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KC-Blätter · 1914-04-01 · Heft 7 (1.4.1914) · p. Seite 163

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 7 (1.4.1914)
Date
1914-04-01
Page
Seite 163 (sequence 22)
Language
German
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163 Die Aeußerung, die mir das Mitglied des V.J.St. in den Mund legt, würde auch meinen Anschauungen nicht entsprechen. Ich bin nicht im K. C. „um des Zionismus willen", sondern — und ich glaube das in jener Sitzung auch deutlich genug gesagt zu haben — weil ich auf den» Boden der Tendenz des K. C. stehe und weil inir das Wirken des K. C. sowohl in der Abwehr des Antisemitismus wie in der Erziehung der Mitglieder zu selbstbewußten Juden segensreich erscheint. Ich bleibe im K. C., weil mir die Stellungnahme des K. C. zu jüdischen Fragen, auch zum Zionismus, keine Veranlaffung zum Austritt gibt. Ich habe innerhalb des K. C. meiner zionistischen Gesinnung häusig Ausdruck gegeben und werde das auch in Zukunft in der mir geeignet erscheinenden Weise tun. Wenn aber das Mitglied des V. I. St. glaubt, daß es Zweck hätte, mich dazu auf zionistischen Konferenzen zu ermuntern, so befindet es sich im Irrtum, da ich mich in meinem Verhalten zum K. C. nicht von außerhalb des K. C. stehenden Personen beeinflussen lasse. Hannover, den 20. März 1914. Mit bundesbrüderlichem Gruß! Rechtsanwalt Hans Block (Licariae). Anmerkung. Der bereits im vorigen Heft von Oskar Guttmann (S. 32 f.- erwähnte Artikel des B. I. E. ist in Nr. 11 des „Hainburger Israelitischen Familienblattes" in „Bedenklicher Parteiegoismus" überschriebeltcit Ausführungen aufs jchärfste verurteilt worden, wobei besonders gebrandmarkt wurde, „datz der Parteiegoismus des B. I. E. so weit geht, datz er den JndifferentismuS, ja die Gefährdung durch die Taufe lieber sieht, als eine nichtzionistische, bewußt,! jüdische andere Organisation". Das Präsidiuur des Bundes jüdischer Korporationen sucht sich in eitler in Nr. 12 der vorgenannter» Zeitschrift veröffentlichten Erklärung zu rechtfertigen. Diese offizielle Erklärung des Berbarrdes, die übrigens an der prinzipiell entscheidendeir Aeutzerung des beanstandenderr Artikels: „Für mich gibt es als bewutztes oder lebendiges Judelltllm nur den ZioniSnmS", stillschweigend vorbeigeht, veranlatzt uns zu einigerr Richtigstellungen. Die in der Erklärung enthaltene Behauptung, der K. C. leiste „nur negative jüdische Arbeit", ist sachlich unrichtig. Wahr ist vielinehr, datz der K. C. die Er-. ziehurrg seiner Mitglieder zu selbstbewutzten Jude»» erstrebt. Wahr ist ferner, datz er sich den Kampf gegen den Arttisemitisrnus zur Aufgabe gesetzt hat. Auch dieser Kamps ist höchstens vorn antisemitischen Standpunkt als etivas Negatives zu bezeichnen. Bvm jüdischen Standpunkt ist er etwas durchaus Positives, da er dem Judentum Licht und Luft z»l freier und gesunder Entwicklung schafft. In der Erklärung identifiziert sich der B. I. C. ferner init dein Satz: „Der K. C erzieht zuln Antizionismus, jetzt mehr als vorher, und mutz es tun als die Jungmannschaft des Zentralvereins." Unrichtig ist, datz der st. C. in irgendwelcher Abhängigkeit vom Zentralverein stände. Wahr ist vielmehr, datz beide Berbände vollständig selbständig nebeneinander arbeiten, wenn auch ihre Ziele und Bestrebungen Zusammengehen. Unrichtig ist ferner, datz der K. C. oder auch etwa der Zentralverein zum Antizionismus erziehe. Wahr ist vielmehr, datz der K. C. jenen nationaljüdischen Bestrebungen entgegenarbeitet, welche die „Entfremdung von der uns umgebenden Kultus erstreben und die einen Gegensatz zwischen Deutschtum und. Judentum konstruieren. Wir unterstützen jede wahrhaft jüdische Arbeit, wir bekämpfen aber jene Bestrebungen, die darauf Hinzielen, uns von der deutschen Kultur und unseren» deutschen Vaterlande loszulösen. Zu der offiziellen Erklärung des Verbandes, die sich i»n allgeineinen rnit den» beanstandeten Artikel einverstanden erklärt, im einzelnen Stellung zu nehine»», lehnen »vir ab. Wer ivahrhaft jüdisch empfindet, weiß, »vas er von der vom B. I. C. empfohlenen KampfeS- »veise^zu halten hat. Die Redaktion. Verbands-Nachrichten. Sprevia. Auch nach Schluh des Semesters herrscht in Berlin ein reger Berbindungsbetrieb durch dreimal in der Woche stattfindenden Fechtboden; durch Bierabend und Dännnerschoppen ist dafür gesorgt, datz auch in den Ferierr die hiesigen Bundesbrüder gemütlich zusammenkommen. Unsere starke Keilarbeit zieht auch fast immer eine größere Anzahl von Keilfüchsen heran, die sich bei unserem gemütlichen studenlischer» Treiben bald sehr heimisch fühlen. Viele von ihnen gehen »»ach den süddeutschen Universitäten, besonders nach Freiburg, so datz sicherlich dort rvieder eine ganze Menge Berliner Füchse sich aktiv melden »verde»». Der »»e»»er»vachende Frühling lockte uns zn einem Ausflug »nit Darnen, der uns nach dem schönen Schlachtensee führte. Das »»e»»e Semester beginnt an» Montag, den 20. April mit eine»»» Därnrnerschoppen in» Schultheiß, Unter den Linder», 61». c. t. Licaria. Wir schloffen das Semester schon an» 23. Februar, da unsere Aktiven autzerordentlich offiziell an der Frankfurter K. C.-Feier teilnahmen. Zu den nbgehaltenen Ferienabenden finden sich die anrvesenden Kartell- und Bundesbrüder regelmäßig ein. Der Fechtbetrieb »vird auch in den Ferien nicht vernachlässigt. Das Sommer-Seniester beginnt a»n 20. April »nit einen» Frühschoppen im Bürgerbräu. Ghibellima. Bewegte, abschiedsschwere Worte bei den letzten offiziellen Gelegenheiten, an» Bahnhof betrübte Gesichter derjenigen Bundesbrüder, denen es teils ihres juristischen Studiums, teils ihrer vorgeschrittenen Semesterzahl wegen nicht möglich ist zurückzukehren, und die Einigkeit dazu, n»it der alle Aktiven, Man»» für Man»», ihre Rückkehr der Korporation für der» Sorumer rvieder in Aussicht gestellt haben, bürgen dafiir, datz auch der Abschluß des vergangenen Wintersemesters sich rvürdig in aller» Teilen den» Anfang «»»reihte und datz das Seinester zu aller Befrredigung verlief. Wahrlich, es »var ein schönes, rvohlgelungenes Semester, und rvenn also unsere Hoffnungen uns nicht täuschen, können »vir, bei der Harmonie und Einigkeit der zurückkehrenden Bundesbruder und der Begeisterung für Freiburg und die Korporation, auch jetzt schon allen, die irr» Somn»er sich unsere Musenstadt zun» Ziel gesetzt haben und zu u»»s zähle»» rverden, ein gleich fainoses Semester versprechen!

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