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KC-Blätter · 1914-04-01 · Heft 7 (1.4.1914) · p. Seite 158

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 7 (1.4.1914)
Date
1914-04-01
Page
Seite 158 (sequence 17)
Language
German
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158 schlossen seid, diese Gedanken nnd Gefühle auch denen mit ins Leben au neben, die nach nnS kommen. Wie Ihr, so werden auch Eure Mitschwestern erkennen, wie neben die Arbeit nnd die Begeisterung des Mannes die Arbeit und die Begeisterung der Iran treten mutz, wenn die Ziele erreicht werden sollen, denen wir zustreben, wie schon in der Formung der jugendlichen Seele die Bilduna der Persönlichkeit beainnen mutz, deren Weiterentwicklung zur Freiheit nnd Grötze wir übernehmen sollen. An Ihnen allen ist eS, meine sehr verehrten Frauen, nicht nur mit Güte und Liebe des Herzens, auch mit der Erkenntnis des Geistes in die Herzen der Kinder zu legen: die innige Liebe zum deutschen Baterlande, die treue Anhänglichkeit zum Judentum, ein vornehmes, starkes Selbstbewutztsein und ein unverwüstliches Gefühl für Recht und Gerechtigkeit. Dann wird unter der Mitarbeit unserer Frauen der schwere Kamvf immer leichter, der Erfolg des Ringens um so sicherer fein. Wir aber, meine sehr werten Herren und lieben Kartell- und Bundesbriider, wollen in dieser festlichen Stunde den Gefühlen der Liebe und Verehrung, des Vertrauens und der Dankbarkeit in alter studentischer Weise Ausdruck verleihen, indem wir auf das Wohl unserer Frauen einen donnernden Salamander reiben. Um V, 12 Uhr wurde der Schluß des offiziellen Teiles proklamiert und der verdienstvolle Präfide und die vielen Kontrapräsiden — sämtliche Korporationen waren durch 3 Chargierte vertreten — konnten ihren Wichs ableqen. Der Fidulität präsidierte zuerst Dr. Alfred Goldschmidt, dann l)r. Kehr. Die Damen durften nun auch von ihren olympischen Sitzen herabsteigen und unten neben ihren Herren Platz nehmen. Manch fröhliches Lied wurde noch gesungen, aber den Hauptpunkt der Fidulität bildete ein grofiartiges Semesterreiben. Jubel erhob sich, als das älteste K.C.-Semester Alfred Goldschmidt für das 57. Semester sprach und noch arösterer Jubel, als im meisten Haar Justizrat Fritz Meyer-Frankfurt) ein alter Burschenschaftler, als das älteste anwesende Semester leichtbeschwingt sich erhob und der jüngsten akademischen Jugend gedachte: „DaS 96. Semester hat sich erhoben, es trinkt aus die jüdischen Pennäler Deutschlands, dast ste das Abitur bestehen und alle K. C.-er werden." Der Jubel war unbeschreiblich! Dann erhob sich im Sprungregrest noch ein 69. Semester und trank ans das 96. Semester. Weiter dauerte das fröhliche Kommersieren und es war schon tiefste Nacht, als die Letzten die Stätte des historischen Abends verliesten, und die Sterne wollten verbleichen als man zur Ruhe kam. Am folgenden Montag folgte noch ein wohlgelungener Ausflug in corpore nach Homburg und aus die Saalburg, und dann meldete der Alltag sich wieder zum Wort. Es galt Abschied zu nehmen, aber man ging mit dem frohen Gefühl auseinander, daß das Fest so wundervoll, so erhebend und unvergeßlich verlausen war und dast eine kommende K. C.-Berbindung in der Frankfurter Philisterschaft offene Arme nnd tiefes Verständnis finden wird. * * * Rassenkreuzung und Rassenhqgiene. Bon Dr. med.OscarGans(Rheno-Silesiae),Hamburg. Mit fortschreitender Erkenntnis der Grundlagen der Entwicklungslehre hat in der Welt der Biologen und Soziologen die Roffenhygiene heute endlich die Anerkennung als einer der wichtigsten Faktoren für den Fortbestand und die Fortdauer gesunder, aufwärtssührender Entwicklung der Völker gefunden. Diese allgemeine Beachtung verdankt die Rassenhygiene in erster Linie der Erkenntnis, dast die Kulturmenschheit einem langsamen, aber sicheren Untergange entgegengeht, wenn nicht eine planmäßige „Zuchtwahl" neue und besonders körperlich und geistig gesunde Werte schafft. Diese Raffenhqgiene soll nun nicht nur im Sinne einer Verhütung und Ausmerzung der Schäden tätig sein, die die Menschheit an ihren physischen und psychischen Gliedern erleiden kann, sondern in erster Linie soll sie die Handhabe dazu bieten, eine Selektion der Tüchtigsten im weitesten Sinne des Wortes zu ermöglichen. Nun ist der Weg zur Selektion dieser „Führer der Menschheit" bis beute durchaus noch nicht genau vorgeschrieben. Namentlich hat die Frage der Raffenkreuzung und ihre Folgen sür die Aufwärts- oder Abwärtsentwickelung des Menschengeschlechtes in den letzten Jahren den Geist der Laien und der Wissenschaftler in gleichem Maste erregt. Die allgemeine Anerkennung der Bedeutung der Probleme der Rassenkreuzung mag auch daraus entnommen werden, dast die letzte Tagung der deutschen Naturforscher und Aerzte in Wien — mit Stolz dürfen wir Deutschen diese alljährlichen Versammlungen als anerkannten Elitetag geistiger Tätigkeit in der ganzen Welt betrachten —in einem besonderen Referat zu dieser Frage Stellung genommen hat. „Rassenmischung und R a s s e n k r e lt zun g", so führte Eugen Fischer (Freiburg i. B.) aus, „find heute ganz ohne Zweifel die beiden verbreitetsten, markantesten und wohl auch bedeutungsvollsten Erscheinungen im Raffeleben" und nennt „die Untersuchung der Rassenkreuzung eine der exaktesten und besten Methoden, sestzustellen, was überhaupt Rassenmerkmale sind, was von Merkmalen vererbt und was durch Umwelt „modifiziert" wird."

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