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KC-Blätter · 1914-03-01 · Heft 6 (1.3.1914) · p. Seite 142

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 6 (1.3.1914)
Date
1914-03-01
Page
Seite 142 (sequence 18)
Language
German
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142 Universität anzugliedern, neuerdings erwogen worden. Die Erwägungen haben sich, wie die Münchener Neuesten Nachrichten schreiben, zu festen Vorschlägen verdichtet, die demnächst bei der Beratung des Etats der Tierärztlichen Hochschule in der Kammer vom Ministerium mitaeteilt werden. Es ist anzunehmen, daß die Angliederung der Tierärztlichen Hochschule an die Universität in München in allernächster Zeit erfolgt. Berlin. Durch Erlaß des preußischen Kultusministeriums haben jetzt die 1879 erlasienen, 1905 ergänzten Vorschriften für die Studierenden der Landesuniversttäten eine Aenderung erfahren. Bor zwei Jahren sind bekanntlich die Vorschriften für die Studierenden vorläufig dahin erleichtert worden, daß eine Einschränkung im Abtestieren erfolgte. Die für vielbeschäftigte Hochschullehrer sehr lästige Unterschreibearbeit sollte bei Vorlesungen ganz unterbleiben und nur noch bei Uebungen beibehalten werden. Das Antestieren der Vorlesungen bei Beginn des Semesters schien Gewähr genug dafür, daß der Student die Vorlesungen auch besucht. Die Maßregel hat sich inzwischen ebenso für die Studierenden wie für die Professoren bewährt, und so wird sie durch den erwähnten Ministerialerlass nun endgültig in die Vorschriften für dieLandesunioersitäten mit übernommen. Der Weinheimer S. C. vereinigte im vergangenen Semester in 45 Korps 493 Aktive, von denen 302 Korpsburschen und 191 Füchse waren, ferner 18 Conkneipanten und 372 Inaktive. Nach Abzug von 30 Mehrbänderleuten betrug die Gesamtzahl der studierenden Mitglieder 853. Der stärkste lokale Verband war der Münchener W: S. C. mit 9 Korps und 158 Aktiven. Die stärksten Korps tvarenMheno-Palatia" in München mit 25 Aktive»!, „Germania" und „Normannia" in München mit je 2V Aktiven. Suspendiert sind 5 Korps. Das seit 1905 suspendierte Münchener Korps Mupertia" hat sich aufgelöst und wird nicht mehr geführt. Ritualmord und Vlutaüerglaube. Bon Dr. Alb. Hellwig. Minden in Westfalen (1913). Verlag von I. C C. Bruns. Daß ich es gleich gestehe, das Buch hat mich enttäuscht. Vielleicht bin ich mit zu großen Erwartungen daran gegangen. Eine Behandlung des im Titel genannten Themas ist gewiß — leider — recht aktuell und ein Buch gerade vom Umfang des vorliegenden (174 Seiten Oktavformat in schönem, lesbarem Druck) von besonderem Wert, um als Lektüre für jeden Gebildeten zu dienen, der sich über diese Materie nicht allzu oberflächlich orientieren will. Die bereits vorhandene Literatur ist entweder zu umfangreich und allzu gelehrtwissenschaftlich, um weiteren Kreisen dienen zu können, oder aber mit kürzeren Darstellungen, teilweise ganz vorzüglicher Art, irgendwo in Zeitungen und Zeitschriften versteckt. Hellwigs Buch könnte und sollte also einem wirklichen „Bedürfnifle" dienen, aber leider tut es das nach meinem» Dafürhalten nicht, und nach wie vor erscheint mir das ja auch von Hellwig mit Recht hervorgehobene und gerühmte Buch von H. L. Strack, „Das Blut im Glauben und Aberglauben der Menschheit, München I960, Aufl. 8, von H. in keiner Weise überholt zu sein. Ohne daß ich den Autor zu nahe treten möchte, so weiß ich doch nicht, ob ihm die nötige Sach- und Fachkenntnis zu eigen ist. Schon in seinem kurzen Literaturbericht fällt m»r auf, daß das bedeutende und verdienstvolle Buch des