KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 6 (1.3.1914)
- Date
- 1914-03-01
- Page
- Seite 138 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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138 Dr. Schramm, Georg Grimpe, Universitätsprofessor Di-. Weule, Universitätsprofessor Dr. Witkowski, sämtlich in Leipzig. Zuschriften nach Leipzig sind stets an den G.-A. der Sonderausstellung „Der Student" Leipzig, Bugra, zu richten. verufsftSMsches Herkommen der Studenten der preußischen Univerfitäten. Es ist keinesfalls »vertlose Spielerei, der Frage nachzugehen, aus welchen Kreisen unsere studierende Jugend stammt. Sie ist für die Zukunft die Quelle eines namhaften Teils der Führer der Nation in wirtschaftlicher, kultureller und politischer Beziehung, und niemand ivird leugnen, daß die Jugendjahre, die unter dem Einflüsse der Anschauungen des Elternhauses verlebt wurden, auf die Gestaltung von Charakter, Lebens- und Weltanschauung auch des späteren Alters einwirken. Aber nicht bloß das, auch die Kenntnis, aus welchen beruflichen und sozialen Schichten die Studierenden hervorgehen und welche Wandelungen darin sich mit der Zeit vollziehen, ist ein kulturwiffenschaftliches und sozialwiffenschaftliches Bedürfnis. In der Zeitschrift „Verwaltung und Statistik behandelt der bekannte Statistiker Petersilie die berufsständische Herkunft der reichsangehörigen Studenten nach mehreren Gesichtspunkten. Zunächst bespricht er ihre Abstammung von Vätern, die selbst durch die Hochschule gegangen sind, gleichsam uni festzustellen, in welchem Maße die Studenten der Gegenwart unter der akademischen Ueberlieserung der Vergangenheit stehen und wie sie aus Familien stammen, deren Oberhaupt nach dem Hochschulbesuche eine entsprechend höhere Lebensstellung erworben hat. Auf den preußischen Universitäten (mit Einschluß der Akademie zu Braunsberg) wurden gezählt: darunter Söhne von «XICH9jtftit nX im Durchschnitte der Halbjahre Zugehörige WulMIbun8 w " Haupt v. H. I.W. 1886/87 bis S. 1891 II. „ 1891/92 „^1895,96 III. S. 1899u. W. 1899/1900 I V. „ 1902,, „ 1903/03 . V. „ 1905,, „ 1905/06 . VI. „ 1908,, „ 1908/09 . VII. „ 1911,, „ 1911/13 . 12630 3344 25,68 11752 3230 37,48 14798 3993 26,98 16467 4324 25,65 18667 4513 24,18 21113 4864 23,04 24318 5346 22,07. Wenn sich die Zahl der männlichen Studenten seit 35 Jahren ungefähr verdoppelt hat, so konnte doch aus naheliegenden Gründen die Zunahme derer, deren Väter Hochschulbildung besaßen, unmöglich in demselben Schritte vorwärts gehen; sie bleibt denn auch, wie die Verhältniszahlen zeigen, von Jahr zu Jahr mehr dahinter zurück; den Schichten der nicht akademisch Gebildeten entstammen beinahe, schon vier Fünftel. Man kann das auch durch die Fakultäten verfolgen. In der Regel sinkt der Anteil der Studenten mit akademisch gebildeten Vätern, wenn in einem Fache der Andrang wächst, und umgekehrt. Aber von den Schwankungen abgesehen, ergibt sich aus der Gegenüberstellung der Zahlen der Fakultäten doch, daß es vornehmlich die evangelischen Theologen, die Juristen und die Mediziner sind, die unter dem Einflüsse akademischer Ueberlieserung stehen; weniger gilt dies von den beiden Hauptabteilungen der philosophischen Fakultät, die hauptsächlich der Vorbereitung für das höhere Lehramt dienen. 