KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 5 (1.2.1914)
- Date
- 1914-02-01
- Page
- Seite 121 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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121 studierenden Frauen auf die einzelnen Studienfächer in mit ihrer Zulassung an den preußischen Universitäten insofern eine ivc-scntliche Wandlung eingetreten, als jetzt nur noch schwach der vierte Teil Medizin studiert gegenüber der Hälfte vor sechs Jahren, während sich anderseits der Philologie und Geschichte zurzeit über die Hülste der Darnen widmet gegen eiu Drittel um 1!HJ7. Die Einzelziffcrn, denen rvir die vorjährigen gegeuübersleUcn, sind:Phllvsopli'te,PhilologieundGeschichte studieren lli49 tgegen 1744>, Mathematik und Naturwissenschaften 053 (59.3,, Medizin 859,702), Zahnheilkundc 82 (17) Kamcralia und Landwirtschaft 124 >91), Rechtswiffeuschasl 50 (47), evangelische Theologie 11 (11) und Pharmazie 8 ,8). Die Wahl der Universitäten zeigt bei den Fralien seit einigen Semestern einen Abfluß von Preußen und eine Steigerung dcö Besuchs der süddeutschen Universitäten, insbesondere der bcuirischen. An der Universität der Rcichühauptstadt befindet sich fast der vierte Teil der Studentinnen, nämlich 88u, rvährend von den Männern nicht ganz ein Sechstel im Berlin studiert. Am nächsten steht München mit 441, dann folgt Bonn mit 848, Freiburg hat 249, .Heidelberg 2l0, Güttingen 227, Münster 191, Leipzig 17.,, Breslau 103, Marburg 158, Königsberg 125 Halle 87, Jena 80, Greifswald 72, .Miel 52, Straßburg 58, Tübingen 50, Giesen 30, Würzburg 30, Erlangen 32 und Rvstock 10 Stndentinneu. Außer den immatrikulierten Studentinnen hören noch 1455 Frauen als sogenannte Hörerinnen Universitätsuvrlesungcn, so daß diesen Winter insgesamt 5141 Fralien am deutschen Universitätsunlerricht teilnehinen. München. Die zahnärztlichen Stundcntenvcrcine sämtlicher deutschen Universitäten haben sich zum „Deutschen zahnärztlichen Studentenverband" zusannnengcschlofien Vorort für 1914 ist der Münchener Verein, ivo auch Anfang Februar der erste Delegiertentag stattsindcn wird. Stuf einer am 4. Januar 1914 staugesundenen Bersainmlung der deutschen Dozeilten der Zahnheilkundc wurde einstirnmig beschlossen, die Bestrebungen deü nengegründeren Verbandes zu unterftüben und mit allen Mitteln bei den Fakultäten und Negierungen dafür einzutreten, daß den Stlldicrenden der Zahnheilknnde der ihnen nach Art der Vorbildung, Studium, Prüfung lind Lebensstellung unbedingt znslehcndc Titel eines l'r. tned dent. endlich uneingeschrünkt zngesprochcn werde. Kösener S. E. Die 97 Korps deS Köfener S. E. hatten bei Beginn des WinierseinesterS 1913 14 503 Kvrpöburschen, 502 Füchse, 12 Konkneipanten, 1781 Inaktive, zusammen nach Abzug von 92 Mchrbnndcr leuten 2918 studierende Mitglieder, genau die gleiche Zahl wie im Sommersemester 1913. Der Rüdesheimer Verband Deutscher Burschenschaften vereinigt im laufenden Winterhalojahr 35 lebende und 1 vertagte Burschenschaft und zählt 000 Aktive (.'444 Burschen und 250 Füchse', 490 Inaktive, zusammen 1090 studierende Mitglieder, und 3300 Alte.Herren lmd Ehrenmitglieder Bon den studierenden Mitgliedern sind 93, also 8,5 Prozent katholischer Konfession, die übrigen evangelisch ES studieren 805 an technischen Hochschulen und Bergakademien, 127 an Universitäten, 98 nil tierärztlichen Hochschulen. Vertagt ist die Münchener Burschenschaft „Gothin". Den Vorsitz im R. B. D. B. für 1914 führt die Burschenschaft „Schlägel und Eisen" in KlauSthal im Harz. Im offiziellen Verkehrsverhältnis zürn Verband steht die Karlsruher freie Burschenschaft „Tuiskonia". A. T. B. Die 40 Akademischen TnrnbundSkorpvrariunen deS A. T. B. zählten im vergangenen Sommerhalbjahre 2121 studierende Mitglieder und 5140 Alte Herren und