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KC-Blätter · 1914-02-01 · Heft 5 (1.2.1914) · p. Seite 100

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Journal
KC-Blätter
Volume
1913-1914
Issue
Heft 5 (1.2.1914)
Date
1914-02-01
Page
Seite 100 (sequence 4)
Language
German
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100 Ihr nächster Ableger ist die nutkenische Entwicklung, doch hat sie tveit über (Griechenland hinaus gestrahlt und ihr Abglanz scheint mitten in unseren Alpen, in der Hallstadtkultur, deutlich atls, iibrigens ein neuerlicher Beleg für die vorderasiatisch-alpinen Zusammenhänge. Die Träger dieser kretischen Kultur, deren farbenprächtige Schilderung man in dem schon angeführten Buch von W i r t h Nachlesen mag (S. 54—64, 132—134) ivareu wohl die uns schon bekannten Hetiter; jedenfalls steht ihre nichtarische Art allster Zweifel, wie schon alis den lebenstrenen (Gemälden von Volkszugehörigen hervorgeht, die in absolutem l^egensap zu irgendeinem nordischen Ttjpns flehen. Der berühmte Ansdecker dieses ktlnltnrkreifes, Dir Arthur Evans, sagte 1012 vor der Doeietg of Hellenie Ttudies il. a., längst sei man zu der Ansicht gekommen, das; die griechische Kultur nicht mehr als ein Wunderkind betrachtet iverden könne, ihre Wurzeln liegen in der älteren, kretischen Kultur und ihren Ausläufern; der Einflus; dieser Zivilisation aus die Griechenheit könne kaum hoch genug eingeschätzt werden. Auch Heinrich Bulle sagt, das; an (Genialität der 2lusfassung die kretische .Slunft der späteren griechischen kaum nachstand. 'Do wird uns allch die Erscheiiuuig Homers verständlich, er ist nicht mehr ein urierklärlicher Anfang, sondern die Bollendung einer langen öiiiltureiilivicklnng und die Ueberleitung zu lveiteren, höheren Dtnfeu. Die Ligurer. Sehr weit verbreitet lvar im Altertum'der ligurisehe Dtamm, dessen Sprache ganz ausgenorben ist. Ihre Bedeutung erhellt daraus, das; der (Geograph Eratost Heu es das ganze ivestliehe Europa nach ihnen benannte. Zn Italien ivar Ligurien ihr Hauptsist, wo heute (^eu.:a liegt, von da erstreckten sie sich über die Ebene des Po, der llrsprünglich den lignrischen Rainen Bodineus führte, aber auch nach Süden bis zlim Besuv, dessen Raine ebenfalls ligurisch ist. Die beivohnlen ferner einen grvsten Teil der Alpen, Düöfraukreichs und Okordspaniens, wo sie sich mit den Iberern mischten. Taeitus kennt ein iveilverbreitetes Bvlk ihres Lkamens in (Germanien. Zahlreiche Drts- und Ilustnamen nauuneu aus ihrer Dprache. lvie Rhein <übereillslinunend mit dem Renv bei Bologna), Bodensee «dieselbe Wurzel wie Bodineus), Genf (Genua), Bi'ain, Bkvsei, Worms, vielleicht auch Bindobona usiv.') Lc'ach Ir. Dtolz bildeten die Ligurer den Hauptteil der Urbevölkerung Tirols. Das; die Ligurer keine Indogermanen waren, nelit fest, schon Müllenhoff hat dies dargelegt. '1 Uever die Vitiumeingehend li leinen a. a. C. 2 ff. imb '.'Ji iiII eil 1)üff, Denische x’llieitiimvfimbe l.VMtt;, in. Bd., 2. 17.S— Uebrigens finden antike Dchriftfteller selbst ihre Dpuren in Borderasien, von woher sie offenbar kamen. In Italien wurden sie von den Etruskern, in den meisten anderen Ländern von den selten zurückgedrängt. Tie weite Verbreitung der Gelten, die sich heute noch in zahlreichen Drtsnamen Deutschlands und Oesterreichs ausdrückt, und das spätere spurlose Verschwinden ihres Okamens aus Zentraleuropa zeigt iibrigens auch, wie rasch selbst mächtige Rassen niedergelten. Die Etrusker. Von den Etruskern (Tusei, Tt)rrheni oder Tyrseni, Turscha der Aegypter) sind uns viele Tausende Inschriften, ja ein Buch erhalten, trostdem ist uns ihre Dprache noch rätselhaft geblieben. Das; sie aber nicht dem indogermanischen Stamm angehörten, gilt heute als vollkommen sicher. Rach der antiken Ueberlieferung (vergl. Herodot l, 04) kamen sie aus dileinasien, ein Teil blieb auf der diesem Lande vorgelagerten Insel Lemnos fisten, wo auch etruskische Inschriften gefunden wurden. — Ihr späteres Gebiet reichte in Dberitalien von Meer zu Meer, ihr Hauptland war Etrurien, das heutige Tvseana'), in Süditalien beherrschten sie Eampanien. Liviils >V. 33) sagt von ihnen, vor der römischen Herrschaft habe sich ihre Macht weit und breit, zu Wasser wie zu Lande erstreckt, so dast beide Meere, I die Italien einschliesten, nach ihnen genannt wurden, das eine nach dem Gesamtnamen des Volkes, das tuskische Meer, das andere, das adriatische, nach einer tuskischen Pslanzstadt. In ihrem Ringen mit den Römern war ihnen der Sieg schon zugefallen, als plöstlich ihre Macht zusammenstürzte -'), da sie gleichzeitig im Rvrden von den einbrechenden (Galliern, im Tüden von ihren italienischen Rachbarn wie aus Verabredung gemeinsam angegriffen wurden. Rom war ihnen eine Zeitlang unterworfen. Die römische Ueberliefernng berichtet, das; das römische ktlönigsgeschlecht der Targuinier aus Etrurien gekommen sei, tatsächlich tragen seine Angehörigen Targuinius (Tarchuns), Tanaguil Aruns usw. etruskische Rainen. Aber der dkame „Rom" selbst, der Ilust Tiber, die 'Rainen der ältesten römischen Geschlechter gehen auf etruskischen Ursprung zurück. Schulze') sagt hierüber auf Grund sehr umfassender Untersuchungen: „Es drängen sich aliv in lind um Rom die Rainen '| Cftmnlo wurde hervorgehvben, dah gerade AOvCrtiin bcfoubevo viele Talente hervvrgebrnchl habe. Voinbroso schreibt dies den Glrnskern zn, während o I l »i a n n, der die Glrnsker natürlich für Arier erklärt, darin die Wirkung germanischer Beiinischung erblickt. > Moinmfen, rot"'iche Geschichte lS*vT>. I. 2. :ci4. J) Agl. ksilhelin Zchulze, Zur Geschichte lateinischer Gigennainen t!x>4, 5.N1. Die von Schulze tut Originalte;t zitierten Ltetten gebe ich deutsch wieder.

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