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KC-Blätter · 1914-04-01 · Heft 7 (1.4.1914) · p. Seite 160

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 7 (1.4.1914)
Date
1914-04-01
Page
Seite 160 (sequence 19)
Language
German
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160 alten treten, allerdings neben mittleren, immer wieder auf, und bei der Kreuzung von Individuen mit mittlerer Schädelform gibt es wiederum nach der Mendelschen Regel schmale und breite. Ein besonderes Interesse erregt natürlich das Verhalten der geistigen Eigenschaften bei der Rafsenkreuzung. Abgesehen' von der überaus großen Schwierigkeit, die sich naturgemäß einer solchen Untersuchung entgegenstellt, kommt noch hinzu, daß man bis jetzt immer mit einem gewissen Wertungsmaßstab an die Beobachtung ging. Es handelt sich ja, wie Fischer ausdrücklich sagt, nicht um die Feststellung, ob gut oder schlecht, sondern für eine streng naturwissenschaftliche Erkenntnis nur um die Beantwortung der Frage, wie die einzelnen geistigen Qualitäten der Eltern sich bei dem Bastarde verhalten. Doch ist auf diesem so schwer zugänglichen Gebiet bis heute kaum etwas sicher Positives festgestellt worden) daher erscheint eS auch noch nicht angebracht, über diese Dinge zu berichten. Die natürliche Frage am Schlüße dieser Ausführung ist nun die nach der Möglichkeit der Entstehung neuer Raffen auf dem Wege der Raffenkreuzung. Bisher war man allgemein der Ansicht, daß bei Raffenkreuzung die eine von zwei Menschenrassen, insbesondere die farbigen gegenüber der germanischen, dominiere. Ebenso wie überhaupt in der ganzen Raffenfrage eine Reihe von Grund auf umgestaltender Tatsachen bekannt geworden und in die Erscheinung getreten sind, hat auch diese Anschauung einer befferen Erkenntnis weichen müffen. Vielmehr liegen die Dinge heute so, daß bei einer Raffenkreuzung nicht die eine oder andere Raffe dominiert, sondern nur die einzelnen dominierenden Raffenmerkmale. Daher schließt Fischer, daß rein auf dem Wege der Kreuzung neue Rassen nicht entstehen können, sondern nur dann, wenn nach der Kreuzung — wie bei den Haustieren — intensive Auslese und Zuchtwahl einsetzt) d. h. in die Praxis umgesetzt, wenn durch negative Auslese und Ausmerzung eine dauernde Äenderung der erblichen Anlagen eintritt. Für die Beurteilung der Ergebniffe der Raffenkreuzung kommt nun als besonders erschwerend, fast möchte man sagen verwirrend noch eine Tatsache in Betracht: das ist die sicher festgestellte Möglichkeit der direkten Beeinflussung der Rassenmerkmale durch irgendwelche äußeren Faktoren. Die Kenntnis solcher Beeinfluffung ist an und für sich schon sehr alt) Körpergröße und ihre Abhängigkeit von der Nahrung, Schädelform und ihre Beziehungen zur Lagerung der Kinder während der Geburt und in den ersten Lebenslagen sind bekannte Dinge. Dagegen hat neuerdings Boas eine Reihe exakter Forschungen über dieses Problem angestellt und an einem großen Material gezeigt, daß die Köpfe von in Amerika geborenen Kindern europäischer Einwanderer in der Form von der der Eltern in typischer Weise abweichen) und zwar werden die der dolichocephalen Süditaliener und Sizilianer etwas breiter, die der breitköpfigen osteuropäischen Juden etwas schmäler. Je später nach der Einwanderung die Kinder geboren werden, desto stärker tritt diese Abänderung hervor. Es hat also den Anschein, als ob für die Schädelform und auch für die Körpergröße ein Teil des Merkmals erblich bedingt, ein Teil durch die Umwelt modifiziert wird. Eine ganze Reihe intereffanter und wichtiger Feststellungen konnten wir an uns vorüberziehen taffen, jedoch noch mehr der Fragestellungen. Noch manches Problem ist zu lösen, allein der Grundstein ist gelegt, auf dem einst das stolze Lehrgebäude der Raffentheorie, der Raffenhygiene ruhen soll, ein Stützpunkt zur Aufwärtsentwicklung des Einzelnen und in ihm der Gesamtheit. * * * Der Student und die Deutsche werkbund-Susstellung. Von Hermann Wilhelm Schaub. „Ein Zehntel aller Berliner Haushaltungen ist darauf eingerichtet, Untermieter aufzunehmen" — stellt Werner Hegemann in seinem Buche: „Der Städtebau, nach den Ergebniffen der Städtebau-Ausstellung Berlin" fest) in den Provinzstädten, in denen sich Universitäten und Hochschulen befinden, ist dieser Prozentsatz vermutlich noch größer. — Anderseits kann man annehmen, daß mindestens neun Zehntel, vermutlich noch mehr, der akademischen Jugend zum wenigsten für einige Semester, meist aber wohl bis zur Gründung eines eigenen Hausstandes, ihre Wohnbedürfniffe in der Form des möblierten Zimmers oder deffen Erweiterung, der Pension, befriedigen müffen. Was findet nun der Student in der „Bude" vor? Was bringt er selbst hinein? Man sollte denken, eine derartige starke Nachfrage nach Wohnungen, wie sie die Studentenschaft stellt, hätte schon längst dahin gewirkt, daß auch auf dem Gebiet der Einrichtung der Studentenbude sich deutlich gezeigt hätte: Hier ist eine neue Generation! Hier ist ein Geschlecht, das ausgewachsen ist in einer Zeit, in der das deutsche Kunstgewerbe aus langem Schlaf zu neuem, frischem Leben erwachte. Von Künstlern, wie Eckmann, van de Velde, Bruno Paul, Muthesius, Riemerschmid und Peter Behrens geweckt, erwuchs eine Bewegung,

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