KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 6 (1.3.1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- Seite 139 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2268830-2268874-2268881--1134-3522839- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
139 den Verhältniszahlen ein starker Abstieg der Schicht A lvon 268 auf 214, und ein noch stärkeres Ansteigen der Schicht 8 lvon 208 auf 275) ergibt, zweifellos ein Beleg für eine aufsteigende Älassenbeweaung. Auch nach Fakultäten zeigen sich lehrreiche Verschiedenheiten in dieser Bewegung, nur ergeben sie wegen der schwankenden Berufsaussichten der verschiedenen Fachstudien zeitlich nicht so regelmäßig auf- und absteigende Linien. Dafür ist um so beachtenswerter, wie stark die Unterschiede im sozialen Herkommen der Fakultätsangehörigen sind. Dafür nur folgende Beispiele: Unter je 1000 reichsangehörigen Studierenden der preußischen Universitäten fanden sich im Halbjahrsdurchschnitt 1908jO6 1908|09 1911 il2 1905|06 1908|09 19ll|12 in der aus der Schicht A aus der Schicht B stammende stammende evang.-theolog. Fakultät ... 437 384 376 325 335 353 kach.-theol. Fakult. 28 30 39 217 241 248 juristischen „ 259 287 308 177 179 171 1905|0G 1908|üfl 1911112 1905|06 1908|09 1911,12 fc,,,. aus der Schicht A 111 stammende aus der Schicht v stannnende medizinischenFakult. 285 268 270 178 184 192 philosophisch „ sprach!-geschichtl. Abteilung. . . 156 149 131 374 375 397 mathem -naturw. Abteilung... 181 160 152 253 272 323. Die ungleiche soziale Zusammensetzung der verschiedenen Fakultäten ist bekannt und vielfach sprichwörtlich. Trotzdem überraschen die obigen Ziffern. Sie kennzeichnen den demokratischen Charakter der katholischen Kirche und laffen die verhängnisvolle Wirkung des Zölibats bei der Gegenüberstellung der beiden cheologischen Fakultäten erkennen. Die juristische Fakultät bewahrt ihren Ruf als die „feinste", während die philosophische, die vornehmlich zur Vorbereitung für das Lehramt ausgesucht wird, besonders viele Angehörige sozial niedrigerer Schichten aufweist. 88 □o Verbands-Nachrichten. pp OB Thurmgia. Das Semester neigt sich nun seinem Ende zuwir sind sicher, daß es allen Bundesbrüdern in bester Erinnerung bleiben wird. Die Gemütlichkeit wurde noch dadurch erhöht, daß wir bei Beginn des zweiten Halbsemesters in den mit Recht so beliebten „Schweidnitzer Keller" wieder einzogen. Wir schloffen das Semester am Donnerstag, den 26. Februar, mit einem Abend im „Schweidnitzer Keller". Am vorhergehenden Sonnabend versammelten sich viele K. C.er bei uns zur Schlußkneipe, und bis spät nach Mitternacht blieben wir in gemütlicher Stimmung beisammen. Das neue Semester beginnt am Montag, den 20. April, mit dem Konvent um 6 d.«. t. auf unserer Kneipe und anschließendem offiziellen Aoend im „Schweidnitzer Keller". Wir hoffen, recht viele neue Aktive bei uns begrüßen zu könnendenn wir können nur jedem versichern, daß derjenige, der ein Sommersemester in Breslau verbringt, sich Hier wohl fielen wird. Bavaria. In diesem Monat lernten wir so recht wieder die Reize kennen, die auch ein Wintersemester in Heidelberg zu bieten vermag. Für Freunde des Wintersports war infolge des reichlichen Schneefalls die schönste Gelegenheit zum Rodeln und Skilaufen geschaffen. Biel Anregungen gesellschaftlicher Art waren uns ferner gegeben. An dem Festkommers der Heidelberger Studentenschaft zur Kaisersgeburtstagsfeier