KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1913-1914
- Issue
- Heft 4 (1.1.1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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Der K. L.-Tag hat in seiner letzten Sitzung am 2. November 1913 den Beschluß gefaßt, eine außerordentliche Um« läge in Höhe von mindestens drei Mark von jedem Alten Herrn und mindestens einer Mark von jedem Aktiven und Inaktiven zu erheben. Diese Maßnahme ist durch Ereignisse veranlaßt, die eine besondere Bedeutung zu beanspruchen berechtigt sind. In den ersten Monaten des Jahres 1914 gewinnt die Gründung der Universität Frankfurt lebendige Bedeutung. Auch uns geht daS an. Der K. C. muß in Frankfurt unter allen Umständen festen Fuß fassen. Unser rühriger Mo; Mainzer hat die ersten Vorarbeiten dazu bereits geleistet. Am 1. März 1914 findet eine große Versammlung vor der jüdischen Phtlisterschaft statt. Drei der ältesten K. C. er sGoldschmidt, Holländer, Haas) sind als Redner eingeladen worden und haben ihre Zusage bereits gegeben. Der B. I. C. macht unermüdliche Anstrengungen. Sollen wir uns ins Hintertreffen drängen lasten? Soll das Vertrauen in unsere Sache, die Kraft unseres Kampfes, die Verve unserer Agitation geringer sein als der Andrang einiger jugendlicherDrängerund Stürmer? Noch andere Aufgaben harren unser. 88 Unsere Landesverbände — und es gibt sehr tatkräftige unter ihnen — dehnen sich auS und suchen für unsere Sache festen Boden zu gewinnen. Es gebricht ihnen an Mitteln. Unsere jüngsten Verbindungen leben und regen sich, aber sie haben kein Geld. Manch Notwendiges muß unterbleiben. Der GeschäftsauSschuß verfügt nicht über Mittel, um all den Hilferufen, die an ihn gelangen, zu entsprechen. Darum tut eine Anstrengung not — nicht nur die Umlage, die eine Mindeststeuer auch für diejenigen bedeutet, denen ein Beitrag für die Allgemeinheit nicht ganz letcht fällt. Ein Medr ist notwendig! Unsere Gegner im jüdischen Lager geben unS in der Agitation ein vorbildliches Beispiel — an Intensität, wenn auch nicht gerade in der Form. Jever einzelne — bis htnab zum jüngsten Semester — ist angewiesen, mit jedem, der zu gewinnen sein könnte — und es wird eigentlich niemand auSgefchlosten —, über die Tendenz feiner Bewegung als einer LebrnSfroae zu sprechen, die an Wichtigkeit jede andere Frage üdertrifft. Aus die Schüler in den Gymnasien — bis lief in die Mittelklasten hinein — sucht man einzuwtrken. Kinderhorte für Kinder wohl» bemittelter Eltern werden au» Parteizweiten gegründet, die Gemeindepolitik soll ln den Dienst einer speziellen Beweguna gestellt werden. Für die Gründung einer Universität in Palästina waren in Wien sofort eine halbe Million Francs zur Stelle. Sollen wir angesichts dieser Bewegung, dieser Strömung, dieser Leidenschaft unS nur ruyig und tatenlos verhalten? Die vom K.C. deschlostene Umlage bedeutet nicht bloß ein Geldopfer für den einzelnen. Sie bedeutet und soll bedeuten eine sichtliche Anstrengung für unsere Bewegung, ein Anerkenntnis, daß wir den Weg, den wir jahrzehntelang gegangen sind, noch weiter gehen wollen. Darum soll nur der Aktive, Inaktive und Alte Herr bet dem Mindestsätze der Umläge bleiben, der mit seinen Mitteln streng Haushalten muß. Niemand wird ihm das verdenken. Wer aber in der Lage ist, der soll mehr geben, und nicht bloß einen Anstandssatz, der vornehm erscheint, aber den eignen Berhältnisten in keiner Weise entspricht, sondern ein jeder besteuere sich selbst nach seinen besonderen Berhältnisten und nach seiner eignen gerechten Beurteilung. Möge ein jeder nach seiner eignen Prüfung beurteilen, ob der darzureichende Satz 5, 10, 20, 50 oder auch 1O0, 300 und mehr Mark betragen soll! ES dürfte nicht zuviel verlangt sein, wenn die Reichsten unter unseren Kartellbrüdern auch einmal ein Opfer für eine Bewegung bringen, der ihre besten Jugendjahreangehört haben, ein Oofer, daS ihren Berhältnisten entspricht. Eine Anstrengung tut not! Wir wollen beweisen, daß wir Einsicht und Kraft dazu besitzen. vr. Alfred Goldschmidt Biadrinae-BreSlau, Berlin. Sur Frankfurter K.(L>$eier am I.INSrz. Im Oktober 1914 wird in der alten Kaiserstadt am Main die jüngste deutsche alma mater der wistenSdurstiqen Jugend ihre Pforten öffnen. Unter den Frankfurter K. E. ern gibt es keinen, der nicht gegen die Errichtung der Uni vcrsitär die größten Bedenken gehabt hätte. Schon Gründe kommunaler und politischer Art sprachen dagegen. Der Bürgerschaft der Stadt Frankfurt ivurde die Uebernahme von Lasten ^nv Erfüllung von Aufgaben ztlgemutet, die nicht eitler Kommune, sondern — das Borliegett des vielfach bestrittenen Bedürfnisses vorausgesetzt — dem gesamten Staate oblagen. Die Kritiker, welche voraussagten, daß die der Kommune zufallenden Lasten in den Ausstellungen der Väter des UniversitütSaedankenS viel zu gering veranschlagt seien, Häven jetzt schon Recht behalten. Denn in den 1»/, Jahren, die seit dem definitiven Beschluß der Gründung verflossen sind, hat die Der B.J.C. ha» für da» Lchulwerk ln Palästina atietn WW0 Ak. bewilligt. (Die Redaktion.)