3218 2885 3949 920 676 718. Alle die bisher angeführten Tatsachen stehen offensichtlich mit unter denr Einflüsse der auch sonst in weitem Umfange zu beobachtenden Neigung der Söhne, sich wieder dem Berufe des Vaters zu widmen, und soweit dies geschieht, steht' die Mehrzahl vermutlich sehr bestimmt unter dem Einflüsse der Lebensanschauungen ihrer Familie. Jedenfalls ist es von bezeichnender Bedeutung, daß allein die Beamten mit akademischer Bildung (einschließlich der Rechtsanwälte), die Lehrer mit akademischer Bildung, die evangelifthen Geistlichen, die Aerzte, Tierärzte und Apotheker in den oben üezeichneten Zeitabschnitten durchschnittlich 3830, 3733, 3362, 3554, 3783, 4081 und 4586 Studenten der preußischen Universitäten lieferten. Betrachtet man die berufsstattsttsche Herkunft sämtlicher studierenden Preußen der preußischen Universitäten (d. h. nicht blaß die von Vätern mit akademischer Bildung abstammenden',- so entfielen nach ihrer Herkunft aus den verschiedenen Berufsschichten auf je eine Million Berufszugehöriger im Halbjahrsdurchschnitte aus 18861188» 189911900 1911|1912 A der Land- und Forstwirtschaft 140 143 313 B der Industrie. 338 194 WO C des Handels und Verkehrs . 983 976 1163 D der wechselnden Lohnarbeit .10 13 33 Ei des öffentlichen Dienstes und der freien Berufe .... F der Rentner und unbestimmter Berufe. Die Schichten A, B und D liefern verhältnismäßig wenig Studenten, A und B deshalb, weil in ihnen der größte Teil der Berufszugehörigen zu dem kleinen Unternehmertum und den Lohnarbeitern zu rechnen ist; in der Schicht D handelt es sich ausschließlich um Lohn- und Hausarbeiter. Dagegen ist die Schicht E eine besonders ergiebige Quelle für den Besuch unserer Universitäten, von der die Unterabteilung der Armee und Marine (E 1) mit 510, 413 und 483 Studierenden auf eine Million niedrig, die Unterabteilung des Unterrichts und der Erziehung (E 4> im selben Sinne mit 4334,4756 und 7340 wesenttich höher, die Unterabteilung der Kirche und des Gottesdienstes (E3) mit 11563, 10111 und 9681 am höchsten steht. Die Frage des Aufstiegs in höhere Schichten behandelt Petersilie in mehreren sehr interessanten Tabellen. Hierbei berücksichttgt er nur einen Teil der Studenten, und zwar nur solche, die zweifellos entweder einer sozial höheren Schicht oder einer sozial niederen Schicht entstammen. Zur höheren Schicht, die er mit A bezeichnet, rechnet er die akademische Bildung erfordernden Berufsstellungen und außerdem die Offiziere und Rittergutsbesitzer, zur niederen Schicht B die nicht akademisch gebildeten mittleren «und einige unteren) Beamten und Lehrer u. a. m. Bei dieser Schichtung handelt es sich um nahezu die Hälfte aller Reichsangehörigen auf preußischen Universitäten. Es waren vorhanden reichsangehörige Studierende unter je 1000 5* Studierend. im Durchschnitte der Halbjahre überhaupt auS der Gruppe A B I. 1887/88-1891 . 12565 3189 2629 II. 1891/93-1895/96 11752 3085 3449 III. 1899/1900 . . . 14798 3768 3273 IV. 1902/03 V. 1905/06 VI. 1908 09 VII. 1911,12 . 16467 3978 3847 . 18667 4281 4540 . 31113 4561 5394?2| 5818 5634 7041 7825 8831 9955 überhaupt aus der Gruppe . 34318 5195 665111846 A 354 263 355 343 339 316 314 B 309 208 331 234 343 355 275 Trotz einer Zunahme der Zahlen der Schicht A ist die der Schicht B sehr viel größer, so daß sich in