KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 5 (1.2.1914)
- Date
- 1914-02-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
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Opposition flehen alles Verzopfte, Ziinstlerische, Bürokratische. Es hat aber auch weiterhin gegenüber den dauernden schädigenden Einwirkungen der Außenwelt die humanitäre Aufgabe seiner eigenen Sclbstveredelung, seiner eigenen Heilung von Gebresten, die durch die Umwelt erzeugt werden. Wenn entgegengehalten wird, das; der Gedanke eines sozialen Judentums nicht vor Mischehe, Taufe und Abfall schilpe, so ist daraus zu erwidern, das; auch Religion und Station nicht davor geschilpt haben. Die Mischehe ist nicht bloß eine Erscheinung der Reuzeit, die als solche Beachtung verdient. Tie ist zu allen Seiten der jüdischen (beschichte ausgetreten. Das Problem, das sich mit diesen Erscheinungen verknüpft, beansprucht die Formel: Eine herrschende blasse breitet sich leichter aus als eine nicht-herrschende, weil eine herrschende Älasse mehr Vorteile,;u vergeben hat. Vor dein Untergang sind wir glücklicherweise trotz aller Abbröckelungen noch ausreichend geschilpt. Diesem sozialen Judentum mns; noch im jüdischen Genleinschastsleben der Platz erkämpft iverden. der ihm gebührt. Auch der .W C. ist dazu berufen, der den großen .stampf um das Recht des Judentums zu führen hat. Das gleiche Recht, das der selbstbewußte Jude, der selbstbewußte U.E.er zu erstreben hat, gibt dem Judentum die Möglichkeit der freien Entfaltung, der Erfüllung seiner Mission im ntvdernen ^inne. Die tt. C.-Uorporation als TendenjKarporation. E i u Pt a I) n ui m »' \!m»m ca ml. mr. Mnrt ^(lernM^oi ^ninu 4st»unvine. hottofilefine*. %\dj Ijrtiic uov einige» Wochen ußlegengeii. in erneu» »Iiemiiltien 2 toMdjcn der iäründnng eines indlfchen Ingendverrins beiznivohneil. Es wnrde t»ci»kvrljici, dast man veUrrchen univbe, den neuen 'i'ewiu in das .ionjstjsche Fahrivasser liiniit'erznziehen. Datier wäre »ii> dein Borsitzendei» des Eölner Ingendverrins. der die i^nindlingsrvde l,ieli. iider S» j»»nge Milglieder dieies Be»rins ciidiicucii. um iIrren itiilnev, »neun es noiig iverden nnirde. zu niriecktilpen. Fr»r >eden Frennd »»nierer Lache »niihle es ein erhebender Viubtirf sein.;»l {1*1)1*11. mit rvetclier rißgeislernng und rvetche»n Ber i'landiiis sie sich dieser Aufgabe unter;vgen. während des Abends ftcliio ich iimullllikvlid) vergleiche an Uviichen den I»»gendvereinei,. der ^rganifario,» der nichiakadeinlschen iüdifchen Ingeiid. und den» M. (5., den, Za,»,„ie1t'nttkie nnieivr dentschgesinnten akadein iiche»» I»»ge»rd. Eine (äege»»»lberstelln»»g der Interessen der Miigtteder der deiden B<rbä»»de führte »»ichzu den» Zchtnir. dast »vesenttiche Unterschiede infolge der verschiedenen Lrrntlrrr der pvel ^rganifationen felvstver tiandlidi t»i**ii*I)cit »ntislen. dast atrer ein Gebiet, das »beden genreinsain is». das reti» geistige, bei nns viel weniger gepflegt wird. Weshalb eine erhöhte Pflege geistiger Interessen auch bei uns nötig ist und wie daS unbeschadet der Rechte, die die studentische Korporation zu verlangen hat, durchgesiihrt werden kann, möchte ich im folgenden erörtern. In einer reinen Korporation, daS ist einer solchen, in der sich die Mitglieder lediglich zu einer intensiven Uebung allerlei studentischer Gebräuche zusammen. geschlossen haben, wäre eine Beschäftigung mit