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KC-Blätter · 1914-02-01 · Heft 5 (1.2.1914) · p. Seite 102

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 5 (1.2.1914)
Date
1914-02-01
Page
Seite 102 (sequence 6)
Language
German
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^[icrnin), Schottland K- Dies beweisen außer den Angaben der alten Historiker zahlreiche Ortsnamen dieser Länder, die aus dem Baskischen erklärbar sind, die phonethische Ilebereinstimmung der baskischen und südfranzösischen Inschriften, zahlreiche Sitten mld (Gebräuche-). Einzelne Iweige der Iberer, so die Turdetaner, hatten einen sehr hohen Kulturgrad erreicht. Wahrscheinlich haben auch in Italien, den Alpen und Öen Vvrländern iberische Stänune gewohnt. W. v. Humboldt bringt die Carpi, nach denen die Karpaten heißen, mit den iberischen Earpetanern zusammen, in Näticn scheinen die Berunenser, in deren (Gebiet es Bleigruben gab, mit deruna jbnskisch für Blei) zusammenzuhängen. A. Wirth leitet den Brunen des Wasgenwaldes von den Basken jauch Basken) her. Auch ini Kaukasus lebten Iberer, die man neuerdings vielfach als Stammväter der westeuropäischen Iberer erklärt, umsomehr, als die Sprachforschung immer mehr dazu neigt, eine Berwandtschast des 'Baskischen mil Kaukasussprachen anzunehmen und anch die Vergleichung von Völker- und Ortsnamen viele Anhaltspunkte hierfür liefert. Die Iinnen und Magyaren. Von den nichlindogerinanischen Sprachen Europas haben sich am besten das finnische und seine Verwandten behauptet. Sie gehören dein ngro-altaischen imongoloiden) Stamm an. Glieder dieser weilen Iamilie sind die Sprachen der Iinnen, Lappen, Magyaren, Türken, Sainojedcn, Dstjaken, Ehinesen, Japaner nsiv. finnische Völker sitzen heute in Skandinavien, dessen Namen einer finnischen Wurzel entstammt,I ferner in Finnland und all der baltischen Küste bis nahe an die deutsche kreuze, schließlich in großen Teilen Nußlands, von ivo schon Herodol sie nieldet. I-rüher hat ihre Verbreitung sich ivohl auch aus südlichere Gebiete erstreckt, wie einzelne Sprachspnren, selbst ans den Alpculändern, zu belegen scheinen. In Finnland haben die I-innen eine sehr hohe Kulturstnse erreicht, die dem Niveau der höchsten Iiveige des Indogermanentunis in keiner Weise nachsleht, vielmehr den Zivilisarionsgrad der überwiegenden Nlehrzahl der etiropäischen „Arier" übertrifst. Tau die Magyaren eilt Kultiirvolk sind, kann ivohl niemand bestreiten. kli'echnen ivir Finnen, Nlagyaren, Türken und Tataren zusammen, so Tie piktische» Inschriften onc- ^chouland luuvbcu mm V, hiis als iberisch erklär!. '> Vstl. tserlnnd in Oirveders t^rnndris; der romanischen Pkffloloiffe 'Vd. I. 2. :?i:?ff. - Reiches V.'iaierial ein hält Erlassen n. n. V. 2. 11 ff. nnd VI. Vs i r l h a. a. C. 2 . MO ff. 3) Mallenhosf a. a. r?. Bd. II. L.-VOffB gehören heute in Europa wohl etwa 23 Millionen Menschen dem uraltaischen Tprachstamm an. Ein slavisierter Iinnenstamm sind die Bulgaren, auch die Numänen sind stark finnisch gemischt. Andererseits haben die Iinnen und Magyaren wohl auch Mischungen mit indogermanischen Elementen erfahren. Nichtarisches in Europa. Die Untersuchung des großen vorgeschichtlichen Materials hat ergeben, daß in der jüngeren Steinzeit nichtindogernianische Stämme aus Asien einwandernd sich über einen großen Teil Europas verbreiteten und die charakteristischen Haustiere ihrer früheren Heimat mitbrachten. Die antiken Schriftsteller, Stammessagen, zahlreiche Inschriften, Drtsnamen usw. bestätigen diese Annahme, die auch mit der anthropologischen Vergleichung der heutigen Rassentppen Europas und Vorderasiens übereinstimmt. Der vielgelehrte Iorschungsreisende A l b r e ch t Wirth saßt das Ergebnis in die Worte zusammen: „Der nichtarische Ursprung der meisten Europäer und Vorderapaten muß für bewiesen und wissenschaftlich anerkannt gelten."') Wirth entwickelt in mehreren Schriften die Theorie, daß die aus der Geschichte bekannten nichtarischen Stämme Süd- und Mitteleuropas die Pelasger, Etrusker, Iberer, Ligurer, aber auch die Berber Nordasrikas, die Hetiter Vorderasiens, die Tscherkessen des Kaukasus usw. einer großen Nassenfamilie angehörten, die er die „kasische Nasse" nennt. In einer großen Völkerwanderung, die vielleicht mehrere Jahrtausende vor dem Auftreten der Indogermanen in Anspruch nahm, hätten sich diese Kasvölker vom Kaukasus über Vorderasien, die ganzen Mittelmeerländer nnd Zentraleur.'pa verbreitet. Hierfür bringt Wirth ein ungemein reiches Beweismaterial arrs den verschiedensten Wissenschaften bei, das hier unmöglich rekapituliert werden kann. Die Bezeichnung „kaukasische Nasse", die der Begründer der modernen Anthropologie, Blumenbach, prägte, gewinnt so eine neue Bedeutung, denn tatsächlich hätten Völker, deren reinste Ueberreste sich heute noch im Kaukasus erhalten haben, sich zahlreichen älteren und jüngeren Rassen beigemengt und so den Typus der weißen Nasse in den Miltelmeerläudern geschaffen, der trotz der Sprachverschiedenheiteu Indvgermanen, Semiten, Türken, Berber usiv. als nahe Verwandte ausweist. Iortgesetzle Mischungen haben übrigens anch die Sprachen beeinflußt, so daß die neueste Sprachforschung immer mehr Zusammenhänge zwischen Indv- O VI. Vs i v 11), Der Wann der VseUaeschichte IUI:?, 2. Das Buch ist voll von Ideen, Vlnregnngen nnd Talsachen, deren Nachprüfung freilich 10 Iachgelehrie erfordern iviirde.

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