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KC-Blätter · 1914-03-01 · Heft 6 (1.3.1914) · p. Seite 137

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 6 (1.3.1914)
Date
1914-03-01
Page
Seite 137 (sequence 13)
Language
German
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137 wissenschaftlichen Zwecken dienen. Darum lehnt er es ab, Werturteile zu fällen, sondern begnügt sich,' in der sachlichsten Weise die Tatsachen sestzustellen. Er will vor allem ausklnren über die gewissenlosen Männer vom Schlage der Fritsch und Chamberlain, die sich mit dem Scheine der Wissenschaftlichkeit unigaben, und es dadurch verstanden, eine große Gemeinde um sich ftu sammeln. Er wollte frei machen die Bahn für die rein geschichtliche Erforschung einiger Hauptfragen der alten Kulturgeschichte und zugleich beitragen zur Versöhnung der modernen Geistesrichtung. Und' so schließt er denn mit den Worten: „Wenn über Fragen der alten Kulturgeschichte nicht mehr aus falschen Gesichtspunkten geurteilt werden soll, dann wird die Spannung zwischen den Anschauringen des Antisemitismus und denen der wissenschaftlichen Forschung und noch manche andere Art von Spannung weichen — zum Heile unseres gesamten Volkslebens." Daß in der fetzigen Epoche ein solches Werk von einem solchen Mann geschrieben ist, ist von einer unermeßlichen Bedeutung. Vor allem ist es nun die Pflicht eines jeden Juden, nicht nur der, die sich den Kampf gegen den Antisemitismus zur Aufgabe gemacht haben, die in der besprochenen Arbeit dargelegten Gedanken sich zu eigen zu machen/ Sie werden ein kostbares Rüstzeug werden, um Angriffe, die seit der Vernichtung des jüdischen Volkstumes in unzähligen Variationen gegen uns gemacht werden, wirksam abzuschlagen. Kurt Alexander-Bonn (Bavariae, Rheno-Silesiae). * -k- -r- Der Student aus der Leipziger . Buchgewerbe-Ausstellung. Das Studentenleben mit all seinem Reichtum an Poesie und'Fröhlichkeit, mit all seinem Zauber an jugendlicher Lebenslust, an Sang und Waffenklang und begeisterten Freundschaftsbündnissen soll auf der Internationalen Buchgewerbe-Ausstellung Leipzig 1914 lebendig werden. Die große Sonderausstellung „Der Student wird züm ersten Male ein zusammenfaffendes Kulturbild des studentischen Lebens aller Zeiten und Völker geben, anfangend von dem „fahrenden Schüler, von den Kursen" und Landsmannschaften der früheren Jahrhunderte mit ihren teilweise derben und rohen Sitten bis zu rlnscrem heutigen Studententum mit seinen modernsten Bestrebungen, wie Arbeiterunterrichtskurse, Studienausflüge, Studentenheime, Antialkoholbewegung üsw. Die historische Entwicklung der Hochschulen, auchdes Auslandes, soll hier dargestellt werden, ferner das studentische Verbindungswesen und seine zeitweise enge Berührung mit der Politik, so wie sie uns in der Tätigkeit der von Fichte und Jahn nach den Befreiungskriegen gegründeten Allgemeinen Deutschen Burschenschaft und in den Schicksalen berühmterStudenten wie Arnold Rüge, Fritz Reuter, Karl Haase, Nicmann und anderen entgegentritt. Aber auch die Einzelheiten des studentischen Lebens, so Kleidung und Wohnung, Stammbücher, Berbindungszeichen, Fahnen. Waffen, Koinmersbücher und dergleichen werden eingehend behandelt, ebenso werden Bilder und Büsten von berühmten Studenten lGoethe, Bismarck, Nhland, Hauff, Viktor von Scheffel. Emannel Geibelf und von topischen Gestalten aus Geschichte und Dichtung zu sehen sein. Anderseits verwirklichen einige Hochschulen und Verbände besondere Pläne. So wird die Bergakademie Freiberg i. S. das Zimmer eines Bergstndenten mit mineralogischer Sammlung, einer Handbibliothek, der Figur eines Bergstudenten in Paradetracht, mit Bildern 'berühmter Freiberger Studenten (A. v. Hmnboldt, L. v Buch, Theodor Körner u. a) ausstellen. Der Studentinnenverband stellt ein modernes Zimmer aus. Eine nie dagewciene Schau studentischer Wohnungen ivird Herr Dr. C. Sonnenschein veranstalten. Eine Münchener Künstlergruppe «Thöny, Mühlberg, Stubenrauchs ivird den Studenten in Wort und Bild in humoristischer und ernster Weise veranschaulichen. Der Göttinger Studentenausschuß wird eine hervorragende Vertretung Göttingens herbeiführen. Die akademischen Verbände werden, jeder für sich, eigene Gruppen veranstalten, in denen sie ihre Entwickelungsgeschichte, ihre Bedeutung, Größe usw. zur Darstellung bringen. Die Organisation einer solchen Berbandsausstellung geschieht (im zwecken tsprechendsten in folgender Weise: Die Leipziger Vertretung des Verbandes bildet die Zentrale für die Ausstellnngsangelegenhciten des Verbandes und versendetdieAnmcldeformulare. Die einzelnen Korporationen des Verbandes tragen nun jeden Gegenstand, den sie ausstellen wollen, in je ein Anmeldeformular ein und senden es der Zentralstelle zu. Diese sichtet dann das Material, um doppeltes Borkommen von Gegenständen zu vermeiden, und übergibt das Resultat dem „Geschäftsfvhrenden Ausschuß". Der Sonderausstellung ist auf dem großen Gelände ein besonders hübsch zwischen Hecken und Baumanlagen gelegener Platz zugewiesen worden, das sogenannte „Akademische Viertel" in dem auch die Industrie studentischer Gebrauchsartikel ihre Erzeugnisse vorführen ivird. Um einen geräumigen ,Kneip Hof", der Platz zu historischen Aufzügen, zu Fechttournieren, turnerischen und gesanglichen Aufführungen gewähren soll, gruppieren sich hier die Gebäude, in denen die Ausstellung untergebracht ist) u. a ein neuzeitliches studentisches Verbindungshaus, ein großes Dorfwirtshaus lExkneipe» und andere Erholungsstätten, darunter eine freie Nachbildung des Heidelberger Schlosses (Friedrichsbau, Gläserner Saalbau, Glockenturm, Otto-Heinrich-Bau) mit stimmungsvollen Plätzen zu fröhlichem Treiben, zu beschaulichem, stillem Genießen. Aber auch Plätze stir Spiel und Sport sind hinter den Gebäuden vorgesehen. Um sich einen Begriff von der großzügigen Anlage zu machen, diene die Angabe, daß die Gebäude für diese Sonderausstellung allein eine halbe Million Mark kosten. Die Internationale Sonderausstellung „Der Student" wird nach den bisherigen Vorbereitungen zu den bedeutendsten Sonderausstellungen aus der Internationalen Buchgewerbe-Ausstellung gehören und zeigen, daß das deutsche Studententuni einer der wichtigsten Träger der deutschen Kultur war und ist. Neben dyn „Weiteren Ausschüssen" in den Hochschulstädten haben die Verbände und Hochschulen eigene Ausschüße gebildet. Der „Geschäftsführende Ausschuß" in Leipzig setzt sich aus folgenden Herren zusammen: Universitätsprofessor Dr. Brandenburg, Vorsitzender, Chefredakteur Dr. Uetrecht, stellvertretender Vorsitzender, Dr. Bruchmüller, Chefredakteur der,/Leipziger Zeitung, Museumsdirektor

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