nahmen wir ia eumulo teil. Wir erschienen offiziell zu einem Vortrage unseres Alten Herrn M. d. R. Haas über die Affäre von Zabern und hatten das Vergnügen, ihn noch einige Stunden gemütlich in unserer Mitte zu sehen. Durch Besuche auswärttger Alter Herren, Inaktiven und Kartellbrüder wurde uns reiche Abwechselung beschert, besonders freuten wir uns, so viele Bonner Kartellbrüder begrüßen zu können. Ein großes Kostümfest, ein „Lumpenball", vereinigte wieder eine große Anzahl von Alten Herren, Inaktiven und Kartellbrüdernden Biadrinen danken wir für ihren Besuch umsomehr, als sie die Lücke der fehlenden Herren ausfüllten. Ferner erfreute uns eine stattliche Anzahl von Damen und Herren aus der Heidelberger Philisterschaft durch ihr Erscheinen. Wir hoffen, durch das lustige, wohlgelungene Fest zugleich in der Heidelberger Gesellschaft neue Sympathien gewonnen zu haben. Rezipiert wurden die Brandfüchse Rosenthal, Speyer, Boechl und Wolff. — Wir brauchen wohl nicht auf die Schönheiten eines Sommersemesters in Heidelberg aussührlich hinzuweisen, sondern wir hoffen, daß Heidelberg leine gewohnte Anziehungskraft ausüben wird, sodaß wir bald wieder die gewohnte stattliche Anzahl von Aktiven aufweisen können. Sprevia. Was das Wintersemester zu Beginn versprochen, das hat es auch gehalten. War einerseits den Bundesbrüdern in reichstem Maße Gelegenheit gegeben, die Freuden der Großstadt Berlin zu genießen, so war anderseits das Leben in der Verbindung so gemütlich, daß man vergaß, sich in einer Zweimillionenstadt zu befinden und im rauhen Norden der vielgepriesenen süddeutschen Gemütlichkeit weit entrückt zu sein. Es ist daher kein Wunder, daß sich die Bundesbrüder eng aneinander anschloffen, und so manche fürs Leben geschloffene Freundschaft ist diesem Semester zu verdanken. Die Vortragsabende brachten wir zu einem gedeihlichen Abschluß. Mitte Januar hielt Bundesbruder Kroner ein Referat über „Antisemitismus"- die lange Diskussion bewies uns, daß wir in dem Thema eine glückliche Wahl getroffen hatten. Den Höhepunkt des Semesters bildete aber ein Diskussionsabend über „Mischehen" am 16. Februar. Biele ältere Bundes- und Kartellbrüder waren unserer Einladung gefolgt, mn den Worten der Referenten, Rechtsanwälte l)r. Arnheim (Spreviae» und l)r. Guttmann (Thuringiae), zu lauschen. Bis spät in die Nacht hinein saßen wir zusammen, um die hochinteressanten, für den K. C. ungemein wichttgen Fragen zu erörtern. Auch an Veranstaltungen geselliger Natur hat es wahrlich nicht gefehlt. Wir benutzten das schöne Wetter, um häufig die herrliche Umgebung Berlins zu durchstreifenganz zu schweigen von den feucht-fröhlichen Kneipen, die uns jeden Sonnabend aus unserem Heim vereinten. Besonders gemütlich war eine Faschingskneipe, wo'alle Bundesbrüder in Kostümen erschienen und dadurch von vornherein die Stimmung aufs günstigste beeinflußten. In die Verbindung trat noch ein: stucl. meä. Ludwig Hauff aus Berlin-Schöneberg, Belzigerstraße 25. Dadurch erhöhte sich die Zahl der Bundesbrüder auf 25. Rezipiert wurden die Füchse: Sulinger, Frankenbach, Segall, Ascher, Max Liffner, Grünwald, Zlotnitzki, Westmann, Moses, Hermann Liffner. Das Semester schloß am Dienstag, den 24. Februar, mit einer Abschiedsträne auf der Kneipe. Alfred Wolff. Licaria. Nach alter Tradition feierten wir Kaisersgeburtstag durch einen Frühschoppen im ,Mürgerbräu" und abends versammelte uns der Kaiserkommers auf