Täuflings Chwolson, „Die Blutanklage und sonstige mittelalterlrche Beschuldigungen der Juden, Bonn. Die Bertreterversammlung der Bonner Studentenschaft hat den Antrag des Bonner Wingolfs, daß in Zukunft auf den Kaiserkommersen auch die alkoholfreien Getränke, die von Studenten getrunken werden, mit in der Repartition einbegriffen sind, mit 26 gegen 23 Stimmen abgelehnt. Derselbe Antrag ist schon mehrfach abgelehnt worden, er hat aber noch keine annähernd so starke Unterstützung gefunden wie diesmal. Kostspielige Studenten. Aus New-Aork wird berichtet: Der soeben erschienene neue Jahresbericht der Aale-Universität für das Jahr 1912/13 gewährt einen intereffanten Einblick in die Summen, die amerikanische Universitäten für die Ausbildung ihrer Studenten aufwenden und zeigt zugleich, wie teuer die Studenten den Universitäten zu stehen kommen. Der teuerste Student der Universität ist der Medizinerer kostet bei der Aale-Universität jährlich 1350,38 Dollar, also nicht weniger als rund 5670 Mk. für jeden Hörer. Davon müssen die verschiedenen Gebühren und Kolleggelder abgezogen werden, die der medizinische Student der Universitätskafle entrichtetsie betragen jährlich im Durchschnitt 105,81 Dollar für jeden Studenten, so daß die Universitätsverwaktung bei jedem einzelnen Hörer der medizinischen Fakultät Jahr »m» Jahr 1244,57 Dollar, also rund 5227 Mk. zu zahlen hat. In der Rangordnung der Kostspieligkeit steht der Student der Forst-. Wissenschaft an zweiter Stelle, er kostet der Universität brutto 797 Dollar und nach Abzug der von chm bezahlten Gebühren 646,66 Dollar, also immerhin rund 2716 Mk. An dritter Stelle steht der Theologe, für chn gibt die Universität 521,32 Dollar aus, rund 2190 ML, wofür sich der Student dadurch revanchiert, daß er der Universität 10 Dollar zahlt. Die Gesamteinnahmen der Universität aus freiwilligen Spenden »md Stiftungen betrugen bei Aale im letzten Geschäftsjahr 1418935,84 Doll, gegenüber 1164 715,90 Dollar im Vorjahr. eine historische Untersuchung nach den Quellen, Frankfurt a.Main (I. Kauffmann 1901)" mit keinem Sterbenswörtchen erwähnt wird. Ebenso wäre es doch notwendig gewesen, auf die in Berlin bei Walter & Äpolant 1882 erschienene Sammlung „Christliche Zeugnisse gegen die Blutbeschuldigung" hinzuweisen. Dieselbe enthält u. a. die sehr wertvollen Gutachten der christtichen Fachautoritäten Franz Delitzsch, H. 8. Strack und August Wünsche. Wenn nun Hellwig meint, mit seinem Buch mehr als Strack geleistet zu haben, zumal nach der „volkskundlichen und völkerkundlichen" wie ganz besonders nach der „kriminalvsychologischen" Sette hin, so kann ich ihm leider darin nicht ganz beipflichten. Ich sehe nicht recht ern, inwiefern fein drittes Kapitel,,Mordtaten aus Blutaberglauben", das sich mit der autzerjüdischen Sphäre beschäftigt, zur Klärung eben der jüdischen Frage so viel neuen m»d wertvollen Stoff beigetragen hätte. Was die kriminalpsychologische Behandlung des Problems betrifft, so magihm das Verdienst zugestanden werden, hier auf das Moment der Massensuggestion und deren gerade in Ritualmordfällen nachgewiesenerrnaßen besonders verderbliche Wirkung in seinem Buche hingewiesen zu haben. Aber auch Strack ist dieses inzwischen von den Kruninalpsychologen weiter rmtersuchte Moment in seinem Buch nicht fremd geblieben. Vgl. a. a. O. S. 109. Und nun zu Hellwigs Buch selbst. Es setzt sich zusammen aus vier Kapiteln: ,,Geschichte der Blutoeschuldigung", „Der angebliche jüdische Ritualmord", SB □O Vüchrr- und Dlätterschau. OB □o

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