KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 5 (1.2.1914)
- Date
- 1914-02-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Monatsschrift der im Kartell-Convent vereinigtenKorporationen Die Zeitschrift erscheint am 1. jedes Monats. Bezugspreis halbjährlich 2Mk. Einzelnummer 50 Pf. Bestellungen überttimmt der Verlag Preis der I fach gespaltenen Zeile für Inserate 50 Pf. Bei größeren Aufträgen und Wiederholungen ivird eine Ermäßigung bewilligt. Jnseratenannahme durch den Verlag. „Die Verbindungen im K. C. stehen auf dem Boden deutschvaterländischer Gesinnung. Sie haben zum 'Zweck den Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitgliedes zu selbst bewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Jitden einen durch Geschichte, Kultur- und Rcchtsgenicinschasl mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen Volksteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten. Zu politischen und religiösen Sondcrbestrcbungen innerhalb des Judentums, sofern sie der Tendenz von Absatz l nicht widerstreben, nehmen die Verbindungen im K. C. keine Stellung." Nr. 5. 1. Februar 1914. 4 .Jahrgang. Nachdruck unserer Aufsätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen Vermerk gegen Nachdruck geschützten, unter Quellenangabe gestattet. „Arier" uni» „Nichtarier" in Europa. Von Tr. Friedrich Hertz, Wien Der Umstand, das; die meisten europäischen Völker heute indogermanische Sprachen reden und eine graste Uebereinstimmung der Kulturentivicklung ausweisen, hat den säst allgemeinen Glauben erweckt, daß unser Erdteil überwiegend von einer, einheitlichen Rasse „arischer" Herkunst bewohnt werde, der nur unbedeutende sremde Bestandteile beigemengt worden seien. Weiter wird der Schluß gezogen, daß die moderne Kultur größtenteils eine Schöpfung dieser arischen Rasse sei und daß infolgedessen dieArier — worunter der populäre Sprachgebrauch alle Jndogermanen versteht — sämtlichen anderen Nassen im selben Maße überlegen seien, als unsere Kulturhöhe jene anderer Zeiten überrage. Diese Meinung beherrscht nicht nur den kulturellen Gesichtskreis eines sehr großen Teiles unserer Gebildeten und Halbgebildeten, sondern ist auch zu einein politischen Dogma geworden, das in Desterreich den Stil des'öffeni'ichen Lebens bestimmt. — Wissenschaftlich beurteilt kann dieser Glaube freilich nicht mehr Wert beanspruchen, als die Vorstellung der Franzosen des 18. Jahrhunderts, von den Trojanern abzustammen, oder die Spekulationen bibelfester Engländer, die ihre Abkunft aus die verlorenen Stämme Israels zurücksühren. Prähistorische Rassenzusammenhänge. Es wird tatsächlich fast stets übersehen, ein wie großer Teil Europas noch in historischer Zeit von Völkern nichtarischer Sprachen bewohnt tum-, die größtenteils andere Sprachen angenommen haben, deren Nachkommen aber heule noch unter uns leben, ja höchstwahrscheinlich den größeren Teil der Bevölkerung Europas bilden. Die Wanderungen' der indogermanischen Stämme waren ja nur eine kleine Teilerschcinung in dem Hin- und Herwogen der Volker zivischeu Europa, Asien und Afrika. In den ältesten Zeiten hat eine aus sprachliche Momente gestützte Rassenscheidung, tvie die Trennung von Ariern und Nichtariern, überhaupt keinenSinn, da das Sprachvermogen des Menschen damals wohl noch gar nicht entwickelt war. Doch sei daraus hingewiesen, welche Vielheit der Rassentypen die prähistorische Forschung m Europa aufgedcckt hat. Die älteste bis jetzt in unseren, Weltteil nachgewiesene Menscheuart bildete die Rcandertalrasfe, deren GorillaähulichkeitK la a tsch hcrvorhebt. Sic kam wohl aus Afrika. Ihr folgt in der Aurignaeienzeit eine höherer.livickelte, rvohl aus Siidasien stammende Rasse, die geivisse Anklänge an den Barl des Drangutangs auftveist. Aus der Kreuzung dieser beiden Urformen scheint der hochgewachsene, langschädelige Erv-Magnontypus hervorgegangen zu sein, von dem man die nordeuropäische Indogermanisches blasse abieilet.'» '> Vergl. Vudivig Nheiuhardi. Der -JL'iciuri) >uv Eiszeit in Europa, 1015, Teile 5>>4. Duo rieüg angc ivachsenc prähistorische Material hm in l>c;ug aus Nassenzusammeuhange vielerlei Demnugcn erialneu, die hier nicht a»sgezäl,!t werden können. 'Blaß er wähnt sei, daß der schwedische Anatvin Neuitts unter