wissen schastlichen fragen überflüssig. ES must also bewiesen werden, dast unsere Korporation etwas in sich birgt, das eine derartige Betätigung erheischt. Ein Blick nns die Gründe, die daS Entstehen unseres Berbandes vor anlastten, wird uns die Erklärung geben nnd gleichzeitig uns die Frage beantworten, ob nnd inwicivert ivir eine sog. Tendenzkorporation sind. Zur Erläuterung dieses Begriffes mutz ich aber zunächst einige geschichtliche Bemerkungen voranschicken: Lchon in den Anfängen der studentischen Bereinigungen zeigt sich das Bestreben, durch ein ansgebildetes Berbindnngsleben gewiffe Ideen zu verwirklichen. Anfangs setzte man sich als ,Pel die sehr abstrakten Begriffe der Ehre, der Freundschaft, des Mutes. Als dann die napoleonische *$cit der kosmopolitischen Be schaulichkcit der Deutschen ein jähes Ende bereitete und an ihre 2teile ein lebendiges Rationalgesühl setzte, da wehte auch durch die deutsche Ltndenrenschast ein frischer Wind. In der nengegrüttdeten Burschenschaft haben rvir die erste studentische Berbindrmg, die ein allgemeines, positives,Iiel, die politische Freiheit, verfolgt Reben die Burschenschaft treten dann hauptsächlich in der zweiten Halste des 1v. Jahrhunderts eirre Reihe anderer studentischer Bereinigungen, die groste aktuelle Probleme ausgreisen, um sie im Rahnren der alten Korporation in akademischen Kreisei» z,t verivirklicheir.;»»suchen. Ihre Idee»» sirrd »richr immer so hehr rvie die der Burschen schast: aber mögen ne auch nur rein sportlich auf eine erhöhte Ansbildnng des Körpers gerichtet sein, oder sind sie religiöser, konfessioneller und irationaler Ratnr, immer wirken sie mehr oder minder gestaltend auf die Art und Weise, in der sich in den einzelnen Berbänden das.Korporntionsleben abspielt. Es besteht also zweifellos ein Dualismus zwischen der Korporation, die ich irn svlgenden analog einein in unserem Berbande riblicherr 2prachgebranch als ^Komment" bezeichnen möchte, obwohl dieses Wort im allgerneinen eine andere Be dentnng hat, rind der sie beherrschenden Idee — ich werde sie ans dem gleichen Griliide „Tendenz" rrennen . der in der verschiedensten Weise a»»sgeglichen werden kann. Ich möchte aber behaupten, dast weder bei der Burschenschaft» noch beim E. B. oder K. B.» noch beim B. D. L». oder B. 1.2t. dieser Ausgleich in der Weise vollzogen ivorder» ist. dast jede rveserrtliche Er scheiirnngssorn» des Komments d»»rch das Vorhandensein einer Tendenz bedingt ist! Man kö»»>rte sich bei allen irgend ein Berdirrdungsinstitnt rvegdenkeu. »rnbeschader der Reinheit der Idee so hat z B. der Gründer der A. D. B-Burschenschaften teilweise diese Konsegnenz gezogen, als er die unbedingte Lalisiaktion »rnd einige aiidere Einrichtungen der alte»» Bnrschenschast als über flüssig verwarf. Bei allen hat »narr den, Komment die grösteren Rechte einm räumt: es folgt daraus, dast bei der Erziehung der Mitglieder die beiden Materien arrch ungleich beivertet iverden dürfen, dast also dem Kounnen» der Borzng gewährt iverdeit darf. Als eine echte Tendenzkorporation. das ist eine solche, bei der sich Kominent und Tendenz gleich uiästtg verteile»», darf dagegen der K. E. arigefehen werden. Eine Tendenz haben wir. »veil »oir gegründet wurden, tun den Antife»nitls»nus z», bekäinpse»» »rnd filr eilte rrstloke Gleichsletl»»ng der Inden el»,zutreten. Wir sollte,,zdas mittels studentischer Waffen zu erreiche»» 4