Mannheim
Compact Memory

KC-Blätter · 1914-04-01 · Heft 7 (1.4.1914) · p. Seite 162

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 7 (1.4.1914)
Date
1914-04-01
Page
Seite 162 (sequence 21)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2268830-2268874-2268882--1165-3522871
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

162 Was bringt nun der Student selbst in die Bude hinein? Seit einigen Jahren haben sich wenigstens die Bestrebungen für ein anständiges Kleid der Bücher allgemeiner durchgesetzt sodaß immerhin die Möglichkeit gegeben ist, daß das Büchergefach mit seinem Inhalt einen guten Eindruck macht. Aber mit dem Tintenzeug und dem übrigen Schreibbedarf beginnt häufig schon das ästhetische Unheil, besonders haben die Gewohnheiten des Dedikationswesens in Fragen des Geschmacks recht schädigend gewirkt. Aus ererbter Gewohnheit, manchmal wohl auch infolge besonderer Kreditverhältnisse kauft man in den meisten Verbindungen immer wieder bei denselben Händlern, sodaß notwendig eine gewisse Beschränkung auf das, was diese in der Regel auf Lager haben, eintritt, der Name oder Zirkel der Verbindung macht dann ten Gegenstand „tabu". — Nur so erklärt es sich, wie wenig Mühe es Professor Pazaurek in Stuttgart in seiner Studentenkunst-Ausstellung—1908 kostete, eine Sammlung von grotesken „Gegenbeispielen" zusammenzusteüen. Hier muß der Hebel eingesetzt werden! Auftraggeber und Händler müssen wieder mehr Hand in Hand arbeiten, und die Korporationen sollten Künstler mit dem Entwurf betrauen, wenn es sich darum handelt, wertvolle Dinge in Auftrag zu geben, die dem Empfänger Achtung und Freundschaft bezeugen sollen. Daß es nicht an Versuchen in dieser Richtung fehlt, und daß sich auch die Künstler für derartige Aufgaben interessieren, haben die Ausstellungen gezeigt, die zur Hebung des Geschmacks der Studentenschaft veranstaltet wurden: Stuttgart 1908 (besprochen in „Dekorative Kunst" August 1908), Trinkgefäß-Ausstellung (in „Die Rheinlande" 1912), Stammtisch- Sränder-Ausstellung (in „Dekorative Kunst" Februar 1912), Graphischer Wettbewerb: ,,A.ura academica" (in „Archiv für Buchgewerbe" 1913 von Dr. Uetrecht). Auch die Geschäftsstelle der Deutschen Werkbund-Aussteüung in Cöln, Gruppe Studentenkunst, ist zur Nennung von Künstlern und ausführenden Firmen gern bereit. Die Stuttgarter Ausstellung wollte einen Ueberblick über die Anfänge der Wendung zum Befferen bieten und fand daher als Resultat eines Preisausschreibens statt, die Gruppe der Deutschen Werkbund-Ausstellung will eine Auslese des Besten bringen und wird daher, wie die Gesamtausstellung, mit strengster Jurierung veranstaltet, sodaß die Zulaffung an sich, über die eine Urkunde ausgestellt wird, als Auszeichnung gilt. Der Katalog der Stuttgarter Ausstellung, die das lebhafteste Interesse aller studentischen Kreise fand, zählt in dem Ergebnis des Preis-Ausschreibens u. a. folgende besonders interessante Gegenstände auf: ein Spielzimmer, Klaviere, Möbelstoffe, Glasmalereien, Kandelaber, Bowlen, Zigarrenkaffetten, Spazierstöcke, Hausbriefkästen, Petschafte, Falzbeine, Schreibmappen, Exlibris, Postkarten, Programme usw. Es gibt also außer den Trink- und Rauchgeräten Dinge genug, in deren Gestaltung der einzelne wie die Verbindung sich zu modernem Menschentum bekennen kann. Die Deutsche Werkbund-Ausstellung hat es übernommen, in der Einzelausstattung der erwähnten Buden, und in einem besonderen, diesem benachbarten Ausstellungsraum eine Uebersicht zu geben, wie weit die Bemühungen um Qualität und gute Form in der „Studentenkunst" gediehen sind. Sie hofft, zu diesem Zweck von Korporationen und Verbindungen wie auch von Einzelpersonen recht reiches Material leihweise zu erhalten, und richtet daher die Bitte um Unterstützung an alle Akademiker, an alle Verbindungen und an jeden, dem ein neuer deutscher Stil als eine Notwendigkeit erscheint! — „Burschen heraus!" Wir erhalten mit der Bitte um Abdruck folgende Zuschrift: An die Redaktion der K. C.-Blätter. In der vertraulichen Zeitschrift des B. I. C. hat sich der Verfaffer eines Artikels „B.J.C. und K. C." auch mit meiner Person beschäftigt. Er berichtet, ich habe in der nicht öffentlichen Sitzung der Vertrauensmänner der zionistischen Vereinigung für Deutschland in Berlin, in der über die Stellung zu der bekannten Resolution des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens beraten wurde, geäußert, daß ich und andere Zionisten im K. C. blerben wollten „um des Zionismus willen". Er tadelt es, daß ich mich im K. C. nicht genügend zionistisch betätige, und bedauert es, daß mir das niemand in jener Sitzung entgegengehalten habe. Diese Ausführungen werden in jüdischen Zeitungen abgedruckt und kommentiert. Ich habe daher dazu folgendes zu erklären: Das ungenannte Mitglied des B.J.St. hat meine Worte nicht ganz richtig wiedergegeben. Ich habe nicht gesagt,' daß ich um des Zionismus willen im K. C. bleiben wollte/ sondern ausgeführt, ich und andere Zionisten, die dem K. C. angehören, würden dem Zionismus keinen Gefallen erweisen, wenn wir aus dem K. C. ausscheiden würden; wir dienten dem Jntereffe des Zionismus bester, wenn wir im K. C. blieben.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.