KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 5 (1.2.1914)
- Date
- 1914-02-01
- Page
- Seite 98 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 79% known words query
- IRI
…/2268830-2268874-2268880--1084-3522788- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
98 Ter : berühmte Anthropologe der Berliner Universität Felix von Ln schon hält die Ero '.vlagnonlente für die gemeinsnmen Urväter der 'Arier,' Semiten und Hamiten. Gleichzeitig mit der Ero Magnvnrasse tritt eine zwerghafte Rasse ziveisellos afrikanischen Ursprungs ans, von der zahlreiche lleberreste von Südfrankreich bis 'England gefunden wurden.') Die Skelette ans diesen Fundstätten weisen stark ausgeprägte negroide Merkmale fechte Prognathie, Plattnase, stiebendesKinn, elliptischer Schädel, Proportionen der Arme und 'Beine :c.) ans. Ueberdies best >zen ivir ans dieser Epoche eine ganze Reihe ans Elfenbein gefchnipter Figtiren und von Zeichnungen, ivelche Menschen mit afrikanischem Typus, insbesondere starker Sleatopygie iFettsieistl darstellen, so die berühmte Bonus von Willendors ibei Krems in Riederösterreich). Da lvährend des Dilnvinms Etiropa tind 'Rordafrika durch eine Landbriicke znsammenhingen, wird von den hervorragendsten Forschern, ivie Lnschan, Hoernes, Berne an, Sergi, B rin ton, Nervst, blassen n. a., angenommen, das; die 'Bevölkerung Europas sich nach der Eiszeit stark durch afrikanische Einivanderilng ergänzte. Sind doch Biittelenropa und Rordasrika kaum l OUOKilometer voneinander entfernt, lvährend der indogermanische und der mongoloide Sprachstamm i abgesehen von neuzeitlicher Kolonisation) in einer Längenansdehnnng von KoOtiKilometern herrschten. Z)ivergrassen sind besonders in den Schweizer 'Alpen, in Frankreich, im 9iheintal bis Woraus und in Schlesien nachgeiviesen, noch Plinins belichtet von Zivergen in den Alpen, und die Bolksfagen beivahren die Erinnerung an sie. 'Auch in der heutigen 'Bevölkerung finden sich nicht selten 'Anklänge an den afrikanischen Zwergtypus. Ans neolithifcher '-seit ist das Auftallcheu einer untersetzten, knrzköpsigen Basse bemerkenswert, die mit nnsereln heutigen alpinen Typlis übereinslinunt und ihren Hanplsip in den Alpen und ihren Borländern fSüddentschland, Sesterreich) hat, von u>o ein breites, ununterbrochenes 'Band dieses Typus donauablvärls sich nach Asien hinüberzieht. Es unterliegt nicht dem geringsten Ziveifel, das; diese straffe, die die Pfahlbauten bewohnte, ans Borderafien kam und nicht zu den Fndogermanen gehörte, stlns Asien brachten sie auch ihre -Haustiere lind Ruppflanzen mit, Om 2djai)eln ^taiidiiinuiens fünf ucv uiiii'Cinu* Tlioeii imiericheidel, so das; anscheinend fast >nie '>l'nsscn trairopas mehr oder iveniger znr Bildung des nordischen Boltes beigerragen haben, sogar die orimilive '.'teanderialrasse l>al ihre 2puren in den r'tn loohnern der -.'iordieekimeii - besonders den priesen - biinertasseii. «Berg! >i. tr lassen. Die Butter y'urvons ,ni jüngeren Diein;eil. UUtZ, 2. .">1. Diese iichalis leuiie Driirisl wird im solgenden osiers benuvl-l , :)i e i n l> ardi ^. -J.Vo, '-iü7, ttUO, bi l a s s e n 2. s. t. *. js. die in den Pfahlbauten vorwiegend gefundenen Formen des Hundes, Rindes, Schafes, Schweins, der Ziege, des Weizens, der Gerste, Hirse usw. lassen sich durchweg nur ans ivilden Typen Borderasiens ableiten, erst später kommen Tierrassen hinzu, die in Europa gezähmt wurden.') Lu sch an erklärt in Uebereinstiinmung mit den übrigen Autoritäten diese alpine Menschenrasse, die heilte einen sehr grasten Teil Europas einnimmt, für einen Zweig der Hetiter, die er anderseits auch für einen Hauptbestandteil der Mischung hält, ans der die senden hervorgegangen seien. Wir iverdcn sehen, das; auch gewichtige sprachliche llmstände dies bestätigen. Heutige Hauptlypen Europas. Europa ist seit den ältesten Zeiten der Schauplatz ungezählter Bolkerwanderungen und Mischungen gewesen. Die heutigen Bewohner Europas, Borderasiens und RordasrikaS sind daher der Rasse nach eng verlvandt, mögen sie nun eine indogerlnanische, semitische oder finnischtürkische Sprache reden. Dem Ailge des Anthropologen enthüllt sich freilich eine groste Zahl verschiedener Typen, die ans den verschiedensten Mischungen hervorgegangen sind. Die drei grasten Haupttypcn find folgende: Fm Rorden Europas ist der hellpigmentierte, graste, langköpfige Typus ansässig, der sich in Skandinavien, Finnland, England lind Rorddeutschland am reinsten erhalten hat irnd gegen Süden hin stetig abnimult. Fm Süden, insbe sanders in Ftalien imd Spanien, lebt der diinkel pigmentierte, graste, langköpfige fmediterrane), Typus. Zentralenropa ist der Sitz des dunklen kleinen und breitköpfigen falpinen) Typus, der in den Alpen vorherrscht, von dort ans Süd deutschland Mid Sesterreich überschivemmt hat und selbst bis nach Holland und den Küsten Rorwegens gelangt ist, während er nach Ssten hin an der Donau entlang in einer breiten Zone nach Asien hinüberzieht, wo er bis Ehina und Fapan reicht. Die Tatsache, dast die Bevölkerung Europas ans den verschiedensten Richtungen zusammengeslossen ist, ivird aber nicht nur durch Anthropologie und Urgeschichte, sondern auch durch historische und linguistische Zeugnisse bestätigt. Ein kurzer Blick aus die Hauptländer Europas zeigt, dast fast überall der Einslust einer vorarischen Bevölkerung in der Geschichte, Sprache, Mythe, den Srtsnamen ustv. zum Ansdruck kommt. Fhre Sprachen find grvsttenteils ver schiv'mde i, aber ihre 'Rachkommen leben ganz ziveisellos noch heute unter uns und auch sie! ■ i5cvi;l. besonders Vubio. :tt e i n >i nrdt a. a. D I 2 >7n bis 4U7>.