Ehrenmitglieder. Vorort für 1914 ist der A T. B. „Diunarsia" m Kiel. Der Etat des amerikanischen Studenten. Interessant ist eine Verfügung des Rektors der Universität Eambridge, in der der Rektor erklärt, keinen Studenten mehr immatrikulieren zu lagen, dessen Jahrcüetat 2800 Mark überschreite. Veranlaßt wurde diese Verfügung durch das ausschweifende Leben deS Enkels des verstorbenen Millionärs Pierpont Morgan, Spencer Morgan, dein von verschiedenen Seiten vorgeworfcn wurde, daß er während seiner Studienzeit einen außergewöhnlichen Aufwand treibe. Der junge Morgan harre sich nun, um den Angrigcn zu begegnen, veranlaßt gesehen, eine Aufstellung seines Jahresbudgets dem Rektor zu überreichen. Aus dieser Aufstellung ging hervor, daß der junge Erbe des nach vielen Millionen zählenden VerrnügenS im Jahr genau 4040 Mark verbrauchte. Dem Rektor der Universität Eambridge erschien dieser Etat aber noch viel zu hoch, und er erließ daher eine Verfügung, die den Etat der Studenten von Eambridge ein für allemal auf 2800 Mark jährlich festsetzt. Studiendauer an den Univcrfittiten. Rach der amtlichen „Statist. Korr." hat sich an den preußischen Universitäten die Studiendauer der evangelischen Theologen und Juristen in letzter Zeit verlängert, die der Mediziner verkürzt. In der philosophischen Fakultät zeigen die Philologen und Historiker eine Verlängerung, sie Mathematiker und Äkaturivifienschaftler eine Abkürzung des Studiums. Vergleicht mau näm.ich die Winter-Studienjahre 1908 09 und 11)11 12 mit 1899 l'HHI, 1902 03 und 1905 00, so hatten bei Beendigung des Studiums die Universität besucht die evangelischen Theologen in der älteren JahrcSgrnppe durchschnittlich 7„ „ tu der jüugereu 7,.s Semester, die katholischen Theologen in beiden Gruppen 7,,, Semester, die Juristen in der älteren 0,„„ in der jüngeren 7,.„, die Mediziner il.^ und 10,56, die Philologen und Historiker 8„, und die Mathematiker und Naturwissenschaftler 8,<, und 8,,, Semester. Hierbei sind lediglich Studien-, nicht Fakultätshalbjahrc gerechnet, ivelche beiden Begriffe si^i nur decken, wenn die Fakultät nicht gewechselt wird. Mehr als 10 .Halbjahre hatten studiert in den Jahren 1908 09 und 1911 12 von den evangelischen Theologen 11„. (0899,00, 1901 02 und 1905,00 H) v. H, von den katholischen Theologen 11,.., (9,..), von den Juristen 0„„ ^51S), von den Medizinern 44,(70,93), von den Philologen und Historikern 29,., (30,J;), von den Mathematikern luid Naturwissenschaftlern 33,i3ü,ti) v. H. Bon den Medizinern studieren immer noch mehr als 10 v. H. länger als 15 Semester, trotzdem sich bei ihnen, ebenso ivie bei den Philologen und Naturwiffcnschaftlern, der Anteil der lange Zeit Studierenden in letzter Zeit verringert hat. (Vossische Zeitung.) Die Zahl der Studentenschaft der Welt stellt die „Germailia" in einigen intereffanten Zigern zusamlnen. Mit 59 001 UttiversilätSstndcnten marschiert Deutschland an der Spitze aller europäischen Länder. Die Studenten schaft Frankreichs zählt zurzeit 42 000 Kopfe und ist darnach verhältnismäßig sogar noch etwas zahlreicher als die deutsche, was z T. darauf zurückgeht, daß in Frankreich mehr Frauen und mehr Ausländer studieren als in Deutschland, d tgegen iverden in Sesterreich- Ungarn nur 311000 und in Rußland nur 23 000 UniversitatSstudentcn gezählt. England hat gegen 28.000, Italien 24 000, Spanien 12 000 und die Schweiz 7009 (worunter etwa 45 Prozent Ausländer). Die 12.5 europäischen Universitäten sind insgesamt von etwa 220000 Studenten besucht, und die studentische Armee der ganzen Well, die sich aus 220 Universitäten verteilt, beläuft sich aus etwa eine halbe Million, Zahlt mau dazu noch die 100 000 Studierenden der 72 Technischen .Hochschulen der Erde, so ergibt sich ein studentisches Heer von gegen 000 000 Köpfen.