KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 5 (1.2.1914)
- Date
- 1914-02-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
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suchen; daher bedürfen wir des Komments. Weil sich aber die Angriffe, die »vir abzuschlagen haben, gegen alle Eigenschaften des Korporationsstudenten richten, sind auch alle Kommentgebräuche für uns notwendig. Da aber wieder alles, was wir tun, nur zur Erreichung unseres Zweckes geschieht, ist jede unserer Betätigungen von der Tendenz beeinflußt. Entsprechend diesem Dualismus im Aufbau unseres Verbandes haben wir auch verschiedenartige Prinzipien. Exklusivität, Kouleurtragen, unbedingte Satisfaktion sind die Lebensänßernngcn des Komments, wissen schaftliche Ausbildung und Betätigung die der Tendenz, llrspriinglich war jene wissenschaftliche Arbeit lediglich ein Mittel, um unsere Mitglieder über die Art und Berechtigung unseres Kampfes aufzuklären, also gewissermaßen ein Bindeglied zwischen Komment und Tendenz; heute ist sie. wie unten noch auseinanderzusetzen ist, zu einer sehr wirksamen Waffe gegen unsere (Gegner geworden. Ich habe bis jetzt gezeigt, »vic allein der Charakter unserer Verbindung als Tcndcnzkorporation eine wissenschaftliche Betätigung rechtfertigt, ja dah diese sogar zu unfern Prinzipien gehört und die Handhabung des Komments gar nicht berührt. ES ist nun verständlich, dah den jungen Mitgliedern unseres Verbandes, der sich ja hauptsächlich durck) den Komment unS offentbart, von deffen Erscheinungsformen, die sie auch bei ihren nichtjüdischen Kommilitonen bewundern können, geblendet werden und so die bescheiden im Hintergründe stehende, aber doch alles beherrschende Tendenz vergcffen. Ich gebe weiter zu, dah in den ersten zwei Jahrzehnten unseres Bestehens, als noch der rohe und offene Iudenhatz zr» bekämpfen war, hauptsächlich mit den Kommentprinzipicn gearbeitet werden mutzte. Aber es ist offensichtlich, dah die antisemitische Bewegung immer mehr aus ein anderes (Gebiet herubcrgezogcn wird. Seitdem man vor allem die Anthropologie als Helferin herbei gerufcn hat, sind cs vornehmlich wiffenschaftllchc Waffen, die timn gegen uns richtet. Dazu kommen dann noch in allerletzter Zeit die Strömungen innerhalb des Judentums, gegen die nur auf geistigem Gebiete etwas aus zurichten ist. Dieser Nmwälzungen müssen auch wir jungen K. E er uns mehr wie bisher bewutzt werden. Wenn wir nicht eine schmähliche Niederlage erleiden »vollen, ist cs an der Zeit, die einseitige Wertschätz»,ng des KomnientS aufzugeben. Wie der K. E.er einstmals der gefürchtete Säbelheld der deutschen Hochschulen »var. so »nutz er auch in den» beginnenden tffeisteSkmnpfe seinen Mann stehen. Ich ging aus von den Beobachtungen, die ich auf einer Versammlung des Iugendvereinü machte. Wohl mitffen »vir »ms sehr hüten, in eine reine Bereinvtäügkeit zu verfallen. Auch beute ist noch die Korporation mit all ihren t^ebräncyen rin unschätzbare» Kampf, und auch Erziehungs»nittel, aber anderseil» »vollen »vir als Akadeniiker doch nicht zurückstehen, »venu heute die ganze Iudenheit, das Alter und die Jugend, nicht nur 2 tdluitft genommen hat zu den grvtzen wissenschaftlichen Problemen, die unsere Enstenzsraaen behandeln, sondern auch lat kräftig für sie eintrilt. Ja! es ist unsere, der akadeulischen, jüdische»» Jugend. Pflicht, un» schon früh zeitig mit grötztem Eifer für einen Kamps zu rüfttu. zn brP i Führung gerade wir an erster TteUe berufen sind. Und nun »nöchte iw noch aus die Mittel hin »vetsrn, die uns z»»r Pflege geistiger Inlereffen z», itebole stehe.»» Bor allen Dingen ist da ein zieidewutzter Iuchfenun»erricht zu neunen. We»»n, und ich hoffe, recht bald - die Methodik