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KC-Blätter · 1914-05-01 · Heft 8 (1.5.1914) · p. Seite 174

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 8 (1.5.1914)
Date
1914-05-01
Page
Seite 174 (sequence 6)
Language
German
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174 Festigung der politischen und wirtschaftlichen Lage j Jahrzehnten auf diesem Gebiet Unendliches der großen jüdischen Massen in ihren gegenwärtigen! geleistet worden. Die Arbeit, die der K. C. be- Aufenthaltslä'ndern. Die Erhaltung der Judenyeir gönnen und die jetzt mit ihm vom Zentralverein, ist nur möglich durch die Beseitigung der , dem Verband der Deutschen Juden, der Großloge, anormalen Verhältnisse, welche den Abbröckelungs-! den jüdischen Jugendvereinen, dem Hilfsverein prozeß fördern (insbesondere des Antisemitismus), > der Deutschen Juden und zahlreichen anderen und dadurch, daß man durch geeignete Maßj Organisationen fortgesetzt wird, diese Arbeit wird nahmen die inneren aufstrebenden Kräfte im | für die Erhaltung des Judentums viel mehr bei- Judentum fördert und zur Entfaltung bringt.; tragen, als das Nationaljudentum oder eine Gerade in Deutschland ist in den letzten drei j nationale Siedelung in Palästina. Zritz Udewald. Der westfälische Landesverband des K. C. hatte seine Mitglieder, die Ortsgruppen der Nachbarprovinzen, Freunde und Gönner des K. C. zu einem großen Kommers nach Duisburg eingeladen. Am 4. April, abends 9 Uhr, sollte in der städtischen Tonhalle die glänzend vorbereitete Veranstaltung vor sich gehen. Da, am Vormittage dieses Tages, meldete uns der Draht,' daß tiefe Trauer die Verbindungen Rheno-Silesia und Licaria befallen habe und daß infolgedessen der Kommers nicht stattfinde. Keiner wollte es glauben,daßFritzUdewald, der lebensfrohe Kamerad, der unschuldige Anlaß des Aufschubs des K. C.-Festes sein sollte. Aber auf unsere bange Frage an die Verbandsbrüder in Dortmund wurde uns bald die traurige Gewißheit: Fritz Udewald war an den Folgen einer Blutvergiftung, die er sich in seinem Berufe zugezogen hatte, gestorben. Mit 18 Jahren trat Fritz Udewald als 8tuäio8U8 msäieiuaS in unfern Kreis. Ein echter, rechter Fuchs, zu jedem Scherz bereit, forsch und schneidig, dabei emsig bemüht, sich in den Fragen der Tendenz auszubilden, wie er auch seinen Fachstudien mit Fleiß oblag. Schon nach kurzer Aktivität gehörte Fritz Udewald zu den beliebtesten Mitgliedern der Rheno-Silesia, die bald erkannt hatte, daß hinter der burschikosen Frohnatur ein ernster, fester Charakter steckte. Schon im 3. Semester wurde Fritz Udewald mit der 1. Charge betraut, ein Amt, welches er infolge seiner Fähigkeiten und infolge des Vertrauens, das seine Bundesbrüder ihm entgegenbrachten, ein zweites Mal noch bekleiden konnte. Gelang es ihm in dieser Stellung schon, durch straffe Leitung der Verbindung sich ein Verdienst zu erwerben,' so leistete er Größeres und Wichtigeres als Fuxmajor. Mit gutem Erfolg gelang es ihm in diesem Amte, seinen Füchsen die notwendigen Kenntniffe in rein studentischen Dingen beizubringen, wie er ihnen auch in Fragen der Tendenz ein ausgezeichneter Lehrmeister war. Hierbei kam es ihm nicht so sehr daraus an, große Gelehrte und Bücherhelden heranzuziehen, die später ihre Weisheit und Gelehrsamkeit auf der Straße spazierenführen könnten, sondern bei seiner Fuchsenerziehung richtete er sein Hauptaugenmerk darauf, seine Füchse zu geraden und aufrichtigen Menschen zu erziehen. Das war sein Leitmotiv. Wer ein anständiger Mensch ist, wird auch als K.C.er seine Pflicht tun. Auch die Licaria, bei derer nach bestandenem Physikum eintrat, erkannte bald seine Fähigkeiten und wählte ihn zu demselben verantwortungsvollen Amte. Da er das Fuchsmajorat auch in München zur Zufriedenheit seiner Bundesbrüder ausgeübt hatte, verlieh ihm die Licaria ihr Band, wie es die Rheno- Silesia schon vorher getan hatte. Es folgten für Fritz Udewald Jahre eifrigen Studiums und der Vorbereitung zum späteren Beruf. Das Staatsexamen wurde absolviert, das praktische Jahr, die Militärzeit, das Doktorexamen zurückgelegt, dann noch einige Assistentenjahre - da konnte er sich in Dortmund als praktischer Arzt niederlaffen, nachdem er vorher seiner Jugendgespielin die Hand zum ewigen Bunde gereicht hatte. Ein Jahr ungetrübten Glückes verstrich. Da, mitten heraus aus einem selten schönen und harmonischen Familienleben,

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