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KC-Blätter · 1914-02-01 · Heft 5 (1.2.1914) · p. Seite 104

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 5 (1.2.1914)
Date
1914-02-01
Page
Seite 104 (sequence 8)
Language
German
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104 fast alljährlich in Deutschland, Italien, Frankreich, bis sie endlich bei AugSburg entscheidend geschlagen werden. Erst im 13. Jahrhundert braust der Mongolensturm über Osteuropa hin, das deutsche Ritterheer unter Heinrich dem frommen wird bei Liegnitz blutig geschlagen. Doch haben auch die Mongolen schwere Verluste erlitten und unterlassen ein weiteres Vordringen nach Deutschland. In Rußland haben sie dagegen ein Vierteljahrtausend geherrscht jbis 1480), zahlreiche russische Adelsgeschlechter sind mongolischen und tartarischen Ursprungs.!) Wie bei den Hunnen zersplittert auch hier die Macht sich durch innere Streitigkeiten. — Rur kurz erwähnen wir die Araber, die Karl Martell (732) bei Poitiers aushält. In Spanien herrschen sie säst 8 Jahrhunderte >711 bis 1492). In den Türkenkriegen j14. bis 18. Jahrhundert) wurde Wien zioeimal von Heeren des Sultans belagert und erst Prinz Eugen vertreibt sie aus Ungarn. Dieses ganze, Jahrtausende ersüllende Ringen zwischen Ost und West hat stets auch große Rassenmischungen beivirkt. Die Geschichtsguellen sind voll von Hinweisen hieraus. Uebrigens darf man nicht anuehmeu, das; etwa zivischen E>erman?n und Hunnen eine starke Rassenabneiguug herrschte. (Germanische Fürstentöchter heirateten hunnische Khaite, das Ribelungenlied berichtet ja noch von .Slönirj Etzels jAttilas) Heirat mit Mvu'ml)üö und schildert den Hunnenkönig, obzwar es den (Gegensatz zwischen dem Heiden und der Ehristin betont, als edlen, ritterlichen Fürsten. 0 Germanen und Rötner haben ihm mit hingebender Treue gedient. Hunnische, avarische und magyarische Lanzknechte begegnen uns später im Dienste von Römern, Germanen usw. Stets war der Krieg der stärkste Rassennlischer. Die letzten Eimvanderer aus dem Osten sind die Zigeuner, die sich mit ihrer Eigenart über ganz Europa verbreitet haben. — Nicht unerwähnt sei schließlich die starke jüdische Beimischung, die alle Völker Etiropas seit dem frühen Mittelalter teils durch Zwangstaufen, teils durch freiwilligen Uebertritt erfahren haben. Wenn trotz aller Völkerstürme von Asien her heute Europa — und damit die Weltherrschaft - indogermanisch ist, so spricht dies gewiß auch für Rassentüchtigkeit. In erster Linie aber war es nicht die persönliche Ueberlegenheit der Indogermanen, die den Tieg bewirkteihre militärische Ueberlegenheit selbst gegenüber asiatischen ') Bcrcp. Zchieinann, Nußland, Polen und tziv land, 1SS0, 33b. t, 2. 9 „Der Allerbeste» einer, der je ein >tönigsland lleivaun, mit vollen tfljmi nnd Mroiie dnrsle trogen", io nennt das 'N'ibelnngenlied i2inirvcks Ueberse'tzung znanziesies Abenteuerden Huimenkonifl. Horden erscheint uns sogar auffallend gering. Wenn Europa nicht hunnisch oder mongolisch geworden ist, so verdankt es dies der römischen Kultur, an deren noch immer, festem Gefüge die ivilden, staatlich unorganisierbaren Reiterfcharen abprallen mußten. Die Germanen konnte Attila nicderwerfen, mit ungeheueren Opfern nur hielt ihn der Römerseldherr Aetiils, unter dessen Führung ebenfalls Germanen fochten, auf. Seine Verwaltung aber mußte Attila durch römische Beamte führen lassen. Mit Attilas Tod zerfiel die hunnische Macht, Rom aber lebt nochFheute in den großen Organisationen des Staates und der Kirche und in unserer Kultur.' Diese römische Kulturmacht ist aber keineswegs eine rein indogermanische Schöpfung. In ihren Wurzeln geht sie überall aus die vorarischen Kulturen des Mittelmceres und auf den alten Orient zurück, später haben die Hellenen, über deren vorarische Kulturgrundlage auch schon gesprochen wurde, ani stärksten gewirkt. Das Christentum bringt nettes „Licht aus dem Osten", die heiligen Bücher Israels werden die^Grundlage aller folgenden moralischen Kultur. Die Kreuzzüge bringen Morgen- und Abendland tvieder in fruchtbare Berührung. In den arabischen Reichen Spaniens entfaltet sich schon im 9. und 10. Jahrhundert eine Kulturblüte, der das christliche Europa dttrch Jahrhunderte nichts Gleichwertiges an die Seite stellen konnte. Auch die Mitarbeit der Juden an der modernen Knlturenttvicklung ist zweifellos sehr groß, in neuester Zeit haben die Japaner begonnen, die Wissenschaft zu bereichern, nachdem unser Kunstgefühl bereits vorher ihren Einstuß erfahren hat. — So erscheint es nicht mehr paradox, ivenn A. W irth die Frage stellt, ob die heutige Weltkultur mehr aus Arier oder Anarier zurückgehl. Die Antwort ist freilich unmöglich und unnötig, denn die Arier von heute sind ein Amalgam aus hundert Rassen, deren besondere Züge sich längst verwischt haben. Lin Briefwechsel über den Zionismus. z. Zt. Berlin 4V., Hotel Cumberland, den 19. September 1913. Hochgeehrter Herr! Ihr geachteter Name stguriert unter dem Aufruf eines antizionistischen Komitees, bcn ich zufällig heute in die Hand bekomme. Gestatten Lue mir, zu sagen, daß Sie meiner tiefen lieber zeugung nach sicherlich weder diesen Ausruf noch die gleichzeitig damit versandte Broschüre mit Ihrem Namen gedeckt Hütten, wenn Sie die Be-

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