen von uns, die wir jetzt die größeren Pflichten haben, auch das größere Recht gefordert wird. Wir verlangen lediglich einen Akt der Billigkeit, wenn wir im eigenen Fache unsere Promotion haben wollen. Wir werden für unser Fach und in unserem Fache weiter streben, bis wir unser Ziel, das wir uns gesteckt, auch erreicht haben. ms □ID Verbands-Nachrichten. Thuringia. Am 20. April eröffneten wir das Sommersemester 1914 mit einem Convent, an den sich ein offizieller Abend in dem altberühmten „Schweidnitzer Keller" anschlotz. Auch in den Ferien hatten wir mehrere Male Gelegenheit, uns zu versammeln an Bierabenden wie auch an Kneipen, bei denen wir auch einige Keilfüchse in unserer Mitte sahen. Unsere Aktivitas besteht aus 3 Burschen und 3 Brandern. Kartellbruder Wolff (SBttü.) meldete sich aktiv und eine l K. B. „Licaria" überwies den Brander Lindner. A. B. Braun wurde nach München beurlaubt und Kreutzberger nach Heidelberg überwiesen. Trotz unserer schwachen Aktivitas werden wir das Semester nach alter Weise stramm, aber auch recht vergnügt durchführen. Es gereicht uns zu besonderer Freude, mitteilen zu können, daß Herr Rabbiner Dr. Felix Goldmann, Oppeln, in unseren A. H.B. als E. M. ausgenommen worden ist. Herr Rabbiner Dr. Goldmann, dessen hervorragende Tätigkeit im Kampfe gegen den Antisemitismus bekannt ist, hat sich auch seit Jahren für den K. C., insbesondere aber für unsere Verbindung in hervorragender Weise betättgt. 86 Dia Die interimistischen Chargenwahlen hatten folgendes Ergebnis: Markus X, F. W.. C. W., Wolff X X, S. W., F. M. f. T. u. f. C., Perl x x x, 93udwig K. W., Hirsch Z W, II.S.W. E. R. E. R.: Markus, Wolff, Grünthal, Perl, Baumgart, Epstein. Bavaria. Die stattliche Korona, mit der wir am 20. das Semester eröffneten, beweist von neuem, welche Anziehungskraft Heidelberg und unsere l. Verbindung für die Mulis ausübt. Zahlreiche Füchse meldeten sich schon in den Ferien aktiv und gleich zu Beginn des Semesters traten mehrere in die Verbindung ein. Der Zuwachs in diesem Semester wird den aller früheren Semester weit übertreffen. Bis jetzt sind neu eingetreten: stud. med. Georg Klein aus Mainz, stud. med. Willy Schiff aus Oppercheim, stud. jur. Fritz Loeoy aus Posen, stud. med. Ernst Königsberger aus Posen, stud. med. Carl Lilienthal aus Köln, stud. med. Theo Roos aus Langenschwalbach, stud. med. Siegfried Wronker aus