KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 6 (1.3.1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- Seite 141 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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141 OP DB Akademische Nachrichten. Pr. uied. dent. In der Budgetkommission des preußischen Abgeordnetenhauses »vurde die Frage der Verleihung des Titels eines Doctor medicinae dentariae besprochen. Hierbei wurde vom Negierungstisch die Erklärung abgegeben, daß über die Einführung des Oocior medicinae dentariae noch Errvägungen schweben, daß man sich aber höchstwahrscheinlich dahin entscheiden iverde, den Titel nicht einzuführen. Bon anderen Bundesregierungen, z. B. in Hessen, fütb ähnliche Erklärungen abgegeben worden, so daß die Aussicht auf Einführung des neuen Titels sehr gering ist. IJ Deutsche Burschenschaft. Die Bereinigung alter Burschenschafter und die in die Kommission berufenen Leipziger Burschenschaften der D. B. haben auf Antrag des Sanitätsrats Dr. Wulften-Berlin folgende Leitsätze für Förderung von Leibesübungen innerhalb der D. B. einstimmig angenommen: 1 Fechten ist keine genügende körperliche Uebung, sondern in der Hauptsache ein Er-' ziehungsmoment. ES sind daher andere Leibesübungen erforderlich. 2. Inaktive und Auswärtige find zum Turn- und Spielbetrieb heranzuziehen. 3. Ebenso sind die Altherrenschaften und die Bereinigungen alter Burschenschafter möglichst zur Unterstützung heranzuziehen. 4 Der Spiet- und Turnbetrieb ist interburschenschastlich und interkorporativ zu gestalten. 5. Das aktive Leben ist so zeitgemäß umzugestalten, daß es für die Leibesübungen die erforderliche Zeit und Gelegenheit schafft. Der Bund jüdischer Korporationen (B. I. C.) hielt Ende Dezember in Königsberg seinen 13. Verbandstag ab. Bon besonderem Interesse ist der dort gefaßte Beschluß, daß künftig sämtliche Berbandskorporationen das Prinzip der unbedingten Satisfaktion anzunehmen haben. Der B. I. St.-Straßburg ist aus dem Verband ausgeschieden. Berliner Studentenausschuß. Auf Veranlassung der Deutschen Burschenschaft hatte die Berliner Burschenschaft „PrinliSlavia" eine allgemeine Studentenverfammlung einberufen, um die Gründung eines allgemeinen Studentenausschusses in die Wege zu leiten. Der Vertreter der Burschenschaft „Arminia" gab ein Referat iiber die Notwendigkeit und über die Aufgaben des zu gründenden Ausschusses. Es wurde einstimmig, ein Beschluß angenommen, daß ein Ausschuß notwendig und wünschenswert sei, und es wurde eine Kommission von 32 Mitgliedern gewählt, welche die Vorbereitungen zur Gründung eines Ausschusses in die Hand nehmen soll. Diese Kommission besteht zur Hälfte aus Korporierten und zur Hälfte aus Nichtkorporierten. Ferienkursus über Volkswirtschaft, staatsbürgerliche Fortbildung und Redekunst. Der Bund Deutscher Bvdenrcformer veranstaltet zum vierten Male in Berlin in der Osterlvoche vom 14. bis 19. April einen solchen Ferienkursus. Bisher haben über 1300 Personen aus mehr als 500 Orten unseres Vaterlandes an den Kursen teilgenommen. Elf Dozenten, die als Wissenschaftler und Praktiker sich bereits hohe Verdienste erworben haben, werden über folgende Themen reden: „Einführung in die sozialen Probleme der Gegenwart", „Grundlagen der Volkswirtschaft", „Kolonialprobleme", „Städtische Sozialpolitik", „Agrarwesen", „Industrielle Probleme", „Welthandelsverkehr", „Arbeitslosenfürsorge", Verhütung von Arbeitskonflikten", „Beamtenrecht", „Genossenschaftswesen", „Organisationsfragen" und „Rhetorik". Außer den Borträgen finden noch