de» tzuchsenunlerricht» fertig gestellt sei-» »vtrd, wird die Erziehung unserer tzllchse sicherlich in dieser Hinsicht sehr InicDitar« Resultate zeige»». Aber schon jetzt muh dafür gesorgt werden, in unsere,» jungen Mitgliedern da» Intereffe für geistige Fragen wachzurusen. Zu diesem Zivecke müffen die wissenschaftlichen Abende ausgestaltet werden. Es genügt vollkommen, wenn ein solcher einmal in der Woche mit einem Bonrng und anschließender Diskussion stattfindet. Anfänglich »vird mancher sich noch aus ihn» langweilen, aber schlietzlich »vird doch einmal eine Frage angeschnitten, die auch ihn interessiert und zun» ^Nachdenken anregt. Und damit ist vorerst genug erreicht! Sehr i»n argen liegt auch unser BibliothekSivesen. Die Schränke, in denen die »neistcnS nur sehr geringen Bücherbestände ausbewahrt »verden, dienen meistens noch als Rumpelkammer für allerlei überflüssiges Verbindungsinventar. . Dan,it muh unbedingt ein Ende gemacht werde»!. Es sollte vom G. A. ein Verzeichnis der Bücher ausgestellt werden, deren Anschaffung für die Verbindungen wünschenslvert erschci»»t. Nach diesem Katalog sollen zielbcwuht Bibliotheken eingerichtet werden. Die Mittel können durck) kleine Beiträge ganz allmählich ansgebracht »verden; und rnancheS Geld, das für eine überflüffige Dedikation heute noch nrrogegeben »vird. könnte zu»»» Schenken von Büchern verwendet »verden. ES mützte ferner darauf gesehen rverden, dag die eitlschlägigen Zeitschriften nicht nur gehalten, sondern auch gelesen »verden. Und schlietzlich ist die regelinähige Teilnahme der Verbindungen an den »v i s s e ns ch a st I i ch e n Veranstallnngen der jüdischen Vereine nötig; eine aktive Betätigung des einen oder andern Verbandsbrudcrs, besonders in den Iugendverrinen als der uns am meiste»» verrvandien Organisation, »värc mit Freuden zu begrüßen, schon deshalb, »veil »»r»s dnd»»rck) Gelegenheit gegeben »vürde, a»»s Altersgenossen in» Lin,»e »»»»serer Ideen einzurvirken. Wenn in dieser Weise in den Verbindungen gearbeitet »vird, »verden »vir unsere Ziele schneller err-eichcn. Ich »nöchte aber »»och einmal betonen, datz ich d»»rch meine Ausführungen, die Ainveridung der Kontinent Gesetze nicht geschrnälert sehen »nöchte. Ich schätze a»»ch »ie äntzerordentlich: nur »vende ich »»»ich gegen ihre einseitige Be vorzngunsi. Ein echter K. E.er »st nicht der reine Korpor»rtiv„S)t»»de»»t, und nicht der, der lediglich »in» sich »viffenschafllich zu betätigen, unsern» Verbände angehört. Sonder»» nur der, der die Berechtigung b e i d e r Ele»»»e»»te anerkennt und für beide, so»veit es ihn» »nöglich ist, positive Arbeit leistet, erfüllt die Fodernngen. die die Tendenzkorporationen des K. E. an ihre Mitglieder stellen. Kudern. Von Nr. Erich Marr<Rhe»»o Silesine).Eharlotte»ib»n-g. In den Kreise», der Berliner K. E.er »nacht sich sei» eiuiger Zel» lebhaftes Bestreben kund, eine Ruder Abteilung des K. E. einzurichte»», nameniliti» »»»»»er Hiuweis auf die R»iderabteii»»ngen, »velche die a»»de»vn grvtzen jüdischen ^t»»de»»te»»vervü,»de geschaffen habe,». Besonder» »vird das Verhältnis der Berliner Verbi»,d»»»»g z»» einer solchen Ruderabteil»»»»g bespräche»». Man glaubt vielfach, datz die Aktivitas »»»»„»ittewar an de»»» Ruder be»riebe teilneh»»»en könne. Wie ist es »»»»,» in diesen» Punkt mit den Ruder abteilungen der anderen jüdische»» Verbändet Der I E- Hai vor ea. sechs Jahren eine ^Ruderableiinng der Verei»»e Jüdischer Studenten" errichtet: sie hat ihre Boote in Riederschönetveide an der i^derspree I»» diese Ruder abieiiung nun »verden lediglich Inaktive und Alte Herren de» B. I E. ausgenommen, dagegen keine Aktiven. — Da» K Z. B hat keine eigene Ruderableiiung. ES steht tedoch» namentiich seine Beritner Ver-