Besichtigungen von sozialen Einrichtungen und industriellen Unternehmungen statt. Zum Kursus haben Damen und gp □ID Herren Zutritt. Besonders werden auch Studenten zur Teilnahme aufgefordert. Die Hörergebühr beträgt für Studenten 5 Mark. Näheres ergeben die Prospekte, die vom Bund Deutscher Bodenreformer, Berlin, Lessingstraße 11, kostenfrei versandt werden. Schweizer Hochschulstatistik. Man berichtet der „Frankfurter Zeitung" aus der Schweiz: Wie vorauszusehen roar, ist die Frequenz unserer Universitäten, die in den letzten Semestern ziemlich konstant blieb, in diesem Winter in steiler Kurve angestiegen. Die Totalfrequenz ist von 8379 auf 10590 (-t- 2217) angewachsen und verteilt sich auf 8110 inunatrikulierte Studierende (-t-1032) und 2186 Hörer 1195) Im einzelnen studieren im laufenden Semester: Theologie 473 (195 Protestanten, 264 Katholiken, 14 Altkatholiken), Rechtsivissenschaft 1531, Medizin 2854 (darunter Zahnheilkunde 59, Tiermedizin 137), Philosophie und Geschichte 1590, Mathematik und Naturwissenschaften 1659. Auf 3925 Schweizer kommen nun 4185 Ausländer, und somit gewinnen letztere das Uebergewicht. Allen voran steht Rußland mit 2150 (früher 1656), an die zweite Stelle rückt der Balkan mit 816 (früher 418), dann kommen Deutschland v528), Oesterreich-Ungarn (210), Frankreich und Italien (168-, England (56). Rad) den Besuchszissern lägt sich folgende Reihe aufftellen: Zürich total 2s16 (immatrikuliert 1688), Bern 2302 (1784), Genf 2264 (1638-, Lausanne 1482 (1192), Basel 1156 (935), Freiburg 6o5 (598), Neuenburg 421 (275). Bon 2342 Damen sind 1069 immatrikuliert und 1273 als Hörerinnen eingetragen) in Genf ist jetzt sogar die stattliche Zahl 899 (fast 40 Prozent des Gesamtbesuchs) erreicht. Die Mehrzahl der Ausländer gehört der medizinischen Fakultät an) von 2854 Medizinern sind 1711 Ausländer, etwa 60 Prozent. Die Zahl der an den Technischen Hochschulen des Reichs eingeschriebenen Studierenden, die im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts gewaltig gewachsen war, ist, nachdem in den letzten Jahren die Zahl von 14000 auf 12000 zurückgegangen war, diesen Winter wieder auf 12598 gestiegen. Zählt man noch die sog. „Gäste" hinzu, 2362 Männer und 1786 Frauen, so ergibt sich, daß zurzeit 16846 Personen am Unterricht der Technischen Hochschulen tcilnehmen. Bon den Studierenden sind 12620 männlichen und 78 weiblichen Geschlechts gegen 12140 und 59 im Vorjahr. Was die neueste Entwicklung des Besuchs der einzelnen Studienabteilungen betrifft, so zeigt sich ein Stillstand oder eine Abnahme bei den Architekten, Bauingenieuren, den Schiff- und Schiffsmaschinenbauingenieuren sowie den Naturwissenschaftlern, Mathematikerrl und Philologen, und eine Steigerung bei den Maschinen-, Elektro-, Bergbau- und Hütteningenieuren sowie den Eheniikern und Pharmazeuten. Die Verteilung der Techniker auf die einzelnen Technischen Hochschulen ergibt sich aus folgender Zusannnenstellung. Obenan steht die Technische Hochschule München ntit 2504 Studierenden gegen 2385 itn Winter 1912/13. In Berlin sind 2358 i2303, eingeschrieben, in Darmstadt 1300 (1326), in Dresden 1247 (1169, in Karlsruhe 1102 (1071), in Hannover 1051 (999), in Aachen 806 (769) in Stuttgart 808 (764), in Danzig 757 (686), in Braunschweig 467 (446- und in Breslau 289 (223). Abgenommen haben dentnach nur Berlin und Darmstadt, und arn rneisten zugenommen München und Dresden. Im Schoße des bayrischen Kultusministeriums ist der schon längere Zeitj schwebende Plan, die Tierärztliche Hochschule in München als eigene Fakultät der